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Lauingen

20.03.2020

Danach im „Becher“ richtig gebechert

Danach im „Becher“ richtig gebechert
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Plus „Spiele, die man nicht vergisst“: In der Fußball-Saison 1986/87 gewann der FC Lauingen das Landesliga-Rückspiel gegen den Lokalrivalen FC Gundelfingen 4:0. Der ehemalige FCL-Vorsitzende Horst Bär erinnert sich.

Horst Bär hat in seinem Leben schon viele Fußballspiele gesehen. Vor allem im Auwaldstadion zu Lauingen. An etliche Resultate der ersten Mannschaft des heimischen FCL kann sich der heute 80-Jährige noch gut erinnern. Schließlich war Bär von 1985 bis 1992 Erster Vorsitzender bei den Gelb-Schwarzen. In der Saison 1986/87 spielte der FC Lauingen das bislang letzte Mal in seiner Vereinsgeschichte in der Landesliga. Und da kam es am ersten Spieltag nach der Winterpause zum Duell gegen den Lokalrivalen FC Gundelfingen. 0:4 hatten die Lauinger das Hinspiel im Schwabenstadion verloren, „das Rückspiel wollten wir unbedingt für uns entscheiden“, erinnert sich Bär an die allgemeine Stimmung seiner Mannschaft im Vorfeld der Partie.

1600 Fans in Lauingen

Als das Derby schließlich am 8. März 1987 angepfiffen wurde, säumten 1600 Zuschauer den Spielfeldrand. „Fans aus dem gesamten Landkreis waren gekommen“, erinnert sich Horst Bär an die tolle Kulisse. Und es kam noch besser: Nach 90 Minuten hatte der FCL auf leicht schneebedecktem Boden den FCG mit 4:0 besiegt und eindrucksvoll Revanche für die Pleite in der Vorrunde genommen. Zum Matchwinner für die Lauinger avancierte Angreifer Erwin Kastenmayer. Der Neuzugang vom SV Donaumünster-Erlingshofen erzielte zwei Treffer. „Vor zwei, drei Jahren“, so erzählt Horst Bär, „habe ich Kastenmayer mal bei einem Auswärtsspiel unserer Mannschaft in Donaumünster getroffen“. Dabei habe er mit dem Ex-Torjäger weniger über Fußball, sondern über dessen Tätigkeit als Bezirkskaminkehrermeister gesprochen.

Kaum zu bremsen war im Landesliga-Derby der Saison 1986/87 Lauingens Angreifer Erwin Kastenmayer (hinten rechts). Hier erzielt er auf leicht schneebedeckten Boden am Sonntag, 8. März, das zwischenzeitliche 3:0. Am Ende hatte der FCL in einem denkwürdigen Derby gar mit 4:0 die Oberhand behalten.
Bild: G. Hödl/Repro K. Aumiller

Zu seiner aktiven Zeit war Kastenmayer nach den Schilderungen von Horst Bär vor allem ein „klasse Kamerad“ , der auch bei den Siegesfeiern nach den Spielen in der Gaststätte „Zum Becher“ mitten drin im Geschehen stand. Vor mehr als drei Jahrzehnten war es gang und gäbe beim FCL, dass man nach einem Match noch lange Zeit zusammengesessen ist. Auch bei Niederlagen habe man im „Becher“ bisweilen richtig „gebechert“. Die Kameradschaft, so Bär, war zu seiner Zeit als Vorsitzender „wirklich einmalig“. Auch die Stimmung nach dem Erfolg gegen Gundelfingen.

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Heute lieber Tennis als Fußball

Mit im Team der Lauinger beim denkwürdigen Erfolg gegen den Nachbarn stand damals Jürgen Priller. Der jüngere Bruder von FCL-Urgestein Helmut „Beppo“ Priller erzielte bereits in der 3. Minute per Foulelfmeter den 1:0-Führungstreffer. Erinnern kann sich der heute 58-Jährige an dieses Spiel im Detail freilich nicht mehr. Jürgen Priller hat es allgemein nicht mehr so mit dem Fußball. Zu FCL-Spielen gehe er schon einige Jahre nicht mehr. Sportlich betätigt sich der Qualitätssachbearbeiter bei einem großen Lauinger Unternehmen eher auf dem Tennisplatz.

Zu seiner Zeit als aktiver Spieler schätze er ebenso wie Horst Bär den großen Zusammenhalt seiner Generation. Bei Erfolgen habe man nicht nur im Wirtshaus gefeiert, man sei dann die Tage danach durchaus mit „stolzer Brust“ durchs Städtle gelaufen. „Ja, das stimmt“, bestätigt Horst Bär. Insbesondere nach der geglückten Revanche gegen Gundelfingen, fügt der ehemalige Vereinsboss an.

Trainer erstmals auch als Spieler

Während sich Rentner Bär noch daran erinnert, dass am 8. März 1987 der damalige Trainer Hartmut Braun gegen den FCG zum ersten Mal für den FCL als Spieler auf dem Platz stand, fällt Jürgen Priller aus der gleichen Saison eine andere Begegnung ein, die er nicht vergessen wird: an ein 5:5 in der Vorrunde gegen den TSV Aindling. Dabei erzielte Priller die Treffer Nummer drei, vier und fünf für die Gastgeber. Alle per Foulelfmeter. „Das war einfach unglaublich“, schwärmt er selbst 33 Jahre danach noch von seinem damaligen Coup. Die beiden anderen Treffer für den FCL in dieser Partie markierte übrigens Erwin Kastenmayer.

Jürgen Priller (links) stand vor 33 Jahren in der Mannschaft des FC Lauingen, das den Lokalrivalen FC Gundelfingen mit 4:0 besiegte. Rechts der damalige FCL-Vorsitzende Horst Bär.
Bild: Karl Aumiller

Den Abstieg des Aufsteigers FC Lauingen konnten freilich weder Kastenmayer noch Priller in der Saison 1986/87 verhindern. Mit 22 Zählern – damals galt bei einem Sieg noch die Zwei-Punkte-Regelung – musste der FC Lauingen neben dem TSV Eching, dem SV Gartenstadt Trudering, dem TSV Raubling, und dem TSV Ottobrunn direkt in die Bezirksoberliga hinab. Der FC Gundelfingen schaffte als Tabellendreizehnter mit 35 Punkten den Klassenerhalt. Heute trennen den FCL und den FCG zwei Spielklassen. Lauingen kickt in der Kreisliga West, der FC Gundelfingen ist aktueller Spitzenreiter in der Landesliga Südwest.

So haben sie gespielt:

FC Lauingen: Robert Grüner, Dieter Mehling, Günther Flemisch, Hartmut Braun, Bruno Schabel, Wilfried Mayer, Uwe Mayr, Jürgen Weichler, Erwin Kastenmayer, Anton Schmid (Jürgen Böck, Frank Hanslbauer)

FC Gundelfingen: Josef Steidle, Peter Ruchti, Rainer Junghanns, Peter Lohner, Dieter Müller, Ralf Wirth, Stefan Anderl, Franz Stark, Hermann Wegele, Peter Schmid, Thomas Jahn (Herbert Nuber, Mathias Baur)

Tore: 1:0 Jürgen Priller (Foulelfmeter/3.), 2:0 Erwin Kastenmayer (48.), 3:0 Erwin Kastenmayer (54.), 4:0 Frank Hanslbauer (89.) – Zuschauer: 1600

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