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Landkreis Dillingen

20.02.2021

Sportler im Landkreis Dillingen sehnen sich nach Öffnungsperspektive

Der Lockdown dauert an: keine Sportler weit und breit zu sehen.
Bild: Becker

Plus Kein Vereinsleben – die Sportler im Landkreis Dillingen sehnen sich nach einer Öffnungsperspektive. Die Auswirkungen sind auch beim Kinder- und Jugendsport zu spüren.

Seit drei Monaten sind in Bayern sämtliche Vereinssportanlagen wegen des zweiten Corona-Lockdowns wieder komplett geschlossen. Der wurde von der Regierung vorerst bis 7. März verlängert – ohne den Sportvereinen aber eine Perspektive aufzuzeigen, wann sie ihren Betrieb zumindest unter Einschränkungen wieder aufnehmen können. In der politischen Prioritätenliste scheint der Sport weit hinten zu rangieren, glaubt da auch BLSV-Kreisvorsitzender Alfons Strasser.

„Wir sehen die Notwendigkeit von Einschränkungen während der Pandemie“, sagt Strasser, es fehle aber ganz klar eine Öffnungsperspektive, ab wann wieder Vereinssport ausgeübt werden kann. Auch mit Blick auf die Gesundheit der Bevölkerung sei es höchste Zeit dafür. Strasser zählt auf: „Seit 16. März 2020 ist kaum Freizeit- und Amateursport mehr möglich, abgesehen von einigen Wochen unter starken Einschränkungen.“ Der BLSV-Kreischef lobt zwar das Engagement von Verband und einfallsreicher Vereinen auf digitaler Ebene, stellt jedoch fest: „Es fehlt das wichtige Standbein der Sport, der persönliche Kontakt, wenn kein Training oder Wettkampf möglich ist. Das Vereinsleben. Viele Mitglieder sind aus verschiedensten Gründen zudem digital nicht erreichbar.“

Zentraler Ort der Begegnung

Besonders beim Jugendsport sieht der Bayerische Landes-Sportverband große Probleme für seine Vereine. „Der Sportverein als ein zentraler Ort der sozialen Begegnung fällt aus“, sagt BLSV-Präsident Jörg Ammon auf der Verbands-Homepage: „Die Auswirkungen der aktuellen Situation sind für die Kinder und Jugendliche – sowohl im Hinblick auf Gesundheit und Bewegungsförderung/Motorik als auch im Sinne der sportlichen Talentförderung – ganz besonders gravierend.“

Strasser sieht Bewegungsmangel bei Jugendlichen

Auch Alfons Strasser befürchtet einen Bewegungsmangel bei Kindern und Jugendlichen „durch die digitale Diktatur“ und zählt weitere negative Auswirkungen der Corona-Beschränkungen auf die Vereine auf: „Mitgliederrückgänge werden deutlich. Die finanziellen Probleme nehmen zu, wenn die Einnahmen aus dem Wettkampfbetrieb sowie aus Vermietung und Verpachtung fehlen. Wichtige Versammlungen können nur mit persönlicher Präsenz durchgeführt werden.“ Die Spendeneinnahmen gingen zurück. Auf der anderen Seite entstünden zusätzliche Kosten für notwendig Hygienemaßnahmen. Und Strasser fragt sich: „Stehen uns bei einer Wiederaufnahme des Sports nach dieser langen Pause dann noch alle Übungsleiter, Trainer, Funktionäre zur Verfügung?“ Schließlich leide deren Motivation ebenfalls.

Der BLSV und TU München haben ein Stufenmodell für die Wiederaufnahme des Sportbetriebs entwickelt, abhängig vom jeweiligen Infektionsgeschehen. „Wir wünschen uns allen, dass wir in den kommenden Wochen weiter sinkende Werte der Corona-Infektionen verzeichnen können und eine Welle von Virus-Mutationen ausbleibt“, spricht Alfons Strasser nicht nur Sportlern aus der Seele.

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