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Landkreis Dillingen

26.06.2020

Finale um Relegation: Wie das Bachtal mit dem FC Heidenheim fiebert

Heidenheims Trainer Frank Schmidt hat am Sonntag das entscheidende Spiel um die Bundesliga-Relegation vor der Brust. Viele Fans aus dem Bachtal und dem Landkreis Dillingen fiebern mit der Mannschaft um den Trainer aus Bachhagel.
Bild: Tom Weller, dpa

Plus Der 1. FC Heidenheim hat nicht nur bei Syrgensteins Bürgermeisterin Mirjam Steiner viel Sympathien. Am Sonntag drücken viele im Bachtal und im Landkreis Dillingen die Daumen.

Bereits mit sechs Jahren haben sie ihre Eltern in die Grundschule nach Heidenheim geschickt. Insgesamt drückte sie in der Kreisstadt auf der Ostalb 13 Jahre lang die Schulbank. Auch beruflich hatte die heute 41-Jährige viel mit Giengen und Heidenheim zu tun. Bis zu ihrer Wahl als Bürgermeisterin in ihrer Heimatgemeinde Syrgenstein im vergangenen März zog es sie über die bayerische Landesgrenze zum Arbeiten ins benachbarte Baden-Württemberg.

1. FC Heidenheim: Mirjam Steiner aus Syrgenstein drückt die Daumen

Kein Wunder, dass das Herz von Mirjam Steiner auch für die Zweitliga-Fußballer des 1. FC Heidenheim schlägt: „Ich drücke denen ganz fest die Daumen, dass sie in die Relegation kommen und dann in die Bundesliga aufsteigen“, beteuert die Kommunalpolitikerin vor dem Duell des 1. FCH am morgigen Sonntag bei Arminia Bielefeld (Anstoß ist um 15.30 Uhr).

Bild: Steiner

Steiner ist freilich nicht die Einzige, die im nordwestlichen Landkreis Dillingen mit den Kickern von Trainer Frank Schmidt mitfiebert. Nahezu alle Fußballfans aus dem Bachtal sind gespannt, wohin die Reise für das Team um Kapitän Marc Schnatterer geht. Einen ersten Wunsch hat der 1. FCH der Syrgensteiner Bürgermeisterin am vergangenen Sonntag beim Last-Minute-Sieg gegen den Hamburger SV bereits erfüllt: Durch das 2:1 ist der VfB Stuttgart so gut wie sicher in die Bundesliga aufgestiegen. Die Kicker aus der Hauptstadt Baden-Württembergs rangieren bei Mirjam Steiner hinter ihrem Lieblingsclub Borussia Dortmund an zweiter Stelle. Sollte der 1. FC Heidenheim über die Relegation den Aufstieg in die Beletage des deutschen Fußballs schaffen, könnte sich dies schnell ändern.

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Bewohner aus dem Bachtal zieht es nach Heidenheim

Wo die Bürgermeisterin am Sonntag die Partie in Bielefeld live im TV anschauen wird, war am Donnerstagabend noch offen. „Wahrscheinlich fahre ich nach Heidenheim und setze mich in ein Café in der Fußgängerzone und fiebere dort mit.“ Gut möglich, dass die Syrgensteinerin dort auch andere Menschen aus ihrer Heimatgemeinde antrifft. Denn auch im alltäglichen Leben zieht es die Leute aus dem Bachtal zum Shoppen, Flanieren oder Arbeiten aufgrund der räumlichen Nähe wesentlich mehr in die württembergische Kleinstadt denn nach Dillingen, Donauwörth oder Augsburg.

Dies bestätigt auch Frank Lanzinger, verantwortliches Mitglied der Fußball-Abteilungsleitung von Eintracht Staufen. Gerade einmal zwölf Kilometer sind es vom Syrgensteiner Ortsteil Altenberg, wo Lanzinger lebt, nach Heidenheim. Der 41-Jährige arbeitet seit mehreren Jahren als Marketingmanager in der Stadt des Tabellendritten der 2. Bundesliga und hat sich in der Voith-Arena schon manches Heimspiel der Blau-Roten angeschaut. Bei einem Aufstieg des 1. FCH kann sich Frank Lanzinger durchaus vorstellen, eine Dauerkarte zu kaufen. Von seinem Wohnort ins Stadion auf dem Schlossberg sind es gerade einmal 20 Minuten Fahrtzeit. Künftig einen Erstligisten vor der Haustüre zu haben, das wäre nicht nur für den Funktionär bei Eintracht Staufen eine „wunderbare Geschichte“. Viele Spieler in seinem Verein würden dies ebenso sehen und sind gespannt, wie das Fernduell mit dem HSV ausgeht. Die Ausgangslage sieht wie folgt aus:

So ist die Ausgangslage für den FC Heidenheim

Auf jeden Fall Dritter wäre die Truppe von Trainer Frank Schmidt bei einem eigenen Sieg in Bielefeld. Da kann der HSV im Parallelspiel gegen den SV Sandhausen so hoch gewinnen wie er will, Heidenheim hätte die Relegation gegen Werder Bremen oder Fortuna Düsseldorf sicher.

Ein Unentschieden würde Heidenheim dann genügen, wenn der HSV gegen Sandhausen ebenfalls nur remis spielt oder gar verliert.

Eine Niederlage reicht nur dann, wenn auch Hamburg verliert.

Spielt der HSV unentschieden und verliert der 1. FC Heidenheim, dann wären beide Mannschaften punktgleich. Die Hamburger hätten dann aber das bessere Torverhältnis und wären Relegationsteilnehmer.

Theoretisch könnten Marc Schnatterer, Stefan Schimmer und Co. sogar noch direkt aufsteigen. Bei einem eigenen hohen Sieg in Bielefeld und einer deftigen Niederlage des um drei Punkte besser platzierten Tabellenzweiten VfB Stuttgart im Heimspiel gegen den SV Darmstadt 98. Dann wären beide Teams gleichauf und das Torverhältnis müsste entscheiden. Der VfB liegt derzeit bei plus 23, der 1. FCH bei plus 12. Doch an ein solches Fußball-Wunder glaubt weder Mirjam Steiner noch Frank Lanzinger. Und wer Trainer Frank Schmidt kennt, der weiß, dass er sich mit so einem Szenario erst gar nicht beschäftigt.

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