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Buttenwiesen

05.02.2020

Crosslauf der LG Zusam: „Hoffentlich wird die Halle nicht zu dreckig“

Welche Bodenverhältnisse kommen auf die Teilnehmer bei den bayerischen Crosslaufmeisterschaften am 16. Februar rund um die Riedblickhalle in Buttenwiesen zu? Ist der Boden gefroren, gibt es Schneereste oder wird das Gelände gar matschig?
Bild: Elmar Knöchel

Plus Was sich Cheforganisator Werner Friedel von der LG Zusam eine Woche vor den bayerischen Crosslaufmeisterschaften in Buttenwiesen wünscht und was noch zu tun ist.

Kaum ein anderer Verein in Schwaben als die LG Zusam hat in den vergangenen Jahrzehnten so viele Erfahrungen bei der Ausrichtung von überregionalen Crosslaufmeisterschaften gesammelt. Acht schwäbische, sechs bayerische und einmal sogar deutsche Titelkämpfe fanden rund um Lauterbach und Buttenwiesen statt. Am Sonntag, 16. Februar, trifft sich die Läuferelite aus dem Freistaat Bayern erneut im unteren Zusamtal, um dort rund um die Riedblickhalle ihre Besten zu ermitteln.

Bayerische Crosslaufmeisterschaft in Buttenwiesen: Dieser Aufwand steckt dahinter

Bei allen bisherigen Großereignissen dieser Art war LG-Abteilungsleiter Werner Friedel mit von der Partie. Auch für die Meisterschaften in gut einer Woche trägt der 58-Jährige organisatorisch die Hauptverantwortung. Welcher Aufwand dabei betrieben werden muss und was sich der Leichtathletik-Funktionär der LG Zusam dabei wünscht, erklärt er im folgenden Interview.

Hallo Herr Friedel, wie intensiv verfolgen Sie in diesen Tagen den Wetterbericht und welche äußeren Bedingungen wünschen Sie sich für die bayerischen Crosslaufmeisterschaften am 16. Februar?

Crosslauf der LG Zusam: „Hoffentlich wird die Halle nicht zu dreckig“

Werner Friedel: Natürlich befassen wir uns als Ausrichter mit dem Wetter und hoffen, dass es am Tag der Wettbewerbe auf dem 1,1 Kilometer langen Rundkurs rund um die Riedblickhalle in Buttenwiesen nicht zu dreckig ist.

Machen denn ein tiefer Boden, Schnee oder sonstige widrige Umstände einen Crosslauf nicht erst so richtig interessant?

Friedel: Nicht unbedingt. Die Teilnehmer wünschen sich schon eher trockene Böden. Und wir als Ausrichter natürlich auch. Bei den bayerischen Titelkämpfen, die wir vor acht Jahren ausgerichtet haben, waren die äußeren Bedingungen so schlecht, dass alle Teilnehmer den ganzen Dreck in die Riedblickhalle und in die Umkleidekabinen getragen haben. So verschmutzte Gänge, Duschen und Kabinen wie damals möchte ich kein zweites Mal mehr vorfinden. Hoffentlich wird die Halle diesmal nicht zu dreckig. Diese dann wieder ganz sauber zu bekommen, wäre ein gewaltiger Kraftakt.

Durch welches Gelände führt die Strecke und mit wie vielen Startern rechnen Sie?

Friedel: Das Gelände verläuft hauptsächlich auf Wiesenwegen rund um die Riedblickhalle und kann von den Zuschauern gut eingesehen werden. Die Starter auf der Mittelstrecke müssen den Kurs viermal durchlaufen, die Langstreckler achtmal. Bis Anfang dieser Woche hatten sich bereits 300 Teilnehmer angemeldet; einige dürften noch in den nächsten Tagen dazukommen.

Bild: Karl Aumiller

Die deutschen Meisterschaften im Jahr 1986 lockten an zwei Tagen gar 1600 Läuferinnen und Läufer nach Lauterbach. Wie genau erinnern Sie sich noch an diese Titelkämpfe?

Friedel: Noch sehr gut. Der Start- und Zielbereich lag damals ganz in der Nähe des Freibades in Lauterbach, gelaufen wurde nicht nur auf Wiesenwegen, sondern auch im Wald. Es lag Eis und Schnee auf der Strecke, zudem war es sehr kalt. Die Zeiten wurden damals noch mit einer normalen Stoppuhr gemessen. Um alle Aufgaben bewältigen zu können, musste fast das ganze Dorf mithelfen. Das hat prima geklappt.

Sie sagen, das ganze Dorf musste mit anpacken, das waren dann ja einige hundert Helfer. Wie viele sind es denn in einer Woche?

Friedel: Man kann die jetzigen Gegebenheiten nicht mehr mit denen vor 34 Jahren vergleichen. Nicht nur die von den Teilnehmern gelaufenen Zeiten werden längst elektronisch gemessen, auch alle Start- und Ergebnislisten erstellt der Computer. Waren damals 250 Leute im Einsatz, kommen wir nun mit ungefähr 50 Helferinnen und Helfern aus. Nicht mitgezählt sind da die Ehrenamtlichen der örtlichen Feuerwehr, welche den Verkehr regeln, sowie die Freiwilligen des Roten Kreuzes.

Welche Kosten verursachen solche Titelkämpfe? Könnten diese gar zu einem Minusgeschäft werden oder bleibt am Ende doch noch etwas für die Vereinskasse übrig?

Friedel: Es wäre nicht gut, wenn wir am Ende ein Minusgeschäft machen würden. Das wird, so hoffe ich, auch nicht der Fall sein. Die Startgebühren von elf Euro für einen Erwachsenen bescheren uns doch gewisse Fixeinnahmen. Zudem kommt auf der Einnahmeseite noch der Verkauf von Essen und Trinken dazu. Die Kuchen, die wir bekommen, sind alles Spenden von Hobbybäckerinnen und Hobbybäckern. Außerdem ist unser Programmheft mit Anzeigen bestückt, sodass wir auch hier etwas einnehmen. Nach Abzug aller Unkosten wie zum Beispiel für die elektronische Zeitmessung wäre es wünschenswert, wenn ein vierstelliger Betrag für all die Mühen übrig bleibt.

Wie viele eigene Athleten von der LG Zusam gehen an den Start?

Friedel: Es sind zehn. Darunter auch unsere derzeit stärkste Frau, Christina Kratzer. Und natürlich unser sportliches Aushängeschild Tobias Gröbl, der schon einige Mal bayerischer Meister geworden ist und 2012 sogar den deutschen Titel gewonnen hat. Ob er auf der Mittelstrecke über 4,4 Kilometer an den Start gehen wird oder die lange Distanz über 8,8 Kilometer in Angriff nimmt, ist noch offen.

Als Ausrichter von Crosslauf-Wettkämpfen hat sich die LG Zusam in den vergangenen Jahrzehnten einen guten Ruf erworben. Bahnwettkämpfe konnte sie hingegen nicht durchführen, weil in Buttenwiesen und Wertingen schlichtweg keine Laufbahn vorhanden ist. Wie sehr ärgert Sie dies?

Friedel: Das Thema ist einfach nur traurig. Ich weiß nicht, ob es die Kommunalpolitiker nicht sehen, was wir leisten und welches Potenzial an Sportlern hier vorhanden ist. Meines Erachtens wären zu allererst die Stadt Wertingen und der Landkreis Dillingen gefordert. In Wertingen gehen mehr als 3000 Kinder in die verschiedenen Schulen. Am Gymnasium finden diese allerdings nur eine in die Jahre gekommene und kaputte Sportanlage vor. Hier könnte man ohne Weiteres eine 400-Meter-Laufbahn installieren, die auch von den Schülerinnen und Schülern der Real- und Mittelschule genutzt werden könnte. Ich höre von den Politikern immer nur, dass sich Kinder und Jugendliche möglichst oft bewegen sollen. Aber die Rahmenbedingungen sind nicht gegeben, weil nichts getan wird.

Was ist für Sie in der letzten Woche vor den Meisterschaften noch alles zu tun?

Friedel: Das sind schon noch einige Dinge. Zum Beispiel muss ich die Gitter für den Zieleinlauf besorgen, nach Biertischen und Bänken Ausschau halten, ein Geschirrmobil anschaffen und das Siegespodest organisieren. Auch verschiedene Fahnen für die Masten vor der Halle müssen angeschafft werden, ferner Kuverts, Wechselgeld und einige Dinge mehr besorgen. Und nicht zu vergessen, all die Staubsauger zu besorgen, die wir benötigen, um nach den Wettkämpfen die Halle einigermaßen sauber zu bekommen.

Sie sind seit mehr als 40 Jahren für die LG Zusam und seit einiger Zeit auch als Übungsleiter an der Wertinger Realschule sportlich unterwegs. Macht es noch immer Spaß?

Friedel: Ja, auch wenn ich jetzt in ein Alter komme, wo man jedes Jahr merkt, dass die Power nachlässt. Mit jungen Menschen zu trainieren, hält mich selber jung.

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