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„Schade, dass es so öffentlich ausgetragen wird“

Kommentar Von Jonas Voss
07.12.2018

Sport-Nachgefragt: 4400 Fanclubs des FC Bayern gibt es weltweit, rund zehn im Landkreis Dillingen. Einen davon, die Schlosspanther Höchstädt, leitet Frank Günther. Was er zum jüngsten Trubel beim deutschen Fußball-Rekordmeister sagt.

Herr Günther, Sie sind Chef des FC-Bayern-Fanclubs Schlosspanther Höchstädt. Waren Sie bei der jüngsten Jahreshauptversammlung des FCB vor Ort in München dabei?

Frank Günther: Ja, war ich. Die war dieses Mal nicht so üppig besucht.

Woran lag das, gab es doch einige schwierige Themen bereits im Vorfeld?

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Günther: Nun ja, eine Jahreshauptversammlung ist an sich erst einmal nicht so spannend. Da werden erst einmal ganz reguläre Tagesordnungspunkte abgearbeitet und Fakten präsentiert. Besonders gespannt bin ich stets auf die Wortmeldungen der Mitglieder. Neben witzigen Einlagen wie Gstanzl oder Liebeserklärungen an die Vereinsführung gibt es aber auch da etliche langweilige. Und solche, die ein gewaltiges Medienecho hervorrufen wie auf der vergangenen Versammlung. Die meisten Fragen sind dennoch konstruktiv, vieles wird auch im Präsidentengespräch angesprochen.

Präsidentengespräch? Davon höre ich zum ersten Mal.

Günther: Mitglieder können Fragen per Mail oder Post an die Vereinsführung schicken, aus diesem Fragen-Pool wird dann eine gewisse Zahl herausgepickt. Die Fragesteller werden dann zum persönlichen Gespräch eingeladen.

Kommen wir zurück zur Jahreshauptversammlung. Sie sprachen ja bereits vom Medienecho. Verstehen Sie den Unmut einiger Bayern-Fans, der dort geäußert wurde?

Günther: Mir gefiel ehrlich gesagt die Art und Weise nicht, wie einzelne Mitglieder während der Veranstaltung ihren Unmut zeigten. Das konnte ich nicht nachvollziehen.

Warum?

Günther: Alles einfach geballt runterzulesen und im aggressiven Ton vorzutragen, das lässt doch kein Gespräch zu. Kritik kann man besser üben.

Und inhaltlich?

Günther: In einigen Punkten stimme ich der Kritik zu, gerade was diese bereits legendäre Pressekonferenz vom Oktober betrifft. Das hat das Präsidium aber bereits eingesehen, dass das ein Fehler war. Und dass Uli Hoeneß sehr emotional werden kann, dürfte aus der Vergangenheit bekannt sein.

Wie sehen Sie die Kaderplanung?

Günther: Auch da lässt sich einiges kritisieren – vor allem, weil der Kader nicht mehr der jüngste ist. Aber wenn man die ersten sieben Spiele und die vergangenen drei betrachtet, dann muss man sagen: Der Verein ist auf dem richtigen Weg. Und Rückkehrer wie Coman stärken das Team. Was vor allem negativ auffällt, ist der mangelnde Wille einzelner Spieler.

Trainer Niko Kovac ist für Sie der richtige Mann?

Günther: Ein Team voller Hochkaräter bei Laune zu halten, ist sicherlich schwer. Und wie ich eben sagte, viele Spiele, auch das gegen Dortmund, waren teilweise gut anzusehen. Man sollte dem Trainer weiter das Vertrauen schenken, Niederlagen müssen auch drin sein. Da kommt es auch auf die Art und Weise an.

Uli Hoeneß ist auch noch der richtige Präsident?

Günther: Er hat sich vorgenommen, ruhiger zu werden. Ich denke, daran wird er sich halten.

Und der Streit mit Paul Breitner?

Günther: Bei so alten Kumpels finde ich es schade, dass es öffentlich ausgetragen wird.

Ist für Sie der Managerposten richtig besetzt?

Günther: Ich glaube, Salihamidzic fällt es schwer, sich gegen so dominante Persönlichkeiten wie Hoeneß und Rummenigge durchzusetzen.

In Höchstädt gefallen die Mint-Trikots nicht

Zu guter Letzt: mintfarbene Trikots. Traditionsbruch oder Anpassung an die Moderne?

Günther: Mir gefallen diese Trikots nicht. Aber Auswärtstrikots hat es schön öfters in anderen Farben gegeben. Der Verein wollte etwas Neues ausprobieren – Geschmäcker sind verschieden, aber zumindest bei uns kommen diese Trikots nicht an.

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