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Fußball

30.03.2021

Vater, Tochter und Sohn aus Laugna sind „Zebras“

Vater Jörg und Tochter Melissa Zinsius aus Laugna sind große Anhänger des Drittligisten MSV Duisburg.
Foto: jpz

Plus Fans: Warum Jörg Zinsius aus Laugna und seine Kinder dem MSV Duisburg die Daumen drücken.

Als 1963 die Fußball-Bundesliga gegründet wurde, da war er noch gar nicht auf der Welt. Erst zwei Jahre später wurde Jörg Zinsius in Duisburg geboren. Aufgewachsen ist der inzwischen 55-Jährige im Stadtteil Meiderich, unweit entfernt vom Trainingsgelände des damaligen Erstligisten Meidericher SV. Ganz nah dran war der Dreikäsehoch vom Niederrhein an den damaligen Spielern und Trainern in seiner Schulzeit. „Wenn ich aus dem Klassenzimmer blickte, konnte ich die Mannschaft trainieren sehen“, erinnert sich Zinsius an die frühen 1970er Jahre. Unter anderem Vereinslegenden wie Bernhard „Ennatz“ Dietz oder Detlef Piersig. Seit inzwischen 33 Jahren lebt der verheiratete Vater von zwei Kindern in Schwaben, seit 1999 in Bocksberg und seit mehreren Jahren im benachbarten Laugna.

Dass der Meidericher SV unter Trainer Rudi Gutendorf und mit dem Helden von der WM 1954 in der Schweiz, Helmut Rahn, in der ersten Bundesliga-Saison hinter dem 1. FC Köln völlig überraschend deutscher Vizemeister wurde, darüber konnte ihm sein fußballbegeisterter Vater berichten. Kein Wunder, dass Filius Jörg schon in sehr jungen Jahren auch zum Fan der „Zebras“ wurde. Die Kicker aus der damaligen Stadt Meiderich erhielten ob ihrer weiß-blau gestreiften Trikots den gleichen Namen wie die Tiere aus den Steppen Afrikas. Daran hat sich auch nichts geändert, als aus dem Meidericher SV später der MSV Duisburg wurde. Insgesamt 28 Spielzeiten gehörten die Meidericher/Duisburger zur Beletage des deutschen Fußballs. Neben Helmut Rahn, Bernhard Dietz und Detlef Piersig trugen in den vergangenen Jahrzehnten unter anderem Spielerpersönlichkeiten wie Ditmar Jakobs, Werner Krämer, Ewald Lienen, Sascha Mölders, Michael Pretz Thomas Strunz oder Ronald Wurm das Trikot des Traditionsklubs, der seinen letzten großen Erfolg auf der nationalen Bühne vor zehn Jahren feierte.

Zinsius beim Pokal-Finale dabei

In der Saison 2010/2011 zog der MSV Duisburg als Zweitligist völlig überraschend ins DFB-Pokalfinale ein. Beim Spiel gegen den FC Schalke 04 saß Jörg Zinsius zusammen mit seinem Vater und Sohnemann Jan-Philipp im Berliner Olympiastadion. Obwohl es für seinen Lieblingsklub eine 0:5–Klatsche setzte, schwärmt der Wahl-Laugnaer noch heute von diesem Ereignis. „Eine Viertelstunde vor Spielschluss haben wir trotz eines Fünf-Tore-Rückstands bereits mit den Feierlichkeiten für unsere Mannschaft begonnen“, erzählt Zinsius mit glänzenden Augen. Nach dem Spiel ging die Fete fast die ganze Nacht in der Berliner Innenstadt weiter. Die MSV-Fangemeinde bezeichnet der in der IT-Branche tätige Duisburg-Anhänger als eine Gruppierung, für die neben dem sportlichen Interesse vor allem die Geselligkeit im Vordergrund steht. Deshalb ist er vor einigen Jahren dem im süddeutschen Raum verbreiteten Fanclub „Equus Württembergiana“ beigetreten. Bevor Corona begann, habe man sich pro Saison bei Auswärtsspielen in Bayern oder Baden-Württemberg einige Male pro Jahr getroffen, um nicht nur über Fußball zu philosophieren, sondern auch die Kameradschaft zu pflegen.

Die Dritte Liga wurmt den Mann aus Laugna

Dass der MSV Duisburg seit 2019 nur noch in der dritten Liga spielt, wurmt Jörg Zinsius schon ein bisschen. In der laufenden Saison steht aktuell mit Pavel Dotchev bereits der dritte Trainer an der Seitenlinie. Die Aussichten des Tabellenvierzehnten, dem Abstieg in die Regionalliga zu entgehen, bezeichnet Fan Zinsius bei noch neun ausstehenden Spielen als intakt. Zumal man einen vorbildlichen Kapitän Moritz Stoppelkamp, einen echten Duisburger Jungen, in der Mannschaft stehen habe.

Die Infrastruktur, um eines Tages zumindest wieder in die Zweite Liga aufzusteigen, sei mehr als vorhanden. Das sehe man in diesen Tagen insbesondere am Stadion, in dem die deutsche Nationalmannschaft am vergangenen Donnerstag Island mit 3:0 besiegte und am morgigen Mittwoch auf Nordmazedonien trifft. „Eine wunderbare Arena“, freut sich Jörg Zinsius schon jetzt auf seinen nächsten Besuch im Wedau-Stadion, wie die Schauinsland-Reisen-Arena im Sprachgebrauch auch genannt wird. Dann möchte auch Tochter Melissa, die ebenso wie der Vater und Bruder Jan-Philipp für den MSV die Daumen drückt, gerne dabei sein.

Fan-Tipp: Ein schweres Drittliga-Auswärtsspiel hat nach Einschätzung von Jörg Zinsius der MSV Duisburg am Karsamstag beim SC Verl zu bestreiten. Dennoch hofft und tippt er auf einen 2:1-Sieg seines Lieblingsklubs.

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