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Jahresrückblick

26.12.2019

2019: Das waren die Schicksale des Jahres

Viele Geschichten haben uns 2019 bewegt. Doch das Schicksal dieser drei menschen ging besonders unter die Haut.

  • Paul (9) kämpft nicht nur gegen den Krebs

Fast genau ein Jahr ist es her, dass das Leben einer Donauwörther Familie komplett auf den Kopf gestellt wurde. Der neunjährige Sohn und Bruder, Paul, hat Knochenmarkkrebs. Genauer gesagt haben die Ärzte bei ihm das Myelodysplastische Syndrom (MDS) diagnostiziert, bei dem das Knochenmark aufgrund genetisch veränderter Stammzellen keine funktionstüchtigen Blutzellen bilden kann. Es droht akute Leukämie.

Paul ist schwer krank. Trotzdem lässt er sich nicht unterkriegen.
Bild: Foto: Familie

Seit dieser Diagnose pendeln Pauls Angehörige, allen voran Mama Karin, und er ständig zwischen Krankenhaus und der kleinen Wohnung, in der sie leben, hin und her. Hoffnung und Verzweiflung bestimmen ihre Tage. Quälende Sorge überschattet den Alltag.

Nun gibt es einen Hoffnungsschimmer: Es sind zwei Knochenmarkspender gefunden, deren Merkmale mit Pauls gut übereinstimmen. Doch ist der kleine Paul zudem an der sogenannten Fanconi-Anämie (FA) erkrankt, bei der das blutbildende Knochenmark zunehmend versagt. Aufgrund dieser Krankheit besteht das Risiko, dass nach einer Stammzellen-Spende eine Abstoßungsreaktion befürchtet werden muss. Die Ärzte machen der Familie aber Hoffnung, dass Paul es schaffen wird. Seit Ende November ist er wieder in der Klinik, wo er auf die Knochenmarkspende vorbereitet wird.

2019: Das waren die Schicksale des Jahres
  • Barbara Linzi (13) bekommt ihren Engel

Am 8. Dezember jährte sich Barbara Linzis Tod zum ersten Mal. Ihr Schicksal hat seitdem viele Menschen in unserem Landkreis bewegt. Menschen, die nicht tatenlos zugesehen haben, sondern Barbaras Familie durch eine bewegende Geste gezeigt haben, wie groß ihr Mitgefühl ist.

In Benefizaktionen haben sie so viel Geld zusammengetragen, dass der Wunsch der 13-Jährigen nach einem ganz speziellen Grabstein erfüllt werden konnte. Barbara hat ihren Engel bekommen, der ihr schon zu Lebzeiten beim örtlichen Steinmetz auf dem Schulweg aufgefallen war. Jetzt lehnt die steinerne Skulptur am Grab des Mädchens.

Lebensfroh, beliebt und engagiert war Barbara. Das Mädchen starb am 8. Dezember, drei Wochen, nachdem es ganz plötzlich erkrankt war.
Bild: Foto: Linzi

Inzwischen wissen Barbaras Eltern, dass ihr Kind an dem ebenso seltenen wie aggressiven Borna-Virus gestorben ist. Als Überträger dieser ansteckenden Gehirn- und Rückenmarksentzündung gilt die Feldspitzmaus. Ob auch andere Spitzmaus-Arten infrage kommen, wird derzeit untersucht – wie so vieles andere mehr auch noch. Die Wissenschaft steht hier erst ganz am Anfang. Die Borna’sche Krankheit galt zunächst als Tierseuche, von der vor allem Huftiere betroffen sind. Es wird vermutet, dass Pferde oder Schafe mit der Feldspitzmaus oder deren Ausscheidungen in Kontakt kommen. Erst seit wenigen Jahren weiß man, dass sich auch Menschen anstecken können.

  • Der Turner Nathanael Flisar ist querschnittsgelähmt

Für Nathanael Flisar aus Treuchtlingen und seine Familie änderte sich das Leben im Juli 2019. Der beliebte Sportler – Mitglied beim TSV Monheim – stürzte beim Trampolinspringen im Garten so unglücklich auf den Kopf, dass er sich die Wirbelsäule brach und seitdem vom Hals abwärts gelähmt ist. Seine Sportkollegen waren geschockt. Nathanael hatte eine Turnerkarriere beim TSV Monheim vor sich. Im ganzen Verein war und ist die Betroffenheit groß. Die Turnabteilung des 900-Mitglieder-Vereins ist das Aushängeschild der Stadt. Nathanael hatte sich seit frühester Jugend dort sportlich betätigt und dort eine zweite Heimat gefunden. Mit Spendenaktionen beteiligten sich die Sportkameraden an Sammlungen für Nathanael.

Ein Unfall auf dem Trampolin hat das Leben von Nathanael (16) völlig verändert. Er kann nicht mehr selbstständig atmen, ist ab dem zweiten Halswirbel gelähmt. Für den Turner des TSV Monheim laufen nun viele Hilfsaktionen an. 
Bild:  privat/ Mutter Antonia

Der wurde direkt nach dem Unfall in eine Spezialklinik nach Murnau geflogen. Dort liegt er seitdem und wird weiter behandelt. Seine Mutter postet operative Eingriffe und kleine Fortschritte ihres Sohnes in den sozialen Netzwerken. Dort schreibt sie jetzt unter anderem: „Nathanael und ich haben heute den E-Rolli und andere Sachen für zu Hause ausgesucht. Nächste Woche wird der Zwerchfellschrittmacher gesetzt, und wenn alles gut geht, werden wir um die Jahreswende Murnau verlassen und auf Reha gehen. Wir sind auf dem Weg in Richtung Alltag!“ (dz)

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