Songwriters’ Night

14.03.2016

Handgemacht

Bei der achten Auflage der Songwriters’ Night im chili war auch die Band Johna mit von der Partie. Im Bild (von links) Kolja Pfeifer, Nadine Krämer und Rafael Hupfeld.
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Bei der achten Auflage der Songwriters’ Night im chili war auch die Band Johna mit von der Partie. Im Bild (von links) Kolja Pfeifer, Nadine Krämer und Rafael Hupfeld.

Achte Auflage begeisterte im Chili

Katrin Medde und ihre Kollegen nutzen die Gunst der Stunde. Als letzte Band schmeißen sie kurzerhand das geplante Setplay über den Haufen und verlängern ihren Auftritt um einige Lieder. Sehr zur Freude der gut 80 Zuhörerinnen und Zuhörer, die der achten Song-writers’ Night in der Dillinger Kul-turkneipe Chili vergangenen Sams-tag lauschen. Die temperamentvolle Künstlerin und ihrer Band, bestehend aus Bassist Florian Wenzel und Markus Zink am Schlagzeug, erweisen sich als ideale Besetzung zum Ende des Programms, dahinschlummern ausgeschlossen. Halten sich die Songs inhaltlich an bekannte Themen wie Liebe und Trennungsschmerz, so zeigt sich die musikalische Umsetzung umso vielseitiger. Ob an Gitarre oder Keyboard, ob auf Deutsch, Englisch oder Spanisch – mit ihrer rockigen Stimme und ihrem lebendigen Auftritt begeistert die Stuttgarterin das Publikum und erntet üppigen Beifall.

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Den Abend eröffnet hatte Lucía Caramés. Sie präsentiert sich in klassischer Singer-Songwriter-Manier einzig mit Gitarre und Gesang. Ihr Auftritt ist damit aber nur optisch schlicht, künstlerisch verleiht es der Darbietung etwas sehr pures. Lucía Camarés kommt ursprünglich aus Madrid und lebt derzeit in München. Mit ihren Liedern in spanischer Sprache entführt sie die Zuhörerschaft gedanklich an ferne Strände und zu warmen Sonnenuntergängen. Auch wenn die meisten Anwesenden wohl nicht wörtlich verstehen, von was in den Liedern die Rede ist, so ist die Leidenschaft in den Kompositionen deutlich zu spüren, beispielsweise in „Cristos de Madera“, welches die Interpretin anlässlich des Todes ihres Vaters geschrieben hatte.

Als zweiter Songwriter des Abends darf Sihna Maagé auf die Bühne. Es sei ihr erster Soloauftritt seit Jahren berichtet die 22-Jährige, die sonst Konzerte zusammen mit anderen Musikern spielt. Dass sie aber auch allein bestens zurecht-kommt, beweist sie mit ihren Fähigkeiten an Gitarre und Keyboard. Mit dieser Instrumentalbegleitung erschafft sie eine ganz besondere Atmosphäre, die an manchen Stellen James-Bond-Charakter hat. Dazu passt der Gesang. Der wandelt zwischen Soul und Pop aber auch in zarten Passagen mit Kopfstimme glänzt sie. In dem Lied „Chains“ singt Maagé von den Problemen des Alltags. Von Dingen die zwischen Job und Uni zu erledigen sind und von denen sie sich manchmal wie angekettet fühlt. Bis aus Köln ist die junge Musikerin angereist um in Dillingen zu spielen. Der Kontakt zu Robert Christa, dem Organisator der Songwriters’ Night, entstand über die Band Johna. Die kommt ebenfalls aus Köln und war nach ihrem Auftritt im November 2014 wieder Teil von Christas Event, der sich damit für kreative Musiker abseits von Cover und kommerziell ausgerichtete Gruppen einsetzt. „Wir unterstützen ausschließlich Künstler, die ihre Lieder selbst schreiben. Bisher hatten wir hier viele lokale Musiker auf der Bühne, heute kommen unsere Gäste eben von etwas weiter her“, sagte Christa. Als Art Geschichtenerzähler präsentiert sich Johna, bestehend aus Nadine Krämer, Kolja Pfeiffer und Rafael Hupfeld. Der Titel „Ballad of the Gambler“ beispielsweise entstand während einer USA-Reise der Band in Las Vegas und erzählt von einem Obdachlosen, der vor 16 Jahre sein komplettes Vermögen an einem Wochenende verspielt hat und seitdem auf Ferien sei. Als Abschluss des Abends rief Christa noch einmal alle Künstler auf die Bühne und entließ das Publikum mit einem Gemeinschaftsauftritt.

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