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Corona

08.09.2020

So war das erste Testspiel zwischen Zusamaltheim und Landshausen

VfL-Abteilungsleiter Arian Plooij lüftet die Duschräume.
Bild: Herdin

Plus Wie das Testspiel Zusamaltheim gegen Landhausen unter Berücksichtigung der Corona-Hygienemaßnahmen und unter Ausschluss der Öffentlichkeit abgelaufen ist. Drei Kiebitze schauen mit dem Fernglas zu.

Seit mehr als fünf Wochen sind im Fußball-Bezirk Schwaben Testspiele unter bestimmten Hygiene-Auflagen und unter Ausschluss der Öffentlichkeit – sprich ohne Zuschauer – erlaubt. Wie halten sich Vereine, Spieler und Fans eigentlich daran? Wir machten beim Duell zwischen dem VfL Zusamaltheim und Eintracht Landshausen die Probe aufs Exempel.

In kleinen Gruppen zum Spiel

Gerade wird die zweite Halbzeit im Spiel der Reserven zwischen dem VfL Zusamaltheim und dem FC Emersacker angepfiffen, als die beiden Landshauser Spieler Luca Ebel und Carsten Wörner ihr Auto parken und dann gemächlichen Schrittes mit ihren Sporttaschen Richtung Sportheim laufen. Es ist eine knappe Stunde vor dem Anpfiff. Einige ihrer Teamkollegen sind schon hier. Weitere folgen ein paar Minuten später. Die Gäste aus dem Bachtal kommen in kleinen Gruppen, meistens nur zu zweit. Ein Trikot hat noch keiner an. Das gleiche gilt für Schiedsrichter Dominik Deden vom SSV Steinheim. Der 24-Jährige erscheint ebenfalls eine knappe Stunde vor Spielbeginn. Angst, dass er sich mit Corona infizieren könnte, hat er nicht. Vom VfL-Vorsitzenden Erich Wieland lasst sich der Unparteiische noch vor dem Anpfiff ein Desinfektionsmittel in die Hände spritzen.

Vor dem Sportheim in Zusamaltheim steht eine Flasche mit Desinfektionsmittel. Schiedsrichter Dominik Deden vom SSV Steinheim (links) lässt sich vom VfL-Vorsitzenden Erich Wieland in die Hände spritzen.
Bild: Herdin

Im Gegensatz zu den beiden Mannschaften kann sich Dominik Deden in einer Einzelkabine umziehen. „Da komme ich mit niemanden in Kontakt“, weiß der Schiri diesen Vorteil zu schätzen. Mehr Rücksicht aufeinander nehmen müssen die Spieler beim Umkleiden. Erich Wieland – zugleich Corona-Beauftragter des Vereins gegenüber dem Bayerischen Fußball-Verband (BFV) – und VfL-Abteilungsleiter Arian Plooij haben sowohl die eigenen Akteure als auch die der Gäste darauf hingewiesen, dass sie in der Kabine den notwendigen Abstand von 1,5 Metern einhalten sollen. „Wir haben uns in drei Schichten von jeweils fünf Spielern umgezogen“, erklären Landshausens Kapitän Lukas Wickmair und Steffen Schießle beim Warmmachen unisono. Auf der anderen Hälfte des Trainingsgeländes bereiten sich die Hausherren auf das Match vor. Zweikämpfe mit Körperkontakt lässt Spielertrainer Martin Höchstötter nicht üben. Es sind noch knapp 20 Minuten bis zum Anpfiff.

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Ordentlich durchlüften

Im Vereinsheim reißt zur gleichen Zeit Arian Plooij in den Duschräumen alle Fenster auf, um nochmals so richtig durchzulüften. „Das ist bei den Corona-Auflagen mit die wichtigste Maßnahme“, betont der Zusamaltheimer Funktionär. In den Umkleidekabinen der beiden VfL-Mannschaften achten die Verantwortlichen darauf, dass beim Trinken jeder Spieler immer nur seine Flasche nimmt. Damit es zu keinen Verwechslungen kommt, hat Plooij auf jeden Schraubverschluss Zahlen geschrieben. „Die Rückennummer auf dem Trikot muss identisch mit der Zahl auf dem Schraubverschluss der Flasche sein, aus denen ein Spieler letztlich trinken darf“, erklärt Plooij diese Hygiene-Maßnahme.

Die Halbzeitansprache an seine Mannschaft hält Landshausens Trainer Gerhard Mayer im Freien. Die Spieler hören aufmerksam zu.
Bild: Herdin

Draußen ist das Spiel der Reserven beendet. Die Gastgeber haben 0:7 verloren. Es sind noch fünf Minuten bis zum Anpfiff der Hauptbegegnung an diesem Nachmittag. Gästetrainer Gerhard Mayer, der direkt von der Arbeit nach Zusamaltheim gefahren, ist in Eile und kann gerade noch ein paar Worte vor dem Einlaufen an seine Schützlinge richten. Mehr zu sagen hat er während der Halbzeitpause. Während sein Kollege Martin Höchstötter die Zusamaltheimer Mannschaft auf Südostseite des Sportheims um sich versammelt, rüttelt Mayer sein Team im Freien vor der Tribüne gehörig auf. Landshausen liegt 2:3 zurück, hat zahlreiche Chancen liegen lassen und hinten drei Tore nach jeweils langen Bällen kassiert. „So können wir nicht weiterspielen“, schimpft er. Genutzt hat es wenig. Am Ende steht es 6:4 für Zusamaltheim. Als der Schlusspfiff ertönt, erfolgt beim Duschen das gleiche Prozedere wie zuvor nach dem Spiel der Reserven: Nur jeweils vier Spieler einer Mannschaft dürfen maximal drei Minuten unter die Brausestrahler. Danach wird jeweils zehn Minuten gelüftet, bevor die nächste Schicht an der Reihe ist.

Gewöhnungsbedürftig

Bis alle fertig sind und das Sportgelände verlassen können, vergeht mehr als eine Stunde. Längst nicht mehr da sind auch die drei Kiebitze, die hinter dem Trainingsplatz rund 100 Meter entfernt mit einem Fernglas das Spiel der ersten Mannschaft beobachtet hatten. Sie, das Ehepaar Rupprecht, das neben dem Sportplatz wohnt und vom eigenen Garten aus zuschauen kann, sowie ein weiterer Zuschauer, der für kurze Zeit auftaucht, sind die einzigen Personen, die nicht unmittelbar etwas mit dem Geschehen zu tun haben. Gewöhnungsbedürftiger Fußball in Corona-Zeiten.

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