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Höchstädt

08.06.2020

Seit 45 Jahren der Vorschwimmer

Seit der Abteilungsgründung dabei ist Wolfgang Eder, der auch noch mit 78 Jahren als Spartenleiter fungiert.
Bild: Schuster

Plus „Mein Sportverein“: Wolfgang Eder ist nicht nur Gründungsmitglied der Höchstädter Wassersportler, sondern seither auch Abteilungsleiter. Vom „Seepferdchen“ bis zur Seniorengruppe – alle sitzen derzeit aber auf dem Trockenen.

Innerhalb Schwabens ist die Schwimmabteilung der SSV Höchstädt eine gute Adresse. Und im Landkreis Dillingen neben der SG Gundelfingen der einzige Verein, wo aktive Schwimmsport betrieben werden kann. Seit 1975 gehen die Höchstädter in der damals neu erbauten Schwimmhalle ins Wasser: Kraulen, Schmetterling-; Rücken- und Brustschwimmen ist seitdem an der Tagesordnung. Und in all den 45 Jahren heißt der Spartenleiter Wolfgang Eder.

Der heute 78-Jährige fungiert zudem als Schiedsrichter beim schwäbischen Schwimmverband. Gründungsmitglieder waren im November 1975 neben Wolfgang Eder übrigens eine Handvoll anderer bekannter Höchstädter „Schwimmer“, unter ihnen Ex-SSV-Vorsitzender Josef Konle oder Bäckermeister Max Salzmann. Wer Eder erlebt, der erkennt schnell, das Schwimmen eine der gesündesten Sportarten ist. Fit und jung hat er sich damit gehalten. Mit der Erwachsenen-Gruppe taucht er immer noch möglichst oft ins Wasser ein und stellt fest: „Der Schwimmsport ist sehr facettenreich und eignet sich für die jüngere wie auch ältere Generation.“

Höchstädt auch bei Meisterschaften

Eders Abteilung zählt aktuell rund 160 Mitglieder im Alter von fünf bis 80 Jahren, wobei zwei Drittel Kinder und Jugendliche sind. Vom „Seepferdchen“ bis hin zu den reiferen Jahrgängen sind alle Altersklasse vertreten. Die kleinsten im Verein sind die Vorschulkinder, für die Schwimmkurse angeboten werden. Nach diesem Kurs nennen sich die Anfänger „Seepferdchengruppe“. In der „Delfingruppe“ schwimmen die fortgeschrittenen Anfänger, „die kleinen Haie“. Dann gibt es die Wettkampfgruppe der SSV Höchstädt, die zu Meisterschaften fährt. Und die Senioren.

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Nach ihren Schwimmrunden sitzen die Mitglieder – zu Nicht-Corona-Zeiten – gerne im Foyer zusammensitzen. „Leider gibt es dort keinen Kiosk, aber dafür hat der Verein eigens einen Kühlschrank für Getränke angeschafft“, berichtet Wolfgang Eder: „Das Training findet normalerweise bis Ende Mai in der Schwimmhalle statt, die nach der Wintersaison geschlossen wird. Im Sommer kann nur unsere Wettkampfgruppe trainieren, da uns im Dillinger Eichwaldbad nicht mehr Schwimmzeiten eingeräumt werden.“

Michael Groß in Höchstädt

Ein Höhepunkt der Abteilungsgeschichte war der Auftritt des mehrfachen Olympia-Siegers und Weltmeister Michael Groß im Höchstädter Hallenbad. Auf Initiative von Josef Grünbeck wurde 1987 ein Schautraining vor zahlreichen Zuschauer durchgeführt. Einen ganz besonderen Wettkampf hat Abteilungsleiter Eder ins Leben gerufen: das „Marathonschwimmen“. Die Veranstaltung wird seit November 1983 im Hallenbad ausgetragen, in der Regel nehmen acht Mannschaften an dem Wettbewerb teil, etwa aus Leipheim, Gundelfingen und Augsburg. Dabei muss jeder Schwimmer einer Mannschaft 15 Minuten ins Wasser. Dann wird gewechselt. Welches Team in vier Stunden die größte Strecke zurückgelegt hat, bekommt den Wanderpokal der Stadt Höchstädt.

Das Eders Schwimmer auch bei diesem eigenen Wettbewerb oft erfolgreich im Wasser unterwegs sind, versteht sich. 1980 konnte die SSV-Sparte zudem erstmals einen schwäbischen Jahrgangsmeister stellen: Thomas Schadel. „Unsere erfolgreichste Schwimmerin bis heute ist zweifelsohne Birgit Mauermayer“, so der 78-jährige Abteilungsleiter. Sie wurde 1984 schwäbische Meisterin der Damen über 100 Meter Schmetterling und bei der bayrischen Jahrgangsmeisterschaften gewann sie über 200 Meter Schmetterling die Bronzemedaille.

Hoffen auf Vereinsmeisterschaft

Im Moment schwimmt Veronica Giss im Verein voran – wenn nicht gerade Corona-Pause wäre: Zug um Zug elegant durchs Wasser zu gleiten, ist derzeit für SSV-Schwimmer aktuell nicht möglich. Weder im Training, noch im Wettkampf. „Uns Schwimmer hat es in der Corona-Pandemie besonders hart getroffen, seit März sind die Bäder geschlossen“, sagt Eder: „Schwimmer sitzen derzeit auf dem Trockenen“. Es sei eine schwierige Situation, so der SSV-Abteilungsleiter: „Alle Wettbewerbe des bayrischen und schwäbischen Schwimmverbands sind dem Virus zum Opfer gefallen. Allerdings hoffen wir, im Herbst unsere jährliche Vereinsmeisterschaft durchführen zu können.“

Bis dahin haben sich die SSV-Schwimmer etwas besonderes ausgedacht, um ihren Sport nachgehen zu können. In den Sommermonaten wird im Baggersee vor Höchstädt gekrault. Eine Metalltreppe und ein Steg sollen am Baggersee entstehen. „Wir freuen uns drauf, dann wieder unserem Sport nachgehen zu können und uns wieder zu treffen“, sagt Eder.

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