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FC Gundelfingen

30.05.2020

Schwabens älteste Tischtennis-Abteilung ist 85

Bewegte Sportjahre zwischen „Kellerdasein“ und Eigenständigkeit

„Tschooo“, „Tscha“ oder „Tschakka“ – dies sind für Nicht-Tischtennisspieler schwer zu erklärende Jubelschreie nach einem erfolgreichen Punktgewinn. In Gundelfingen sind sie schon oft erklungen. Denn hier ist die älteste Tischtennis-Abteilung Schwabens beheimatet. Genau vor 85 Jahren, am 30. Mai 1935, wurde dem zuständigen Sportverband gemeldet, dass beim FCG ab sofort Tischtennis gespielt wird.

Gründungsmitglieder waren Berta und Theo Flemisch, Alfons Wengert, Franz Pickl, Ludwig Ziegler und Xaver Schretzmair. Bereits 1944/45 führte die Abteilung die ersten offiziellen TT-Kreismeisterschaften durch – und es gewann Theo Flemisch vor seinem Sportkameraden Ludwig Ziegler. Am 30. April 1952 beschloss die Abteilung die Trennung vom FC und damit die Gründung eines eigenen Vereins: Der TTC Gundelfingen war geboren. Die Abkehr vom Hauptverein erfolgte in gutem Einvernehmen, als Vereins- und Spiellokal wurde das Gasthaus „Zum Kreuz“ gewählt. Die Eigenständigkeit dauerte freilich nur acht Jahre an: Am 13. Mai 1960 stimmte eine Mehrheit der TTC-Mitglieder für den Wiederanschluss an den FCG.

Im August 1960 stellte die Abteilung an den Stadtrat einen Antrag auf die Überlassung des Ganges im Keller der Volksschule, dem auch bald stattgegeben wurde. 1966/67 waren die Damen das Glanzstück der Abteilung. Helga Pipenbrinck, Beate Wengert, Gerlinde Aust und Waltraud Neuß holten sich den Titel in der Kreisliga Nordschwaben und die Spielberechtigung in Schwabens höchster Klasse, der Bezirksliga. Ende der 60er Jahre entdeckten einige Schüler, dass sie neben Fußball auch an Tischtennis Gefallen finden. Die Abteilung erlebte einen überaus willkommene, weil notwendige Verjüngung. Viele neue Namen tauchten in dieser Zeit in den Spielerlisten auf, von denen zwei die Entwicklung und den Fortbestand der Abteilung nachhaltig beeinflussten: Stenke und Förg.

An der Jahreshauptversammlung im Dezember 1973 wählten die Anwesenden Walter Brucker zum neuen Abteilungsleiter. Die Schüler errangen 1974/75 souverän die Kreisliga-Meisterschaft und den Bezirkspokal Nord. Bei der „Schwäbischen“ in Riezlern erkämpften Gerhard Förg, Anton Förg, Walter Stenke, Erich Reicherzer und Gerhard Gerold den Vizetitel.

Lange Zeit fand das Training im Keller der jetzigen Mittelschule statt. Die äußeren Bedingungen waren alles andere als optimal. Der rutschige und harte Betonboden, ebenso die zu geringe Deckenhöhe und die ungenügenden sanitären Einrichtungen – Duschen war nicht möglich – ließen nur unzureichende Spielmöglichkeiten zu. Am Montag, dem 4. April 1977, war es dann aber endlich so weit: Nach Jahren des „Kellerdaseins“ begann eine neue Epoche, das Training wurde zum ersten Mal in der Mittelschulturnhalle abgehalten.

Eine erfolgreiche Jugendarbeit, die unzertrennbar mit den Namen Zähnle und Lorenz verbunden ist, kennzeichnen die weiteren Jahre. Mit Rolf Blessing wurde ein Nachwuchstrainer engagiert. Walter Brucker, der 27 Jahre lang die Geschicke der Abteilung führte, übergab das Amt im Jahre 2001 an Vinzenz Zähnle. In der Fortsetzung dieser langjährigen ehrenamtlichen Tätigkeit übernahm Günter Förg im Jahr 2016 die Abteilungsleitung.

Sportlich lief es die vergangenen Jahr meist gut. Im März 2008 errang die erste Herrenmannschaft den Schwäbischen Kreispokal und wurde bei den bayerischen Kreispokalmeisterschaften in Oberfranken nach toller Leistung Dritter. Im April 2019 schafften die Herren I den Aufstieg in die Bezirksoberliga.

Zurzeit stehen drei Herren- und zwei Jugendteams im Spielbetrieb. Die Mitgliederzahl pendelte sich bei 80 ein. Viele Aktivitäten außerhalb des Sportlichen kennzeichnen den Zusammenhalt in der Abteilung.

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