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Wertingen

18.07.2020

Mit Technik und Präzision in Richtung Daube

Leo Reitenberger ist Chef der Wertinger Stockschützen.
Bild: Schuster

Plus Mein Sportverein (13): Leo Reitenberger leitet die rund 30 Stockschützen des TSV Wertingen. Die Abteilung gibt es schon seit 68 Jahren, besonders stolz ist der Spartenchef aber auf eine ganz besondere Saison seiner Damen.

Etwas Kraft ist kein Fehler. In erster Linie kommt es aber auf Präzision und Technik an. Wer dann zum ersten Mal das Stockschießen ausprobiert, sollte sich nicht mit den vielen Feinheiten und Regeln der jahrhundertalten Sportart aufhalten. Es reicht, wenn der Schütze versucht, den Stock einfach geradeaus in Richtung Daube zu befördern. Die Daube ist das Zielobjekt. Wer näher dran ist, der gewinnt. Das gilt auch für die Stockschützen des TSV Wertingen um ihren Chef Leo Reitenberger.

Der 63-Jährige ist seit zwölf Jahren selbst aktiv, noch immer macht er auf der Anlage am Judenberg „eine Maß“ – so wird ein maßvoller Schuss möglichst nahe an die Daube genannt. Reitenberger stellt gleich fest: „Stockschießen ist kein Altherren-Sport. Und verwechseln sie uns nicht mit Curling!“ Die TSV-Abteilung Stockschießen wurde bereits 1952 gegründet und zählt aktuell rund 35 Mitglieder. Spartenleiter ist seit 2018 Leo Reitenberger: „Das Besondere am Stockschießen ist die Bewegung an der frischen Luft, der Sport kann auf unserer wunderschönen Anlage von allen Altersgruppen ausgeübt werden.“

Das Stockschießen ist in seiner Eisstock-Variante ursprünglich eine Wintersportart, und auch die Wertinger Aktiven gehen das ganze Jahr über begeistert ihrem Hobby nach. Ist ihre Asphalt-Anlage mit Schnee bedeckt, wird sie freigeräumt. „Liegt eine Eisschicht drauf, können wir dem Ursprung der Sportart nachgehen“, sagt Reitenberger. Das Training in Eishallen sei inzwischen sehr kostenintensiv geworden. „Außer unserer Damenmannschaft, die dann bis nach Königsbrunn fahren muss, trainiert keiner mehr auf dem Eis.“ Die Zahl der Turniere auf den Eisflächen sein inzwischen stark rückläufig, die Startgelder sehr hochpreisig.

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„Die meisten Wettkämpfe finden im Sommer statt, wir sind pro Sommersaisson bei rund zehn Turnieren unterwegs. Wir nehmen an zahlreichen Turnieren im Landkreis und teilweise in ganz Bayern teil“, erklärt der Spartenleiter.

Das sportliche Aushängeschild der TSV-Abteilung sind deren Damen, die 2015 für ein Jahr in der Zweiten Bundesliga auf Punktejagd gingen. Zurzeit schießen sie in der Bezirksoberliga ihre Stöcke ab. Die Mixedmannschaft aus Damen und Herren spielt bei freien Turnieren ihre Kehren – so wird ein Durchgang genannt. Ein Spiel besteht aus sechs Kehren, pro Kehre können neun Punkte erzielt werden. Reitenberger: „Im Juni oder Juli veranstalten wir normalerweise in jedem Jahr ein freies Turnier mit elf Mannschaften an einem Samstag. Es findet auch jährlich unser traditionelles Jedermannsturnier für Stadtvereine statt. Dieses ist immer sehr gut besucht und wird von den Vereinen sehr gut angenommen.“

Seit 1980 besitzt die TSV-Anlage auch eine schöne Vereinshütte, welche komplett in Eigenleistung der Mitglieder errichtet wurde. Jeden Montag schießen die Senioren mit viel Spaß ihre Stöcke Richtung Daube, anschließend gibt es immer Kaffee und Kuchen in einer geselligen Runde.

Auch die Wertinger Eisstockschützen mussten allerdings während der Corona-Pandemie die Bahnen verlassen. Alle Turnier bis Ende August sind abgesagt. „Wir konnten erst Mitte Juni wieder mit dem Training beginnen.“ Dabei ist jeweils eine Anwesenheitsliste zu führen. Zudem ist bei einem Schub der Mindestabstand von eineinhalb Meter einzuhalten.

Grundsätzlich stellt Leo Reitenberger fest: „Eisstock ist trotz seiner langen Tradition ein moderner Sport. Leider fehlt aber der Nachwuchs bei den Stockschützen. Daher würden wir uns über jeden Neuzugang freuen, der mal einen Schub ausprobieren möchte. Egal ob Jung oder Alt.“ Immer montags und donnerstags findet ab 19 Uhr das Training gemeinsam mit den Stockschützen vom TSV Binswangen auf dem Wertinger Judenberg statt.

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