Newsticker

Rekordwert: WHO verzeichnet 230.000 Neuinfektionen innerhalb eines Tages
  1. Startseite
  2. Lokales (Dillingen)
  3. Lokalsport
  4. Blutige Hände: So trainieren die Turner des TSV Buttenwiesen für die neue Saison

Buttenwiesen

21.06.2020

Blutige Hände: So trainieren die Turner des TSV Buttenwiesen für die neue Saison

Blutflecken und Magnesiumkarbonat sind an den Händen von Buttenwiesens Zweitligaturner Elija Bach zu sehen. Das intensive Training in der Riedblickhalle hinterlässt deutliche Spuren.
Bild: TSV Buttenwiesen

Plus Die Turner des Zweitligisten TSV Buttenwiesen bereiten sich seit einigen Tagen in der Halle intensiv auf eine neue Saison vor, in der wegen Corona alles anders wird.

Drei Monate lang war für die Zweitliga-Turner des TSV Buttenwiesen das eigene Leistungszentrum in der Riedblickhalle unzugänglich. Ein Training war wegen der Corona-Epidemie nicht gestattet. Nachwuchssportler wie beispielsweise Elija Bach oder der erfahrene Teamkapitän Florian Raab mussten zu Hause im eigenen Keller oder in der Garage ihre Kraftübungen, Klimmzüge und Dehnübungen machen.

TSV Buttenwiesen: Turner können wieder gemeinsam trainieren

Seit einigen Tagen ist es mit der Überwindung zum Einzeltraining vorbei. Bach, Raab und Co. vergießen nun unter bestimmten Hygieneauflagen wieder gemeinsam an den Geräten in der Riedblickhalle viel Schweiß, aber auch „blutende Hände“ kommen dabei zum Vorschein.

Dies sei ein ganz normaler Vorgang, weiß der langjährige Kapitän und jetzige Teammanager Luitpold Friedel aus seiner aktiven Zeit. Immer dann, wenn nach einer längeren Wettkampfpause das Training intensiviert werde und sich noch keine richtige Hornhaut gebildet habe, komme es zu den Blutflecken. Habe sich eine gleichmäßige Hornhaut in den Handflächen gebildet, lasse nicht nur das Bluten nach, vor allem die Griffe an Geräten wie Reck oder Barren werden wieder sicherer.

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.
Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

Ex-Weltmeister und Olympiasieger Fabian Hambüchen zum Beispiel hat während seiner aktiven Zeit immer darauf geachtet, dass seine Hornhaut keine Risse bekommt. Er feilte diese oft mit einer Raspel. Wichtig sei dabei, dass keine Kanten entstehen. Über Nacht cremte er dann seine Hände mit einer speziellen, sehr fetthaltigen Creme ein. Gut eingecremte Hände während eines Trainings oder im Wettkampf wären eher kontraproduktiv. Hier setzen die Sportler vor allem auf ein Magnesiumkarbonat, um den auftretenden Handschweiß zu trocknen und damit die Griffigkeit sowie die Gleitfähigkeit an den Geräteholmen zu erhöhen.

Neue Saison beginnt im Herbst

Wenn im kommenden Herbst die neue Zweitligasaison beginnt, wollen die Aktiven des TSV Buttenwiesen sportlich alles im Griff haben. „Doch eine Saison wie in den zurückliegenden Jahren wird es nicht geben“, berichtet Luitpold Friedel. Die Deutsche Turnliga (DTL) habe nämlich wegen der von April auf Dezember verschobenen Europameisterschaft in den Bundesligen Verschiebungen und Umplanungen vorgenommen. So erfolgt der Saisonauftakt in der Zweiten Bundesliga Süd, welcher der TSV Buttenwiesen angehört, erst am 10. Oktober. Dann werden allerdings nur vier statt acht Mannschaften um die Punkte an sechs verschiedenen Geräten kämpfen. Aufgrund der starken Verkürzung des Wettkampffensters haben die Verantwortlichen der DTL beschlossen, sowohl die Nord- als auch die Südschiene zusätzlich in jeweils eine A- und eine B-Staffel zu unterteilen. Die Einteilung der Staffeln ist bisher jedoch noch nicht erfolgt.

Luitpold Friedel spekuliert damit, dass die eine Hälfte der Süd-Zweitligisten mit den bayerischen Teams TG Allgäu, Exquisa Oberbayern, TSV Nördlingen und TSV Buttenwiesen besetzt sein könnte, während in der anderen Staffel die Mannschaften aus Baden-Württemberg (TG Hanauerland, VfL Kirchheim, TV Schiltach) plus dem TSV Pfuhl (Landkreis Neu-Ulm) turnen könnten. „Kommt es so, sparen wir uns zu den Auswärtsfahrten viele Kilometer“, sieht Friedel im reduzierten Programm (nur zwei Heimwettkämpfe) wenigstens auf der Ausgabenseite auch ein kleines finanzielles Einsparpotenzial.

Zweite Bundesliga Turnen: Kein Absteiger in der kommenden Saison

Zur Ermittlung der Erst- und Zweitplatzierten der Staffel A und B in den Nord- und Südschienen wird es am 14. oder 21. November einen Überkreuz-Wettkampf geben. Die jeweils erst- und zweitplatzierten Teams der Zweiten Bundesliga Nord und Süd treten dann im Aufstiegsfinale gegeneinander an. Die Sieger aus den Begegnungen steigen in die nächsthöhere Liga auf. Eine Abstiegsrunde ist nicht erforderlich, da es in der kommenden Saison keinen Absteiger geben wird.

Nachdem der TSV Buttenwiesen in den vergangenen Jahren stets bis zum letzten Wettkampftag um den Klassenerhalt zittern musste, könnte er mit dieser Regelung mehr als zufrieden sein. Doch Friedel winkt aus zweierlei Gründen ab: Erstens werde es im Folgejahr, also in der Saison 2021, jeweils zwei Absteiger aus den beiden zweiten Ligen (je acht Vereine) geben, zweitens sieht er sein Team in dieser Saison aufgrund zweier Neuzugänge stark aufgestellt, sodass auch unter normalen Umständen wohl keine Zittersaison auf den TSV zukommen würde.

Turner wünschen sich Unterstützung der Fans

Vom Erstligisten und Rekordmeister SC Cottbus hat Buttenwiesen Erik Mihan verpflichtet. Der 21-Jährige ist Deutscher und besonders stark an den Ringen und beim Sprung. Auch vom ukrainischen Neuzugang Yevgen Yudenkov erhofft sich Luitpold Friedel einiges. Stellt sich für den TSV-Teammanager noch die Frage, ob bei den anstehenden Wettkämpfen im Herbst auch Zuschauer die Übungen von Mihan und Yudenkov verfolgen können. Geisterwettkämpfe wie beim Fußball wünscht sich Friedel auf keinen Fall. „Die Akteure brauchen die Unterstützung der Fans“, weiß Friedel aus seiner eigenen aktiven Zeit. Theoretisch, so räumt der TSV-Funktionär durchaus ein, könnte ein Wettkampf auch ohne Publikum stattfinden. Denn bei den Übungen der Turner sollte es ohnehin mucksmäuschenstill in der Halle sein. Aber auf den aufbrausenden Jubel nach einem gelungenen Abgang vom Reck oder den Ringen möchte niemand verzichten.

Das könnte Sie auch interessieren:

Themen folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

Das könnte Sie auch interessieren