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Landkreis Dillingen

17.07.2020

Der Ligapokal lässt die Köpfe rauchen

Viele Gedanken hat sich Donau-Kreisspielleiter Franz Bohmann (links/hier im Gespräch mit Karl Dirr vom SC Bubesheim) gemacht, wie die abgebrochene Saison 2019/2020 fortgesetzt werden kann. Über den Ligapokal können sich die Mannschaften nach der langen Zwangspause einspielen und über ein Hintertürchen sogar aufsteigen, beziehungsweise den Abstieg verhindern.
Bild: E. Mayer

Plus Fußball: Wie Funktionären und Vereinsvertretern über den Zusatzwettbewerb denken, der nach der Corona-Zwangspause den Punktspielen vorgelagert ist. Modell wird in „Webinaren“ vorgestellt.

Seit vergangener Woche können die Fußballer wieder weitestgehend regulär trainieren. Zweikämpfe und geregeltes Mannschaftstraining sind zugelassen. Spiele gegen andere Mannschaften dürfen freilich noch nicht durchgeführt werden. Jedoch hoffen die Funktionäre und Vereinsverantwortlichen darauf, dass auch dieses Corona-Verbot bald der Vergangenheit angehören wird. Vorsorgehalber haben die meisten Klubs für den August bereits Testspiele vereinbart und hoffen dann auf den Restart. Offiziell mit Pflichtspielen fortgesetzt werden soll die Saison 2019/2020 mit dem neu eingeführten Ligapokal aber erst im September.

In einer Mitteilung informiert Kreisspielleiter Franz Bohmann über den Rahmen-Terminkalender, der allerdings von der Entwicklung im Zuge der Corona-Krise abhängig ist. Die Restsaison ist dabei in zwei Blöcke gegliedert. Gespielt wird von September bis Ende November 2020 und von Ende März bis Ende Mai 2021. Anschließend finden die Relegationsspiele statt. In einer sogenannten Webinar-Runde können sich die Vereinsvertreter am morgigen Sonntag zu den Gedankenspielen der Funktionäre äußern, wobei Franz Bohmann vorab klarstellt: „Priorität hat die Meisterschaft.“

Die Teilnahme am Ligapokal, und das betont der Kreisspielleiter ausdrücklich, ist freiwillig. Allerdings schränkt Franz Bohmann ein, dass der zusätzlich geschaffene Wettbewerb nur sinnvoll sei, wenn viele Vereine teilnehmen. Aufstiegsberechtigte zweite Mannschaften sind nur dann spielberechtigt, wenn die erste Mannschaft auch am Ligapokal teilnimmt. Wäre dies nicht der Fall, könnte es zu einer Wettbewerbsverzerrung kommen, indem die stärkeren Spieler vermehrt bei der „Zweiten“ eingesetzt werden. „Das wollen wir natürlich vermeiden“, so der Kreisspielleiter. Wie bereits berichtet, können über den Ligapokal Mannschaften den Aufstieg in die nächsthöhere Spielklasse über diese Hintertür realisieren beziehungsweise den Abstieg vermeiden, wenn im Zusatzwettbewerb erfolgreich sind. Voraussichtlich darf von den insgesamt 29 Kreisliga-Vereinen (Nord- und Westgruppe) eine Mannschaft über den Ligapokal nach oben, während es bei den Kreisklassisten (57 Teams) und A-Klassisten (55) je zwei Zusatzaufsteiger geben soll. Noch nicht klar ist, ob es von den insgesamt 81 B-Klassenteams im Kreis (davon sind nur 17 Erste Mannschaften) einen oder zwei Zusatzaufsteiger geben wird.

Sehr unterschiedlich fallen bei den Vereinen die Reaktionen über den Ligapokal und den erstellen Rahmenterminkalender nach dem Restart aus. Peter Aust vom Nord-Kreisligisten BC Schretzheim hätte sich gewünscht sich, dass im September zunächst normale Punktspiele statt Ligapokal auf dem Terminkalender gestanden hätten. Sollte beispielsweise im Oktober eine erneute Corona-Unterbrechung notwendig werden, träfe die Absage dann die wichtigeren Punktspiele statt den „zweitrangigen Ligapokal.“ Obwohl Aust kein Freund des Zusatzwettbewerbs ist, wird seine Mannschaft am Pokalgeschehen trotzdem teilnehmen. Aust: „Gar nichts zu spielen, ist auch keine Alternative.“

Mitspielen wird auch Kreisklassist TSV Unterthürheim, wie Abteilungsleiter Stefan Mayershofer erklärt. Noch nicht so richtig einordnen kann der TSV-Funktionär, welchen zusätzlichen Anreiz der Ligapokal bietet: „Da möchte ich schon noch genauere Details wissen“, betont der Unterthürheimer Fußball-Boss. Beispielsweise, ob es in der K.o-Phase ein Hin- und Rückspiel geben wird. Die Gruppenspiele, so Franz Bohmann, werden in einer einfachen Runde mit drei oder vier Mannschaften bestritten. Eingeteilt werden die Gruppen nach geografischen Gesichtspunkten, um möglichst viele Derbys und kurze Reisewege zu erhalten.

Dass sich mancher Vereinsvertreter über den Ligapokal den Kopf zerbricht, kann Christoph Nowak zwar nachvollziehen, Verständnis für Kritik hat er aber nicht: „Dieser Wettbewerb ist doch ein toller Anreiz“, sagt der Vorsitzende der SSV Dillingen. Überhaupt lobt Nowak das Krisenmanagement des Bayerischen Fußball-Verbandes (BFV) während der Pandemie. „Da wurde top Arbeit geleistet“, denkt der 46-Jährige an die vielen Lösungs-Arbeitsgruppen (LAG). Nowak selbst gehörte der LAG „Wechselrecht“ an. In der Kreisklasse Nord II steht Nowaks SSV Dillingen mit elf Punkten Rückstand auf Spitzenreiter TSV Binswangen auf Rang vier. Der direkte Aufstieg über die Meisterrunde scheint da bei zehn noch ausstehenden Spielen schwierig. „Vielleicht geht aber etwas über den Ligapokal“, hat sich der Dillinger Funktionär mit diesem Wettbewerb bereits angefreundet, noch ehe er begonnen hat.

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