Buttenwiesen

27.11.2019

Kraftakt Klassenerhalt

Für Buttenwiesens Turner – hier am Seitpferd Daniel Kehl – bedurfte es auch in dieser Saison eines Kraftakts, um in der Zweiten Bundesliga zu bleiben.
Bild: Roland Stoll

Turnen: Auch in der abgelaufenen Saison musste der TSV Buttenwiesen bis zum letzten Wettkampf zittern. Warum nicht alles rund lief und an welchen Geräten es wenig Scorepunkte gab.

Wie schon im vergangenen Jahr haben die Zweitligaturner des TSV Buttenwiesen ihre Anhänger bis zum letzten Wettkampftag auf die Folter gespannt. Erst als am vergangenen Samstag klar war, dass nicht nur das eigene Duell beim neuen Meister TV Schiltach mit 22:61 Punkten verloren wurde, sondern auch die Mitkonkurrenten im Abstiegskampf, der TV Bühl und der TSV Monheim, Federn lassen mussten, hatten Teammanager Luitpold Friedel und all die anderen Verantwortlichen der Zusamtaler die Gewissheit, eine weitere Saison für Liga zwei planen zu können. Aufgrund der mehr erzielten Gerätepunkte gegenüber dem TSV Monheim und dem TV Bühl hat es gerade noch gereicht. Für die Fans stellt sich allerdings schon jetzt die Frage, ob es dann erneut eines Kraftakts und der Schützenhilfe anderer Vereine bedarf, um den Klassenerhalt erneut zu sichern?

Buttenwiesen brauchte Schützenhilfe

Das mit der „Schützenhilfe“ am letzten Wettkampftag durch die TG Allgäu (58:19 gegen die TV Bühl) und von Exquisa Oberbayern (60:26 gegen den TSV Monheim) will Luitpold Friedel freilich so nicht stehen lassen. „Die beiden Vereine haben schon aus eigenem Interesse gewonnen“, verweist er auf deren gute Endplatzierungen. Exquisa Oberbayern wurde Dritter, die TG Allgäu Vierter. Tabellenregionen, in die eigentlich auch der TSV Buttenwiesen vorstoßen wollte. Doch die frühen Ausfälle von Fabian Ullrich und Florian Raab haben dazu beigetragen, dass der ehemalige Erstligist (Saison 2013) verstärkt Turner aus dem eigenen Nachwuchs an die Geräte schicken musste. Diese, so Luitpold Friedel, haben ihre Aufgaben zum Teil mit Bravour erledigt. Vor allem Adrian Seifried, der am Pferd in allen sieben Wettkämpfen zum Einsatz kam, und Elija Bach, der sich insbesondere am Boden, an den Ringen und am Reck beweisen durfte. Trotzdem: Einen Florian Raab zu ersetzen, war nicht möglich. Der Ehinger in den Reihen des TSV Buttenwiesen gilt als ausgesprochener Mehrkämpfer und kommt im Normalfall an allen sechs Geräten zum Einsatz. Inzwischen habe sich Raab von seinem Bandscheibenvorfall gut erholt. „Wir hoffen, dass er in der nächsten Saison wieder voll angreifen kann“, blickt Teammanager Friedel schon voraus. Auch mit Fabian Ullrich rechnen dann Trainer Dietmar Kehl und Mannschaftsführer Markus Sommer wieder. Froh sind die Buttenwiesener, dass der Engländer Jake Jarman bereits fest zugesagt hat, auch im Jahr 2020 für den TSV wieder an den Start zu gehen.

Der 18-Jährige war mit 90 Scorepunkten bei insgesamt 26 Übungen der fleißigste Punktesammler der Buttenwiesener. Die meisten Zähler sammelte Jarman am Pferd (26), gefolgt vom Sprung (20) und Barren (19). Leer ausgegangen ist er lediglich an den Ringen, doch da kam er nur einmal zum Einsatz. Nicht so gut gelaufen ist es bei einem anderen Ausländer. Der Ukrainer Volodymyr Hrybuk konnte den Zusamtalern nur an den Ringen so richtig helfen. Hier fuhr er bei fünf Einsätzen 24 Scorepunkte ein, am Boden, beim Sprung und am Barren ging er leer aus. Landsmann Oleksander Petrenko war insgesamt nur viermal im Einsatz und holte da am Pferd drei Punkte, am Reck waren es deren sieben. Und wie schnitten die deutschen Starter ab? Elija Bach fuhr mit 19 Scorepunkten noch die meisten ein. Am Boden (9) und an den Ringen (10) konnte er gegen seine Konkurrenten durchaus mithalten, am Reck gelang ihm bei sechs Einsätzen kein Punktgewinn. Auf immerhin 18 Scorepunkte kam Daniel Kehl, der am Boden, am Pferd, beim Sprung und am Reck zum Einsatz gekommen ist. Eigentlich ist der Boden das stärkste Gerät des 18-Jährigen, bei allen sieben Wettkämpfen musste er aber den jeweiligen Gegnern zum Sieg gratulieren. Das war in aller Regel der beste Turner der Konkurrenz: „Daniel hatte das Pech, dass der Gegner in der Regel immer seinen starken Ausländer gegen den besten deutschen Turner antreten lässt, und das ist bei uns eben der Daniel“, erklärt Luitpold Friedel dessen Bilanz an dem Gerät, an dem ein Bundesliga-Wettkampf eröffnet wird. Die meisten Scorepunkte (10) sammelte Kehl am Sprung.

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An jenem Gerät, das der Mannschaft am meisten liegt und wo es nur im Duell gegen Exquisa Oberbayern eine Niederlage gab (1:5). Gegen die TG Allgäu wurde am Boden eine Punkteteilung (5:5) erzielt, alle anderen Vergleiche wurden gewonnen. „Das hat uns letztlich den Klassenerhalt beschert“, weiß Luitpold Friedel um das Lieblingsgerät seiner Truppe. Sehr schlecht gelaufen ist es dagegen am Barren mit nur einem Gerätesieg gegen Monheim und am Reck. Hier gelang nur gegen Absteiger TV Bühl ein Erfolg (9:8), außerdem gab´s ein 6:6 gegen Monheim. Am Boden, am Pferd und an den Ringen wurden jeweils zwei der sieben Duelle gewonnen.

Im Hinblick auf die Saison 2020, die Mitte September beginnt, wollen die Buttenwiesener laut Friedel die Trainingsintensität am Barren und Reck erhöhen, um konkurrenzfähiger zu werden. Auch eine Neuverpflichtung eines deutschen Turners soll dann zur mehr Stabilität im Team beitragen. Schließlich, so Luitpold Friedel, müsse auch Nicolai Ullrich ersetzt werden. Der 29-jährige Lehrer an einer Schule in München könne aus beruflichen Gründen nicht mehr so viel trainieren, wie es für die Zweite Liga erforderlich ist, sagt Teammanager Friedel. Unter den Zuschauern dürfte der langjährige Kapitän des TSV Buttenwiesen in der kommenden Saison wohl aber anzutreffen sein. Vor allem bei den Heimwettkämpfen. Trotz der sportlichen Probleme in den vergangenen beiden Jahren war der Besuch in der Riedblickhalle mit rund 350 Zuschauern im Schnitt ausgesprochen gut.

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