Dillingen

09.10.2019

Tortur de Tirol

Wolken, Nebel, kein Bergblick: Stefan Günther beim „Regenlauf“ in den Tiroler Alpen.
Bild: P. Günther

Extremsport: Ein Läufertrio aus dem Landkreis trotzt beim alpinen Drei-Etappen-Rennen den anspruchsvollen Streckenprofilen und unangenehmen äußeren Bedingungen.

Sie laufen und laufen und laufen – die im positiven Sinn des Wortes „Laufverrückten“. Und wem etwa der Dillinger Inklusionslauf am kommenden Sonntag zu flach ist, der sucht und findet extremere sportliche Herausforderungen. So wie vergangenes Wochenende Andreas Eisele und Stefan Günther (beide TV Lauingen) sowie Alexander Manlik (TV Dillingen) bei der zum 14. Mal durchgeführten Tour de Tirol – einem der bekanntesten Alpen-Etappenrennen.

Diese (Tor-)tour wird über drei Etappen und insgesamt rund 72 Kilometer bewältigt, mit dem Kaisermarathon Söll als Höhepunkt. Los ging es am Freitag mit dem „Söller Zehner“, der über drei Runden durch das Zentrum von Söll bis zum Zielgelände führte. Damit waren die ersten fast elf Kilometer auf dem Tacho der Teilnehmer. Eisele und Manlik starteten bei diesem Abendlauf, waren von der tollen Stimmung begeistert und lieferten top Zeiten ab. Der Dillinger lief in 49:41 Minuten auf den 25. Platz seiner Altersklasse (229. Gesamtplatz), der TVLer in 43:12 auf den 20. AK-Platz (87. gesamt).

Hohe Salve gestrichen

Am Samstag folgte mit dem verkürzten Kaisermarathon (36 Kilometer, 1650 Höhenmeter) die größte Herausforderung der Tour de Tirol 2019. Eigentlich führt die Strecke über 42,2 Kilometer. „Die Gesundheit unserer Athleten geht vor, deshalb war beim Hexenwasser für alle Teilnehmer diesmal Schluss“, erklärt Veranstalter Martin Kaindl die Vorsichtsmaßnahme, den Schlussanstieg auf die Hohe Salve zu streichen.

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Das Debüt auf dieser Strecke gab Stefan Günther. Für ihn und alle anderen Starter wurde es ein Wettkampf unter widrigsten Umständen: Kälte, extremer Wind, Nebel – oder waren es Wolken? – und teils Starkregen führten die Teilnehmer an die körperliche und mentale Grenze. Gelaufen wurde auf unterschiedlichsten Untergründen, was zusätzlich forderte: Asphaltstraßen, Wanderwegen, Wurzelpfaden, schlammigen Trails – alles war dabei.

Im Ziel konnte Günther aber schon wieder lachen: „Meinen Saisonabschluss hätte ich mir zwar trockener und sonniger gewünscht, doch der Lauf hat im Nachhinein super viel Spaß gemacht.“ Er war nach 3:59:06 Stunden im Ziel und sicherte sich damit im internationalen Starterfeld den 14. Platz seiner Altersklasse (111. Gesamtplatz). 432 Läufern und Läuferinnen waren an diesem Tag „Finisher“.

Abgeschlossen wurde die Tour de Tirol mit dem 26 Kilometer langen „Pölven Trail“ (1300 Höhenmeter) am Sonntag. Hier stieg auch Eisele wieder mit ein. „Flowige“ Singletrails, verschlammte und rutschige Trampelpfade über Skipisten und enge steile Wurzelwege standen bergauf und bergab auf dem Programm. Ein besonderer Streckenabschnitt war noch der „Ausflug“ durch einen aktiven Steinbruch vorbei an übergroßen Muldenkippern. Begeistert kam Eisele im Ziel an: „Ein super Wochenende bei der Tour de Tirol. Leider ist es schon wieder vorbei!“ Manche denken und laufen halt extrem …

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