Newsticker
EU kauft bis zu 1,8 Milliarden weitere Biontech-Impfdosen
  1. Startseite
  2. Lokales (Dillingen)
  3. Lokalsport
  4. Landkreis Dillingen: Corona hat auch den Jugendfußball im Landkreis im Griff

Landkreis Dillingen
29.03.2021

Corona hat auch den Jugendfußball im Landkreis im Griff

In kleinen Gruppen und kontaktlos – anders war zuletzt Jugendfußball-Training nicht möglich.
Foto: Leitenstorfer

Nicht nur Spielleiter hoffen auf Trainings- und Spielbetrieb für den Nachwuchs, auch die Vereine im Kreis Dillingen stellen sich den Herausforderungen der Corona-Pandemie.

Kaum jemand sehnt die Rückkehr in den normalen Trainings- und Spielbetrieb so herbei wie der Nachwuchs. Die Kinder wollen sich bewegen, austoben, miteinander reden und sich treffen. Doch die Corona-Beschränkungen schieben dem unbeschwerten sportlichen Miteinander weiterhin einen Riegel vor. Über die aktuelle Lage im regionalen Jugendfußball äußern sich hier Spielleiter und Verantwortliche aus den Vereinen.

Ob der zahlenmäßige Rückgang der Nachwuchsfußballer/innen im Bezirk Schwaben auf die Corona-Pandemie zurückzuführen ist, kann keiner sagen. Aber Tatsache ist, dass die Zahl jungen Kicker und Fußballerinnen in Schwaben gesunken ist. In der Spielzeit 2020/21 waren 23299 Nachwuchsfußballer/innen gemeldet. In der Spielrunde 2019/20 waren es noch 663 mehr gewesen. Bei den Mannschaftsmeldungen wurden im Kreis Donau für die Spielzeit 2020/21 insgesamt 36 Teams weniger gemeldet als noch eine Saison zuvor. Die bestätigen unisono Jugendgruppenspielleiter Kris Streiber und Jugendgruppenspielleiterin Jennifer Streiber (beide Dillingen).

Sie haben sich erst dieser Tage im Landkreis umgehört. Grundsätzlich sei momentan nur ein kontaktfreies Training möglich. Bei Vereinen und Eltern sei teilweise große Verunsicherung festzustellen. Über allen Überlegungen schwebe das Damokles-Schwert der Inzidenzwerte.

Streiber hofft auf Spielbetrieb

Dennoch bestehe weiter die Hoffnung, dass der Spielbetrieb wieder aufgenommen werden könne. „Die Saison der Junioren läuft bis 31. Juli. Aktuell bleiben uns damit noch vier Monate, um die ausstehende Spieltage durchzuführen“, stellt Kris Streiber fest: „Im Hintergrund planen wir im Kreis schon die Frühjahrsrunde. Sobald die Regierung die Erlaubnis erteilt, könnten wir mit eine paar Tagen Vorlaufzeit starten.“

Durch die „vorsichtige“ Planung zu Beginn der Saison mit kleineren Ligen und einer Halbrunde sei ein sportlicher Abschluss der ersten Spielrunde noch möglich. Streiber: „In vielen Ligen sind nur noch wenige Partien offen, sodass wir im Sommer sportlich die Aufsteiger aus der Kreisliga in die BOL stellen können. In den Gruppen und Kreisklassen wird im Frühjahr neu eingeteilt. Da es im Kleinfeld – E- und F-Jugend – kein Auf- und Abstieg gibt, wird die Herbstrunde als beendet erklärt und wir fangen bei Null mit einer einfachen Runde an.“

Jedem Jugendlichen soll die Möglichkeit gegeben werden, wieder am Spielbetrieb teilzunehmen. „Wir hoffen, dass die Kinder so schnell wie möglich wieder auf den Platz mit normalen Trainingsmöglichkeiten dürfen“, so Streiber.

Kontaktfrei in Unterthürheim

Mit dieser Hoffnung liegt er auf einer Linie mit Werner Mayershofer vom TSV Unterthürheim: „Wir trainieren zunächst wieder mit Kindern unter 14. Jahren. Die A-Jugend hat am 22. März begonnen. Natürlich nach Hygienekonzept, kontaktfrei und mit nur einer Mannschaft auf dem Platz“, erklärt Mayershofer die Lage: „Und an den Tagen, an welchen es zwei Teams sind, ist immer eine halbe Stunde Pause dazwischen, damit sich die jungen Kicker nicht begegnen.“ Mayershofer ist seit 21 Jahren Jugendleiter beim TSV. „Ich habe immer noch die Hoffnung, dass wir mit der Saison starten dürfen“, sagt er, „wenn es zu einem Abbruch der Saison kommen sollte, kann ich auch damit leben.“ In diesem unerfreuliche Fall hoffe er allerdings auf Freundschaftsspiele und den Saisonbeginn im September. Mayershofer: „Ziel von uns ist, dass sich die Kinder treffen und auspowern können und hoffentlich ein Mal pro Woche trainieren dürfen.“

Wilfried Mayer ist Jugendkoordinator für die U13/U15 des FC Lauingen und hat in seiner langen Fußball-Laufbahn schon viel erlebt, freilich nichts so unerfreuliches wie die Corona-Einschränkungen. Der frühere Schwaben- und Bayernauswahlspieler engagiert sich seit zehn Jahren in der Nachwuchsabteilung seines Stammvereins und zeichnet erheblich Anteil an deren Aufschwung. „Bereits kurz nach dem Lockdown haben wir unsere Jungs auf dem Platz unter Beachtung der Hygienevorgaben wieder zusammengeholt. Die Freude und Begeisterung waren riesengroß, endlich wieder auf grünem Rasen und unter Freunden dem geliebten Sport nachgehen zu dürfen“, stellt der 59-Jährige fest.

Die Lauinger haben ihre Kinder während der vergangenen Lockdown-Monate mit zahlreichen digitalen Aktionen bei der Stange gehalten, wofür es jetzt auch eine Auszeichnung der Sepp-Herberger-Stiftung gibt (siehe Beitrag unten auf dieser Seite).

Lauingens Wilfried Mayer: "Durchaus verantwortbar"

Mayer: „Ich weiß aber auch, dass es Vereine gibt, bei denen während des Lockdowns so gut wie nichts gelaufen ist. Ich hoffe, dass wir dadurch nicht allzu viele Kinder an bequemere und rechnergestützte Alternativen zu Hause verlieren.“ Er glaubt, es sei durchaus verantwortbar, dass Sportler im Freien ihren Sport, auch in Gruppen, ausüben. „Der Schaden, dies langfristig nicht tun zu dürfen, ist unter gesellschaftlichem und sozialem Aspekt weitaus größer. Die Kinder brauchen Bewegung, Anstrengung, Spiele, das Austoben, zusammen mit Freunden in jeglicher Hinsicht“, so Wilfried Mayer.

Der Lauinger sagt grundsätzlich: „Wir dürfen Kinder auch nicht unterschätzen. Ich habe festgestellt, dass Mädchen und Jungs in diesem Alter sehr wohl Eigenverantwortung übernehmen was den Umgang mit anderen, insbesondere älteren Menschen, unter Pandemiebedingungen betrifft.“ Nun befürchtet Wilfried Mayer, dass es aufgrund der steigenden Inzidenzzahlen das Training wieder auf „digital“ umgestellt werden muss. „Wir hatten uns als Gruppe auch für den virtuellen Duathlon des TV Lauingen angemeldet. Wir nehmen gerade jede Gelegenheit wahr, um die Kinder bei Laune zu halten und sportlich zu fordern“, sagt Mayer.

Lesen Sie auch:

Themen folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

Das könnte Sie auch interessieren