Newsticker
RKI meldet 16.417 Neuinfektionen und 879 Todesfälle
  1. Startseite
  2. Lokales (Dillingen)
  3. Lokalsport
  4. Aktiver, Trainer und Offizieller

Turnen

06.12.2020

Aktiver, Trainer und Offizieller

Helmut Kehl am Barren, einem seiner Lieblingsgeräte.
3 Bilder
Helmut Kehl am Barren, einem seiner Lieblingsgeräte.
Bild: hk

Plus Sportler-Porträt: Helmut Kehl ging schon in der Zweiten Bundesliga an die Geräte, heute ist er Funktionär in der Deutschen Turnliga. 1994 setzte der Buttenwiesener einen Karriere-Höhepunkt.

2005 bestritt Helmut Kehl seinen letzten Wettkampf – im gleichen Jahr, als der deutsche „Vorturner“ Fabian Hambüchen bei der Weltmeisterschaft in Melbourne am Reck den vierten Platz belegte. Mit dem Olympiasieger will sich Kehl zwar nicht vergleichen. Aber interviewen durfte ihn der Buttenwiesener bei Wettkämpfen in der heimischen Riedblickhalle bereits.

Zum Turnen kam der heute 50-jährige Helmut Kehl durch seinen Vater. „Dem habe ich alles zu verdanken“, sagt der ehemalige Bundesliga-Aktive. Im Alter von drei Jahren begann er zu turnen, mit gerade mal Acht heuerte der kleine Helmut im Turn-Leistungszentrum Monheim an. Der Papa chauffierte seinen Filius drei- bis fünfmal die Woche dorthin. „Mit 14 Jahren ging ich auf das Internat des Bayerischen Turnverbandes mit angeschlossenen Turnleistungszentrum in München“, berichtet Kehl. Vormittags war Schule und am Nachmittag Training in der Halle angesagt – volle drei Stunden lang.

Zum Landkreis-Sportler gewählt

Als 16-Jähriger turnte Helmut Kehl in der zweiten Mannschaft Monheims auf Regionalliga-Niveau, in diesem Jahr wurde er auch zum Landkreis-Sportler 1986 gewählt. Der deutsche Mehrkampf-Meister des Jahres 1986 hieß übrigens Andreas Japtok. „Lang ist es her“, blickt Sportlehrer Kehl zurück, der heute an Dillinger Sailer-Gymnasium Sport, Wirtschaft und Recht unterrichtet. Im turnerischen Mehrkampf war auch Helmut Kehl sehr gut. „Da kam mir immer zugute, dass ich kein Spezialgerät hatte“, erklärt Kehl, sagt aber auch: „Trotzdem war der Barren eines meiner Lieblingsgeräte.“

Helmut Kehl (links) interviewt Fabian Hambüchen in der Buttenwiesener Riedblickhalle.
Bild: R. Stoll

1990 schaffte er dann den Sprung von der zweiten in die erste Mannschaft, hier konnte er seine akrobatischen Elemente in der Zweiten Bundesliga zeigen. Sehr viele Stunden in der Woche verbrachte Kehl während seiner aktiven Zeit in der Halle an den Geräten. „In Spitzenzeiten trainierte ich sechsmal die Woche drei Stunden. Um in der Bundesliga zu turnen, war dieser Aufwand nötig“, sagt Kehl.

Einen Höhepunkt seiner Karriere erlebte er 1994 mit dem Gewinn der deutschen Mannschafts-Hochschulmeisterschaft. Im Einzel-Mehrkampf wurde der Buttenwiesener immerhin Siebter. Kehl: „Im Einzel ging ich immer für meinen Heimatverein Buttenwiesen an den Start. Leider schaffte ich es nie in die Nationalmannschaft. Dazu wäre ein Platz unter den ersten Zwölf der deutschen Meisterschaft notwendig gewesen, ich bin aber nie über den 18. Rang hinausgekommen.“

Letztmals 2005 aktiv am Gerät

2005 beendete Helmut Kehl seine Karriere als aktiver Turner mit seiner letzten Übung für Buttenwiesen in Goslar. Jenem Wettkampf, in welchem er mit seinem Verein in die Zweite Bundesliga aufstieg. „Schade ist es, dass er nie Bundesliga für den TSV Turnen konnte. Von 2005 bis 2016 war der Lehrer aber Chefcoach bei seinem TSV. „Der Höhepunkt für mich als Trainer kam 2012, als uns in Heidenheim der Aufstieg in die Zweite Bundesliga gelang. Dieser Wettkampf war wie ein Heimspiel für uns, wir fuhren mit drei Bussen nach Heidenheim“, erinnert sich Kehl.

Der Vater von drei Kinder wohnt seit 2010 in seinem Eigenheim in Buttenwiesen. Fast schon „natürlich“ lernte er seine Frau Katrin in der Turnhalle kennen, da auch sie Kunstturnerin war. Seit zwölf Jahren gehört Helmut Kehl auch dem örtlichen Gemeinderat an. Als ehemaliger Sportler ist er Sportreferent der Gemeine Buttenwiesen. In dieser Funktion kümmert sich Helmut Kehl um die Sportförderung oder unterstützt die Belegplanung der Sporthallen.

Vom Pauschenpferd auf den Drahtesel: Mit Kumpel Norbert Beutmüller (rechts) radelt Helmut Kehl größere Touren.
Bild: hk

Auf der Suche nach neuen sportlichen Herausforderungen verlässt der ehemalige Turner gerne auch mal die Sporthalle und schwingt sich auf den Drahtesel. Seit drei Jahren fährt er zusammen mit Freund Norbert Beutmüller einmal im Jahr in vier Tagen eine Fahrradtour von rund 600 Kilometern. Dabei ging es von Buttenwiesen aus bereits nach Cottbus, Venedig oder Bozen.

Dort Reck und Barren lassen ihn nicht los: Seit 15 Jahren ist der ehemalige Spitzensportler in der Deutschen Turnliga für die Organisation der Zweiten Bundesliga zuständig. Zudem moderiert er seit einem Jahrzehnt mit viel Leidenschaft die Finals der Deutschen Turnliga. Als Moderator durfte er sogar 2013 mit Olympiasieger Fabian Hambüchen bei dem Wettkampf zwischen dem TSV Buttenwiesen und dem KTV Obere Lahn tätig sein. „Am 19. Dezember bin ich auch Hallensprecher bei der deutschen Meisterschaft zwischen dem TG Saar und TV Schwäbisch Gmünd-Wetzgau.

Topstars nach Butteniwiesen geholt

Besonders stolz ist Helmut Kehl auch darauf, dass er schon viermal den National-Team-Cup in die Riedblickhalle nach Buttenwiesen holen konnte: „Durch meine guten Kontakte im Turnsport ist es mir dies 2008, 2010, 2013 und 2016 gelungen. Es ist zwar immer sehr viel Arbeit aber bei 1200 bis 1400 Zuschauer lohnt sich der Aufwand.“ Verständlich, dass Helmut Kehl seine große Passion, den Turnsport, in der Corona-Krise sehr vermisst und befürchtet: „Seit dem zweiten Lockdown fehlt langsam die Motivation. Ich mache mir große Sorgen, ob wir nach Corona wieder alle Kinder zurück an die Geräte bringen können.“

Themen folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

Das könnte Sie auch interessieren