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Höchstädt/Möttingen

09.07.2020

Rassismus: Jetzt gibt es ein Urteil zum Spielabbruch der SSV Höchstädt

Acht Monate nach dem Spielabbruch der SSV Höchstädt beim TSV Möttingen gibt es nun ein Urteil. Damals gab es eine rassistische Beleidigung.
Bild: Alexander Kaya (Symbol)

Vor acht Monaten wurde die Kreisliga-Partie der SSV Höchstädt beim TSV Möttingen nach einer rassistischen Beleidigung abgebrochen. Nun liegt ein Urteil vor.

In der Zeit vor der Corona-Pause hatte ein Spielabbruch in der Kreisliga Nord für reichlich Wirbel gesorgt. Am 17. November waren die Kicker der SSV Höchstädt nach der Halbzeitpause nicht mehr aufs Spielfeld zurückgekehrt, weil ihr Spieler Abdul Wahab Ibrahim-Ussif von Anhängern des Gastgebers TSV Möttingen mutmaßlich rassistisch beleidigt wurde und aufgelöst in der Kabine weinte (lesen Sie hier mehr dazu).

TSV Möttingen gegen SSV Höchstädt: Spiel nach rassistischer Beleidigung abgebrochen

Knapp acht Monate später hat das Kreis-Sportgericht (KSG) Donau nun ein Urteil gefällt. Demnach wird die Partie mit 2:0 für den TSV Möttingen gewertet, ein Freispruch ist dies für die Rieser allerdings nicht. Denn die Wertung wird damit begründet, dass die Höchstädter den Spielabbruch verschuldet hatten. Ein Abbruch sei allerdings nur das allerletzte Mittel, Priorität habe immer eine Fortsetzung der Partie. Dass rassistisch beleidigende Worte in Richtung Ibrahim-Ussif gefallen sind, steht nach Überzeugung der Sportrichter nach teils widersprüchlichen Stellungnahmen und einer mündlichen Verhandlung jedoch fest. Deshalb wird der TSV Möttingen mit einer Geldstrafe von 300 Euro belegt, die Höchstädter werden wegen des verschuldeten Spielabbruchs mit 100 Euro zur Kasse gebeten.

Möttingens Trainer Gerhard Wiedemann hatte beteuert, dass er keinerlei rassistische Beleidigung im Umfeld der Auswechselbank wahrgenommen hatte. Auch das Schiedsrichtergespann konnte entsprechende Aussagen nicht bestätigen. Allerdings sprach nach Ansicht des Sportgerichts das Verhalten von Höchstädts Spieler Ibrahim-Ussif dafür, dass dieser eben doch entsprechend beleidigt wurde.

So kommt das Urteil an

Denn Ibrahim-Ussif bewegte sich nach einem Foul, für das er die gelbe Karte bekam, erst einmal Richtung Mittelkreis, um dann umzudrehen. Der Höchstädter zeigte den Stinkefinger und drosch den Ball in Richtung der Zuschauer, aus deren Ecke er nach Einschätzung des KSG die Beleidigung glaubhaft vernommen hatte.

Dafür sah Ibrahim-Ussif die rote Karte und wurde für fünf Punktspiele gesperrt. „Wer den Spieler in der Kabine gesehen hat, hat keinen Zweifel daran, was passiert ist“, erklärte Höchstädts Abteilungsleiter Thomas Kehrle während der Winterpause, weshalb sich die Mannschaft solidarisierte und nicht mehr bereit war, die Partie beim Stande von 2:0 für Möttingen fortzusetzen.

Das nun gefällte Urteil wird Kehrle akzeptieren, als bitter empfindet er lediglich, dass Ibrahim-Ussif weiterhin gesperrt bleibt. Denn aufgrund der Corona-Pause hat seit dem Vorfall kein einziges Punktspiel mehr stattgefunden.

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