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Dillingen

22.07.2020

Ohne Mädels, aber unverdrossen

Dillingens Andreas Ludewigt ist Volleyballer von ganzem Herzen.
Bild: Schuster

„Mein Sportverein“ (14): Andreas Ludewigt und seine Dillinger Herren sind Aufstiegskandidat. Der Volleyball-Abteilungsleiter hat die Hoffnung auf Damen aber noch nicht aufgegeben.

Innerhalb Schwabens ist die Volleyballabteilung des TV Dillingen eine gute Adresse. Im Landkreis Dillingen ist sie neben dem TV Gundelfingen und dem TV Lauingen der einzige Verein, in welchem dieser schnelle Ballsport betrieben werden kann. Seit der Gründung 1982 wird beim TV Dillingen gebaggert, gepritscht und geschmettert. Zu den Gründungsmitgliedern gehört BLSV-Kreischef Alfons Strasser, der die Hobby-Volleyball-Truppe 1982 damals in den TV Dillingen integrierte. Inzwischen zählt die Sparte rund 75 Mitglieder und seit zehn Jahren heißt der Spartenleiter Andreas Ludewigt. Der 34-Jährige fungiert zudem seit 17 Jahren als Trainer und ist seit fünf Jahren Zweiter TVD-Vorsitzender.

„Das Besondere an unserer Rückschlag-Sportart ist, dass wir nur im Team erfolgreich sein können“, stellt er heraus: „Der kontaktlose Sport wird mit sehr viel Ehrgeiz gelebt, aber die Mannschaften begegnen sich jederzeit respektvoll und in einem guten Ton. Volleyball ist geprägt von Tempowechseln und taktischen Spielzügen“, beschreibt Ludewigt seine Faszination.

Volleyball fasziniert

Jeder Spieler sei gefordert und habe seine spezielle Funktion zu erfüllen. Wird zum Beispiel der Aufschlag des Gegners punktgenau zum eigenen Zuspieler angenommen, bedeutet dies nicht, dass der folgende Angriff automatisch erfolgreich verläuft. Der Gegner versucht mittels Block die Angriffsrichtungen zu versperren, um so das Handlungsfeld einzugrenzen oder eine Feldverteidigung aufzubauen. Die angreifende Mannschaft hingegen versucht den gegnerischen Block durch Täuschungen zu überfordern.

Seine Dillinger Herren seien „ein „bunter Haufen“, so Andreas Ludewigt: „Bei uns findet man verschiedene Nationalitäten, Dialekte, Altersgruppen und Spielniveaus. Vom talentierten Anfänger bis hin zum zu einem ehemaligen Drittliga-Spieler gehen hier alle gemeinsam ans Netz“, berichtet der Spartenleiter.

Der TV Dillingen schickt allerdings nur noch eine Herrenmannschaft auf Punktejagd in der Bezirksklasse. Damen-Volleyball gibt es in der Kreisstadt seit drei Jahren nicht mehr. Es mangelte an Nachwuchs, um die Abgänge wegen Schwangerschaft oder Studium auszugleichen. „Das schmerzt uns schon sehr, da hier im Moment auch noch keine Besserung in Sicht ist“, erzählt der Abteilungsleiter.

Ludewigt trauert Chance nicht nach

Seine andere große Sorge ist die Corona-Pandemie. Auch die Volleyballer mussten deswegen die Halle verlassen und die Saison 2019/20 noch vor dem Lokalderby gegen den TV Lauingen abbrechen. Dabei hatte sich der TVD nach schwächerem Beginn im Lauf der Runde immer mehr gesteigert. Die Leistungskurve zeigte immer mehr nach oben. Ludewigt: „Wäre die Saison nicht vorzeitig beendet worden, hätten wir eventuell noch einen Relegationsplatz für die Bezirksliga erreichen können. Jetzt starten wir halt zur neuen Saison wieder in der Bezirksklasse, sollten aber definitiv als Aufstiegskandidat gelten, da wir personell sehr gut aufgestellt sind.“,

Nach den Wettkämpfen wollen sich die TVD-Volleyballer dann auch immer wieder im Delphi treffen, um nach der Anstrengung noch ein, zwei Bierchen zusammen zu genießen. Das interne Volleyballturnier, bei welchem der Sieger einen Maibaum erhält, konnte wegen Corona in diesem Jahr nicht durchgeführt werden. Die Volleyballer durften erst im Juni wieder in die Hallen zurückkehren, bei den Übungsformen musste noch der Mindestabstand von eineinhalb Meter eingehalten werden. „Wir hoffen das wir Ende September unseren gewohnten Spielbetrieb wieder aufnehmen dürfen. Da aber niemand weiß, wie sich die Pandemie entwickelt, steht der Saisonstart noch in den Sternen“, so Ludewigt.

Beim TV Dillingen herzlich willkkommen

Dennoch wirbt er: „Wer gerne unseren Sport ausprobieren will, ist beim TVD herzlich willkommen“, sagt Ludewigt: „Die Herren trainieren immer Montag und Freitag, wir würden uns über Nachwuchs sehr freuen, da wir gerne eine zweite Mannschaft auf Punktejagd schicken würden.“ Überhaupt wünscht er sich, „dass nach Corona wieder viele Spieler wieder in die Halle“. Die Pandemie habe gezeigt, wie die Gemeinschaft in einem Verein das Leben bereichern kann. „Daher wäre es toll, wenn die Corona-Krise das Bewusstsein und die Bereitschaft für mehr Engagement in einem Sportverein fördert“, hofft Andreas Ludewigt. Und die Hoffnung, in naher Zukunft auch wieder eine Damenmannschaft stellen zu können, hat Andreas Ludewigt nicht aufgegeben.

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