Karl-Josef Stutzmiller ist eigentlich Archivar der Gemeinde Syrgenstein und ihrer zugehörigen Ortschaften. An diesem Tag wird er zusätzlich zum Wanderguide: Er führt eine Wandergruppe durch Staufen. Denn der Ort machte vor vielen Jahren mit einem spektakulären Fund auf sich aufmerksam. 1893 wurde in einem Steinbruch das Skelett eines Urzeitkrokodils, des Dakosaurus Maximus, gefunden.
Diese besondere Wanderung ist vom Verein Donautal Aktiv ins Leben gerufen worden und Teil einer groß angelegten Veranstaltungsreihe in Kooperation mit dem Tourismusverein Dillinger Land, dem Regionalmarketing Günzburg und lokaler Vereine. Zum ersten Mal wurde das sogenannte Donautal-Wandertrio in den Landkreisen Dillingen und Günzburg angeboten. Neben historischen Wanderungen gab es zum Beispiel auch Achtsamkeits- und Yogawanderungen oder kulinarische Touren. Insgesamt 40 geführte Touren an vier Tagen bildeten das umfangreiche Programm.
In Staufen lauschen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Donautal-Wandertrios gespannt, während Stutzmiller fortfährt: Der Allesfresser lebte vor über 100 Millionen Jahren in der Jura und Kreidezeit. Damals lag das heutige Staufen unter Wasser. Heute ist das Fossil im Stuttgarter Naturkundemuseum zu bestaunen.
Der 75-Jährige weiß aber nicht nur über Urzeitgeschichte Bescheid, auch in der vergleichsweise „jüngeren Vergangenheit“ gibt es in Staufen einiges zu entdecken: Das Gasthaus Schlössle war einst eine Brauerei. Eine Legende besagt, dass im angrenzenden Klingbach Staufener Bauern schon mal ein weißes Kalb erschienen ist. Stutzmiller lenkt aber ein, diese mythische Begegnung sei möglicherweise einem erhöhten Bierkonsum zuzuschreiben.
Zum Abschluss geht es noch einmal hinauf zum „Alten Thurm“. Die Burgruine befindet sich auf einem Felsblock und wurde im 12. Jahrhundert von den Herren von Bloßenstaufen erbaut, bevor sie 1504 im bayerischen Erbfolgekrieg zerstört wurde. Heute ist noch der circa sechs Meter hohe Stumpf des Bergfrieds erhalten, ein vierseitiger Turm mit rundem Innenraum.
Künftig wird sich das Donautal-Wandertrio womöglich mit dem -Radelspaß abwechseln
Die historische Tour kommt gut an. Eine Teilnehmerin sagt: „Ich war schon mal beim Donautal-Radelspaß dabei und wollte jetzt mal die Wanderung ausprobieren. Das Konzept gefällt mir gut!“ Dass die Veranstaltung gut angenommen wird, zeigt sich auch in den Anmeldezahlen: Die Wanderung ist ausgebucht. Ein Mitarbeiter von Donautal Aktiv stellt in Aussicht, dass das Wandertrio auch in Zukunft, alle zwei Jahre und abwechselnd mit dem Radelspaß, stattfinden könnte. (mit lagad)
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