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Fußball

20.11.2020

Mit Netzer, Weisweiler und Matthäus fing alles an

Der Schwenninger Gladbach-Fan Josef Ebermayer (links) zusammen mit dem Brasilianer Dante im Jahr 2012 auf dem Gelände vor dem Borussia-Park.
Bild: fcs

Plus Fanszene: Der Schwenninger Josef Ebermayer drückt Borussia Mönchengladbach schon lange die Damen. Zwei Zusamtaler tun dies auch.

Die wehenden Haare von Günter Netzer, später das kraftvolle Spiel von Lothar Matthäus und die besonnene Art von Trainer Hennes Weisweiler waren der Grund, weshalb der Schwenninger Josef Ebermayer Fan von Borussia Mönchengladbach geworden ist. Als kleiner Bub hat in sein Vater in den 1970er-Jahren oft zum Fußball mitgenommen. Nicht nur auf den örtlichen Sportplatz, sondern vor allem auch vor den Fernseher zur Kultsendung „Die Sportschau“ am Samstag. Je mehr der heute 52-Jährige damals die Fohlen vom Böckelberg über den Bildschirm galoppieren sah, desto mehr konnte sich Ebermayer für deren offensive Spielweise begeistern.

Frühkindliche Prägung

1977 war es dann für den damals neunjährigen Bub soweit: Mit Papa Josef, der auch Fan des 1. FC Nürnberg ist, fuhr er ins Olympiastadion nach München, um seine Borussen erstmals live im Stadion zu sehen. „Ich war ziemlich aufgeregt“, erinnert sich der Schwenninger an den Ausflug in die bayerische Landeshauptstadt und an die 1:3-Niederlage seiner Lieblingsmannschaft. Diese hatte jedoch zur damaligen Zeit einen ausgesprochenen Höhenflug, wurde 1975, 1976 und 1977 dreimal in Folge Deutscher Meister. Insgesamt stehen fünf nationale Titel, drei Pokalsiege (1960, 1973, 1995) sowie die UEFA-Cup-Sieg in den Jahren 1975 und 1979 auf dem Briefkopf der Fohlen. Dass Ebermayer beim erwähnten Ausflug ins Münchner Olympiastadion erstmals mit einer eigenen Borussia-Fahne und einem Fanschal in schwarz-weiß-grün ausgestattet war, werde er ein Leben lang nicht vergessen.

Dies hat der Dipl. Ingenieur auch schon einigen seiner Arbeitskollegen bei der Firma Verotech in Lauingen sowie seinem Freund Peter Piak, Trainer beim Kreisligisten SV Kicklingen-Fristingen, erzählt. Apropos Trainer: Josef Ebermayer trainiert zur Zeit die D-Jugend der SG Schwenningen, wo sein Sohn Noah aktiv ist. Auch die erste Mannschaft seines Heimatvereins hat er schon zweimal als Spielertrainer gecoacht, bevor es später zur Fusion mit dem SC Blindheim gekommen ist. Spiele des Nachfolgeklubs FC Donauried schaut er sich gelegentlich ebenso an wie solche des SV Donaumünster. Seit ein paar Jahren wohnt Ebermayer nämlich im Schwenninger Nachbarort.

Im alten und im neuen Stadion

Doch zurück zum Gladbach-Fan: Erstmals zu einem Spiel in die Stadt am Niederrhein mit seinen circa 270.000 Einwohnern zog es ihn in den 1980er-Jahren. „Ich war fünfmal am Bökelberg und fünfmal im neuen Stadion, im Borussia-Park“, zählt Ebermayer auf. Spiele gegen den FCA seien auch dabei gewesen. So wie im Jahr 2012, als er nach einem torlosen Remis den damaligen Gladbach-Brasilianer Dante traf und schnell ein Erinnerungsfoto geschossen wurde.

Neben seiner Borussia sei der Augsburger Bundesligist der zweite Verein, für den sein Herz schlägt. Am morgigen Samstag treffen beide Teams erneut aufeinander. Die Gefühlslage vor dem Duell beschreibt Ebermayer so: „Gladbach drücke ich als Fan die Damen, dem FCA als Sympathisant“. Sprich, wenn die Partie am Ende unentschieden endet, weinen würde Ebermayer deshalb nicht. Während die Borussia für den Fußball-Fan immer eine Reise wert ist, sei es die Stadt Mönchengladbach nicht gewesen. „Die gibt nicht viel her. „Am Abend vor oder nach einem Spiel bin ich meistens in Düsseldorf ausgegangen“, berichtet er von tollen Kneipen in der Nachbarstadt.

Löwe drückt "Fohlen" die Daumen

Noch länger als Josef Eberhard ist Henner Löwe aus Buttenwiesen Fan der ehemaligen "Fohlen"-Elf. Das liegt an dessen Alter. Löwe ist dieses Jahr 70 geworden. Für den ehemaligen Mitarbeiter im Buttenwiesener Rathaus waren neben Günter Netzer vor allem auch Berti Vogts, Jupp Heynckes und Herbert Laumen Vorzeigekicker, von denen er noch heute schwärmt. Das erste Mal im Stadion in Gladbach war Löwe vor zehn Jahren. Als Geschenk zu seinem 60. Geburtstag hat er dorthin eine Reise mit Eintrittskarte zum Spiel gegen den VfL Wolfsburg geschenkt bekommen. 0:4 verlor die Borussia. Ein zweites Mal war Henner Löwe voriges Jahr Zuschauer im Borussiapark. Und wieder hieß der Gegner Wolfsburg. „Diesmal gab es gegen die Wölfe nur eine 0:3-Niederlage“, nahm er auch diese Schlappe mit Galgenhumor.

Mit keinem Erfolgserlebnis fuhr auch Daniel Reuter bei seinem ersten Besuch eines Borussen-Spiels nach Hause zurück. Der 25-jährige Zusamaltheimer fuhr vor einigen Jahren mit dem 1860-München-Fanklub aus seinem Heimatort nach Mönchengladbach und musste dort mit ansehen, wie die Sechziger mit 2:1 gewannen. Auch Vater Manfred – ebenfalls Gladbach-Fan – sei traurig gewesen. Wie Josef Ebermayer und Henner Löwe kann Daniel Reuter mit Niederlagen seines Lieblingsklubs leben. In dieser Saison, davon sind alle drei überzeugt, werden am Ende aber wesentlich mehr Erfolgserlebnisse als verlorene Spiele in der Endtabelle zu verzeichnen sein.

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