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Kicklingen

14.12.2020

Ein Kicklinger ist „Bochumer“ durch und durch

Im Stadion drückt der Kicklinger Günther Maier dem VfL Bochum fest die Daumen. Groß ist bei ihm die Sehnsucht nach einer Rückkehr in die Erste Bundesliga.
Bild: gm

Plus Wie Sänger Herbert Grönemeyer drückt Günther Maier dem VfL fest die Daumen. Die seines Lieblingsvereins in die Bundesliga wäre für ihn die Erfüllung eines Traums.

„Hier, wo das Herz noch zählt“, heißt der Songtext von Herbert Grönemeyer, den der in Bochum aufgewachsene Sänger, Musikproduzent, Komponist und Schauspieler für einen Fußballverein geschrieben hat. Genauer gesagt für den VfL Bochum, Grönemeyers Lieblingsklub. Große Sympathien für den Zweitligisten aus dem Revier hegt auch der Kicklinger Günther Maier. Und das nicht erst seit einem Heimspiel des VfL gegen die SpVgg Greuther Fürth in der Saison 2018/2019 Damals traf er Grönemeyer nach dem Spiel auf der Tribüne. Bereits seit 25 Jahren fiebert der Lehrer an der Berufsschule in Lauingen mit den Bochumern. Günther Maier war gerade einmal 14 Jahre alt, als er in der Saison 1995/96 besonders beim Spielen des VfL, die in Ausschnitten in der „Sportschau“ gezeigt wurden, ganz genau hingesehen hat.

Auf einen "seltenen Zug" aufgesprungen

Seine Freunde und Schulkameraden interessierten sich derweil für den FC Bayern München, die Dortmunder oder Schalker. Mannschaften, die in der Ersten Liga spielten und auch auf internationaler Ebene Erfolg hatten. Doch auf den gleichen Zug wollte der heute 38-Jährige damals nicht aufspringen. Ein anderer Verein sollte es sein, dem er seine Sympathien schenkt. Es wurde der VfL Bochum. Wohlwissen, dass er als bayerischer Schwabe da gegen den Strom schwimmen würde. Aber die kämpferische Einstellung, welches das Team des damaligen Trainers Klaus Topmüller in der Saison 1995/96 an den Tag legte, hat Günther Maier imponiert. Der VfL holte sich die Zweitligameisterschaft, und belegte in der Folgesaison in Liga eins Platz fünf. „Der Einzug in den UEFA-Cup war für uns Bochum-Anhänger ein Traum“, erinnert sich der Kicklinger auch an die Auftritte auf internationaler Bühne. Es ging bis ins Achtelfinale, wo dann gegen Ajax Amsterdam das Aus erfolgt.

Obwohl der VfL in den Jahren danach zur Fahrstuhlmannschaft avancierte, bliebt Günther Maier den Blauen treu. Und am 28. April 2001 war es dann endlich soweit: Mit einem Klassenkameraden fuhr der Kicklinger mit dem Zug nach Bochum zu Heimspiel. Günther Maier saß im Ruhrstadion, als es in der Ersten Bundesliga gegen den FC Schalke 04 ging. Von der Stimmung beim 1:1 war er so angetan, dass er in den Folgejahren mindestens einmal pro Saison von Kicklingen aus ins 515 Kilometer entfernte Bochum gefahren ist. Meistens mit dem Auto, oft ganz allein. Freundschaften hat Günther Maier bei seinen Besuchen aufgebaut, unter anderem mit dem Fanbeauftragten des VfL Bochum, der ihm im vergangenen Jahr ein Originaltrikot des aktuellen Spielers Sebastian Maier hat zukommen lassen. Dieses Trikot hat er vergangenes Jahr mit in den Urlaub nach Fuerteventura genommen, damit er auch unter Palmen vom VfL träumen kann.

Klangvolle Namen in der Vereinshistorie

Dabei weiß Günther Maier, dass sein Namensvetter Sebastian Maier nicht zu den klangvollen Namen des Vereins zählt, mit dem der VfL in Verbindung gebracht wird. Ein Darius Wosz, der einstige Bundesliga-Torschützenkönig Thomas Christiansen, der jetzige FC Bayern-Star Leon Goretzka oder Kulttrainer Peter Neururer sind für Fußballexperten hingegen schon ein Begriff. Dazu gehört auch der aktuelle Trainer Thomas Reis, der in der Zweitliga-Meistersaison 1995/96 als Spieler stets mit Kampfgeist auf dem Platz voranging.

Nach dem letzten Erstliga-Abstieg in der Saison 2009/2010 hofft Günther Maier, dass Trainer Thomas Reis im laufenden Spieljahr gelingt, die Mannschaft wieder in die Beletage des deutschen Fußballs zurückzuführen. Momentan, so der Kicklinger, habe der VfL einen guten Lauf. Beim jüngsten 3:0-Heimsieg gegen den SC Paderborn, gelangen alle drei Tore innerhalb von sechs Minuten. Am heutigen Dienstag spielt Maiers Lieblingsklub bei Hannover 96, am Freitag dann zu Hause gegen den 1. FC Heidenheim. Wäre nicht Corona, der Kicklinger wäre wohl nach Bochum gefahren, um sich dann im Ruhrpott am Wochenende gleich auch noch ein zweites Spiel anzuschauen. So wie er es schon einige Male gemacht hat. Er war unter anderem in Dortmund, auf Schalke oder in Köln. „Es muss sich schon lohnen, wenn ich da hochfahre“, sagt Günther Maier und hofft, bald wieder ein Fußball-Wochenende im Westen einplanen zu können. In Bochum könnte der 38-Jährige ja auch mal in ein Musical gehen: „Starlight Express“ hat schon mehr als 17 Millionen Besucher angelockt. „Musicals sind aber nicht so mein Ding“, gesteht Maier, der in seiner Freizeit lieber im Fußballstadion sitzt. Und wer weiß, vielleicht ist ja dann Herbert Grönemeyer wieder in seiner Nähe ...

Fan-Tipp: Heute bei Hannover 96, am Freitag zu Hause gegen den 1. FC Heidenheim, Günther Maier traut „seinem“ VfL Bochum in der englischen Woche zwei 2:1-Siege zu. Sechs Punkte wären ein perfektes vorweihnachtliches Geschenk für den Kicklinger.

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