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Fußball-Rückblick

12.05.2020

Bissig, bissiger, TSV Bissingen!

Diese Mannschaft sorgte in der Saison 1988/89 mit dem Aufstieg in die Bezirksliga für den bisher größten Erfolg in der Vereinsgeschichte des TSV Bissingen (hintere Reihe, von links): Erster Vorsitzender Helmut Herreiner sen., Spielertrainer Karl Wittmann, Manfred Lipp, Walter Schiele, Helge Duderstadt, Werner Endres, Uwe Eisenbarth, Bruno Nothofer, Wolfgang Weißenburger und Betreuer Hans Rieder; (vorne, von links) Trainersohn Markus Wittmann, Roland Kienmoser, Helmut Herreiner jun., Lutz Trzeciak, Manfred Falch, Peter Marx und Winfried Hämmerle.
Bild: tsvb

Plus In der Saison 1988/89 sichert sich das Team am letzten Spieltag mit einem 1:0-Sieg bei der SpVgg Deiningen den Aufstieg in die Bezirksliga.

Als sie am frühen Abend des 4. Juni 1989 vom Auswärtsspiel in Deiningen zurückkehrten, da wunderten sich Lutz Trzeciak und Manfred Lipp schon ein wenig, dass sie am Marktplatz in Bissingen von der örtlichen Blaskapelle empfangen wurden. Die Nachricht, dass die TSV-Fußballer knapp zwei Stunden zuvor mit einem 1:0-Erfolg bei der SpVgg Deiningen Meister der A-Klasse Nord (jetzt Kreisliga) geworden waren, erreichte relativ schnell auch den damaligen Bürgermeister Anton Schmid. „Er gehörte mit zu den ersten Gratulanten“, erinnert sich Lutz Trzeciak, der heutige Vorsitzende des gut 900 Mitglieder zählenden Vereins aus dem Kesseltal. Mit Pauken und Trompeten wurden die Aufstiegshelden des TSV vor knapp 31 Jahren vom Marktplatz mit der Blaskapelle zum Sportheim gespielt. Dort wurde dann bei jeder Menge Freibier und leckerem Essen die Nacht zum Tage gemacht.

Nach der Winterpause ging ein Ruck durch die Mannschaft

Im Fokus der damaligen Feierlichkeiten stand Spielertrainer Karl Wittmann. Der Tapfheimer in Diensten des TSV Bissingen kam in der Saison 1987/88 zu den Rot-Weißen und belegte in seiner ersten Saison mit seinem neuen Team Platz sechs. Dass er ein Jahr später den TSV zum bisher größten Erfolg in der Vereinsgeschichte führen würde, das konnte nach dem ersten Spieltag freilich keiner erwarten. „Wir starteten mit einer 2:5-Niederlage in Riedlingen in die Saison“, erinnert sich Manfred Lipp, der damalige Angriffsführer der Bissinger. Die Mannschaft, so der heute 57-Jährige, zeigte sich in der Anfangsphase der Saison zwar bissig und motiviert, an den großen Coup glaubte im Herbst 1989 aber noch niemand. Doch nach der Winterpause ging ein großer Ruck durch die Mannschaft. Nach zwei Siegen und einem Remis habe man, so Lipp, deutlich gemerkt, dass man oben mitspielen könne. Das Team wurde von Woche zu Woche bissiger, die gute Kameradschaft innerhalb der Truppe und das Glück, keine schweren Verletzungen gehabt zu haben, waren weitere positive Faktoren für den Formanstieg.

Am 23. Spieltag fiel eine Vorentscheidung, als gegen den schärfsten Mitkonkurrenten im Titelrennen, Eintracht Landshausen, ein 4:1-Heimerfolg gelang. Mit einem Zwei-Punkte-Vorsprung ging Bissingen in das letzte Spiel bei der SpVgg Deiningen. Ein Punkt hätte bereits zur Meisterschaft genügt. Doch darauf wollten es die Gäste nicht ankommen lassen. „Wir haben voll auf Sieg gespielt“, blickt Manfred Lipp zurück. Groß war der Jubel, als Roland Kienmoser in der 47. Minute den Führungstreffer erzielte, den die Bissinger bis zum Abpfiff verdientermaßen ins Ziel brachten. Lutz Trzeciak, der im Vorspiel das Tor der Reservemannschaft hütete, saß 90 Minuten bei der „Ersten“ auf der Ersatzbank und sehnte den Schlusspfiff ebenso herbei wie Trainersohn Markus Wittmann, der Dreikäsehoch am Spielfeldrand.

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Nach der Rückkehr aus Deiningen gratulierte Bissingens Bürgermeister Anton Schmid (Mitte) den TSV-Spielern Werner Endres, Wolfgang Weißenburger, Helge Duderstadt und Manfred Lipp (von links) zum Bezirksliga-Aufstieg
Bild: tsvb

Nicht nur am Tag des Triumphes ließen sich die TSV-Fußballer von ihren zahlreich mitgereisten Fans auf dem Deininger Sportplatz und dann zu Hause in Bissingen feiern, beim 40. Vereinsjubiläum sechs Wochen später ging die Post nochmals so richtig ab. Bisweilen schwappte die Stimmung im Festzelt so richtig über, erinnern sich Lipp und Trzeciak unisono.

Zu diesem Zeitpunkt war die Vorfreude bei den TSV-Kickern auf die anstehende Bezirksliga-Saison bereits riesengroß. Karl Wittmann konnte als Spielertrainer gehalten werden, mit Bernhard Winter (SG Lutzingen), Walter Grandy (SV Amerdingen) und Stefan Steinle (TSV Nördlingen, A-Jugend) kamen drei externe Spieler hinzu. Ferner rückten aus dem eigenen Stall die Nachwuchskräfte Thomas Wanner und Reinhard Ernst in den Kader. Das angepeilte Ziel, welches Klassenerhalt lautete, wurde allerdings verfehlt. Punktgleich mit dem FC Lauingen beendeten die Bissinger auf dem vorletzten Platz die Saison. Trotz Abstieg denkt Manfred Lipp an dieses Bezirksliga-Jahr mit Wehmut zurück. „Als wir beim ersten Auswärtsspiel in Altenmünster antreten mussten und wir dort per Stadionansage begrüßt wurden, habe ich so richtig gemerkt, in welcher Liga wir eigentlich angekommen waren. Das Duell bei den Zusamtalern, die Meister wurden, verlor der TSV knapp mit 1:2.

Lipp ist heute Ehrenspielführer

Heute ist Manfred Lipp Ehrenspielführer seines Vereins und schwelgt ebenso wie Vorsitzender Lutz Trzeciak gerne in Erinnerungen. Dabei denken sie auch an zwei unvergessliche Wochen in den USA. Bei einem Ausflug ins Land der unbegrenzten Möglichkeiten ging es gegen eine kombinierte Mannschaft aus Amateuren und Profis der Fort Lauderdale Strickers. Kein geringerer als Gerd Müller, der Bomber der Nation, gehörte seinerzeit zum Team von Lauderdale. Beim Duell gegen Bissingen schlüpfte er allerdings ins Trikot der schwäbischen Landsleute und übernahm die Liberoposition. Manfred Lipp wirbelte im Sturm und erzielte beim 5:1-Erfolg zwei Tore. Allerdings musste das Spiel wegen eines plötzlich aufkommenden starken Gewitters vorzeitig abgepfiffen werden.

So haben sie gespielt:

  • SpVgg DeiningenTSV Bissingen 0:1
  • TSV Bissingen: Manfred Falch, Winfried Hämmerle, Werner Endres, Peter Marx, Bruno Nothofer, Karl Wittmann, Walter Schiele, Roland Kienmoser, Manfred Lipp, Uwe Eisenbarth (58. Helge Duderstadt), Wolfgang Weißenburger
  • Tor: 0:1 (47.) Roland Kienmoser
  • Zuschauer: 350

Wenn Sie sich, liebe Leserinnen und Leser, an ein unvergessliches Spiel Ihres Vereins, Ihrer Mannschaft erinnern, dann schicken Sie bitte eine E-Mail an: redaktion@donau-zeitung.de Kennwort: „Spiele, die man nicht vergisst“ (Bitte Kontaktdaten, Vor- und Zuname, Telefonnummer etc. mit dazuschreiben).

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