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Landkreis Dillingen

28.07.2020

Amateurkicker müssen sich in Geduld üben

Sich den Ball in einem Testspiel für einen Freistoß zurechtzulegen? Das ist in den nächsten drei Wochen weiterhin nicht möglich. Noch mindestens bis Mitte August müssen die Amateurfußballer in Bayern darauf warten.
Bild: Leitenstorfer

Fußball: Die Bayerische Regierung hat den erhofften Testspielbetrieb doch noch nicht genehmigt – Corona wegen. Wie Vereinsvertreter darüber denken. Kicklingens Trainer Peter Piak fordert den Verband auf, nicht „herumzueiern“.

Aus der erhofften Freigabe für Testspiele ab Anfang August ist nichts geworden. Am Dienstag hat die Bayerische Staatsregierung aufgrund der aktuellen Corona-Lage erklärt, dass Amateurfußball im Wettkampfmodus mindestens bis zum 16. August weiterhin nicht möglich ist. Damit wackelt auch der erhoffte Saisonstart mit Ligapokal und Nachholspielen Anfang September.

Ziemlich frustriert hat Trainer Peter Piak vom Kreisligisten SV Kicklingen-Fristingen auf die neue Situation reagiert: „Es ist an der Zeit, dass der BVF unter der Führung seines Präsidenten Rainer Koch nun klare Kante zeigt, damit die Vereine endlich wissen, was Sache ist.“ Piak wäre es lieber, wenn beschlossen würde, die Saison erst im kommenden Frühjahr fortzusetzen, anstatt mit den Terminen so „herumzueiern“. Schon ohne Spielbetrieb sei es für die Vereine ein großer Aufwand, die Corona-Auflagen beim Training zu erfüllen. Dass die aktuelle Entscheidung der Staatsregierung so ausgefallen ist, verwundert Piak keineswegs. „Europa und Deutschland hat die Pandemie nicht im Griff“, glaubt der Kicklinger Coach mit Blick auf die in den letzten Tagen wieder gestiegenen Infektionszahlen. Sein für den 16. August vorgesehene Testspiel gegen die SpVgg Ellzee wird abgesagt. Was bleibt, ist das dreimalige Training pro Woche mit hauptsächlichen fußballerischen Elementen.

Bühringer tun die Amateure leid

Auch Bezirksligist TSV Wertingen kann das für den gleichen Tag vorgesehene Duell beim Kreisligisten TSV Zusmarshausen streichen. Dem ehemaligen Sportleiter Fritz Bühringer, der sein Amt Ende Juni zur Verfügung stellte, tun die Amateurkicker leid. „Die sehen doch momentan überhaupt keine Perspektive“, kann er das ganze Gezeter um Ligapokal, Restart und Saisonunterbrechung kaum noch hören. Als bereits im Frühjahr das diesjährige Oktoberfest abgesagt wurde, sei dies für ihn ein klarer Hinweis gewesen, dass für die Fußballer im Herbst keine Extrawurst gebraten wird. Sollte es doch noch anders kommen – Fritz Bühringer wäre mehr als überrascht.

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„So viele Jahre habe ich ja nicht mehr, um spielen zu können. Es wäre an der Zeit, dass es losgeht“, sagte Sandro Santamaria in der vergangenen Woche. Doch jetzt muss sich der 41-jährige Offensivspieler weiter gedulden. Santamaria wechselte im vergangenen Winter vom TSV Wertingen zur SSV Glött, für die er bisher noch kein Pflichtspiel bestritten hat. Die Vorbereitung für Santamaria bei den Lilien läuft seit wenigen Wochen unter der Regie eines neuen Trainers: Markus Rickauer, der von den U17-Junioren des FC Gundelfingen kam, hat den langjährigen Coach Stefan Schneider abgelöst. Längere Zeit war noch offen, ob Schneider die unterbrochene Saison zu Ende bringt. Doch aus beruflichen Gründen hat man sich in Glött entschieden, den Trainerwechsel jetzt vorzunehmen.

Das Salz in der Suppe fehlt

Keinen Trainerwechsel hat es beim A-Klassisten SV Roggden gegeben. Dort hat weiter Matthias Schmitz das Sagen. Seit gut einer Woche trainiert er mit seinen Schützlingen, darunter ist auch Torhüter Patrick Mayer. Für den 25-Jährigen sind all die Übungen, die da gemacht werden, gut und recht. Doch „das Salz in der Suppe, sprich Vergleiche mit anderen Mannschaften“, fehlen sehr. Wann das Adrenalin den Blutdruck vor so manchem Lokalderby wieder steigen lässt, kann Mayer schwer einschätzen. Der Roggdener Keeper ist skeptisch, dass im September oder im Oktober endlich wieder um Punkte gespielt werden kann. Und ob es auch im neu geschaffene Ligapokal bald Begegnungen geben wird, sei mehr als fraglich.

Dass Testspiele, wie in der vergangenen Woche in Aussicht gestellt, schon in wenigen Tagen hätten ausgetragen werden sollen, daran konnte Patrick Mayer ebenso wenig glauben wie Peter Piak, Fritz Bühringer und wohl auch so manch anderer Fan, dem der Amateurfußball am Herzen liegt.

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