Gundelfingen

17.11.2019

Vorbild in Sachen Fairplay

Zweikämpfe zuhauf gab es im Landesliga-Derby, wobei Maximilian Braun (rechts) mit dem FC Gundelfingen obenauf war. Was auch daran lag, dass Ichenhausens Kilian Kustermann (links) eine bemerkenswert faire Aktion hatte.
Bild: Walter Brugger

Fußball-Landesliga Südwest: Ichenhausens Kilian Kustermann verhindert einen Elfmeter für den FC Gundelfingen. Am Ende feiert der Spitzenreiter einen glücklichen Derbysieg.

Oliver Unsöld schien etwas geahnt zu haben. Als der Trainer des Fußball-Landesligisten SC Ichenhausen vor dem Anpfiff durchs Schwabenstadion ging, in dem er selbst zwei Jahre lang für den FC Gundelfingen auflief, da lautete seine Prognose über die Erfolgsaussichten beim Tabellenführer: „Heute kriegt ihr drei weitere Punkte dazu.“ Am Ende sollte er recht behalten, der FCG gewann das Derby wie schon in der Hinrunde mit 2:0 (0:0).

Die wichtigste, weil fairste Aktion lässt sich allerdings aus der reinen Statistik nicht herauslesen – und sie lieferte reichlich Gesprächsstoff. „Ganz großer Sport, ein Riesenkompliment an Kilian Kustermann. Das habe ich ihm gerade schon persönlich gesagt“, urteilte etwa Gundelfingens Trainer Martin Weng über den Auftritt des SCI-Stürmers nach 54 Minuten. Die dessen Trainer Unsöld mit „zwar bitter in unserer Situation, aber das ist echtes Fairplay“ kommentierte. Zu dem Zeitpunkt stand es 0:0, die Königsblauen hatten einen starken Auftritt hingelegt und der FCG hätte sich über einen Rückstand nicht beklagen dürfen. Der drohte nach dem Zweikampf zwischen Gundelfingens Verteidiger Fabio Kühn und Kustermann mehr denn je. Kühn wollte mit dem langen Bein klären, riss dabei ein Stück Rasen im Strafraum heraus und Kustermann ging zu Boden. Schiedsrichter Rico Spyra entschied auf Elfmeter, da griff Kustermann ein und erklärte, dass er nicht durch ein Foul ins Straucheln gekommen war. Eine bemerkenswerte Aktion, denn die Konsequenz war: kein Strafstoß für den SCI, stattdessen Abstoß für den FCG.

SCI fehlt in Gundelfingen der Mut

Ichenhausen war über weite Strecken des Spiels besser, präsenter und uns fehlte der Mut“, analysierte FCG-Coach Weng, und Unsöld urteilte durchaus zurecht, „dass hier nicht zu erkennen war, dass Gundelfingen der Tabellenführer ist.“ Und doch zeigte der Ligaprimus ein paar Qualitäten, die ihn an die Spitze gebracht haben. Da war zum einen, dass die Defensivarbeit über weite Strecken funktionierte, lediglich unmittelbar vor der Pause musste Torhüter Dominik Dewein beim Schuss von Andreas Beckmann mit einer Glanzparade tätig werden, zum anderen entschieden die Grün-Weißen die Partie innerhalb von vier Minuten für sich.

Ganz unbeteiligt war der Gegner daran allerdings auch nicht. Nach 75 Minuten fand Manuel Müller bei einem Eckball die Stirn von Fabio Kühn, dessen Kopfballstärke kein allzu gut gehütetes Geheimnis in der Liga ist. SCI-Keeper Liridon Rrecaj segelte vergeblich Richtung Kreuzeck, wo der Ball zum 1:0 einschlug. Vier Minuten später drängte sein Verteidiger Benjamin Sturm mit viel Körpereinsatz FCG-Stürmer Jonas Schneider ab, Rrecaj begrub den Ball unter sich. Die Situation schien bereinigt, doch Sturm trat im Liegen noch Richtung Schneiders Unterleib. Die Folge war ein Platzverweis plus Elfmeter für die Gundelfinger, den Manuel Müller zum 2:0 verwandelte. Nicht das 2:0, wohl aber das Verhalten seines Routiniers Sturm brachte Unsöld in Rage: „Das geht überhaupt nicht, das war für mich spielentscheidend. Mit elf Mann hätten wir noch die Chance gehabt, das 1:1 zu machen.“

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