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Jahresrückblick

27.12.2019

2019: Diese Verkehrsprojekte kosteten Nerven

Gesperrte Bundesstraßen, unbelehrbare Lkw-Fahrer und viel Schaden. Auch 2019 war der Verkehr manchmal ein Ärgernis.

  • Die Sperrung der B25: Chaos in Harburg

Genervte Anwohner, gestresste Polizisten und zahlreiche Schäden – die Sperrung der B 25 zwischen Harburg und Großsorheim war einer kehrstechnisch wohl der Aufreger schlechthin im Jahr 2019. Über 70 Tage dauerte es, bis auf der Bundesstraße, auf der täglich im Schnitt rund 14 000 Fahrzeuge unterwegs sind, wieder freie Fahrt herrschte. In der Zwischenzeit war freilich jede Menge passiert. Denn die eigentlich ausgeschilderte Umleitung über Monheim, Wemding und Fessenheim nahmen längst nicht alle Verkehrsteilnehmer wahr. Stattdessen waren regelmäßig Tausende Auto- und Lkw-Fahrer auf Schleichwegen in der Burgstadt und deren Umgebung unterwegs.

So sieht es aus, wenn sich ein 40-Tonner durch die Altstadt in Harburg zwängt. Trotz Verbots wählten täglich Lkw-Fahrer diesen Weg. An mehreren Gebäuden entstanden Schäden. Die Verursacher flüchteten meistens.
Bild: Wolfgang Widemann

Schon kurz nach Beginn der Sperrung Anfang September – der Asphalt auf dem Abschnitt musste komplett erneuert werden – regte sich massiver Protest aus dem Stadtteil Heroldingen, wo Zählungen jeden Tag rund 10 000 Pkw und über 1000 Lastwagen ermittelten. Das Landratsamt reagierte daraufhin und sperrte die ohnehin schon sanierungsbedürftige Kreisstraße für Laster.

Die Sache war damit aber noch längst nicht erledigt: Ein Teil der Brummifahrer ignorierte weiter konsequent sämtliche Hinweisschilder und versuchte, sich durch die Harburger Altstadt zu manövrieren. Die dortigen Gassen aber sind für 40-Tonner allerdings zu schmal. Und so schrammten reihenweise Lkw an Hauswände. In Mitleidenschaft gezogen wurden auch eine Haustreppe, ein Gartenzaun oder ein Birnbaum – und der Marktplatzbrunnen.

2019: Diese Verkehrsprojekte kosteten Nerven

Ein Brummifahrer aus Osteuropa hatte zunächst schon mehrere Häuser gestreift, ehe er von der Nördlinger Straße kommend nach rechts in die Schlossstraße abbiegen wollte. Dabei stand ihm der Brunnen im Weg. Der Lastwagen riss den Brunnen aus seiner Verankerung. Der Schaden an dem Kunstwerk beträgt wohl mehr als 100 000 Euro, die Reparatur erfolgt über den Winter.

Aus dem Asphalt gerissen: diese Fahrbahnbegrenzung in Großsorheim.
Bild: Wolfgang Widemann

Noch deutlich kostspieligere Folgenwaren an der Burgstraße zwischen B 25 und der Einmündung der Schlossstraße zu verzeichnen. Die 40-Tonner waren schlicht zu schwer für die Straße am Hang. Die Fahrzeuge verursachten tiefe Furchen, die Straße drohte abzubrechen. Darum wurde sie verengt und mit einer Ampel versehen. Dennoch waren weiterhin Lkw-Fahrer auf diesem Weg zu finden. Die Erneuerung des Teilstücks der Burgstraße schlagt voraussichtlich mit etwa 600 000 Euro zu Buche.

Der Ausweichverkehr bescherte auch der Polizei jede Menge Arbeit. Es gab während der Sperrung der Bundesstraße rund 300 Anzeigen gegen Lkw-Fahrer, die widerrechtlich in Harburg und Heroldingen unterwegs waren. Vermerkt wurden zudem zwölf Unfallfluchten und zehn Unfälle auf den Ausweichstrecken, bei denen sieben Personen verletzt wurden. Einmal krachte ein Laster beim Rangieren in Harburg sogar in ein Polizeiauto, was für Letzteres einen Totalschaden zur Folge hatte. Die Gesetzeshüter erwischten auch einen Brummifahrer, der 1,7 Promille Alkohol im Blut hatte.

Am 15. November hatte der Spuk dann ein Ende: Die Bundesstraße zwischen Harburg und Großsorheim wurde an jenem Freitagvormittag wieder für den Verkehr freigeben.

  • B 16 bei Tapfheim: Sechs Wochen geht nichts mehr

„Nichts geht mehr“ hieß es von Ende Juli für sechs Wochen zwischen Donauwörth und Tapfheim. Die B 16 wurde mit dem Beginn der Sommerferien zur Großbaustelle. Die Arbeiten begannen ab dem sogenannten „Hubschrauberkreisverkehr“ in der Großen Kreisstadt. Auf etwa zwei Kilometern wurde die Asphaltschicht erneuert.

Bis zum Getränkemarkt in Donaumünster/Erlingshofen kommt man noch. Doch ab dann ist die Straße von Tapfheim aus kommend gesperrt.
Bild: Millauer

Damit will man laut Staatlichem Bauamt Augsburg den zukünftigen Verkehrsverhältnissen gerecht werden. Derzeit habe man auf diesem Streckenabschnitt 15 000 Fahrzeuge täglich. Laut dem Gutachten für die Umgehung Tapfheim dürfte sich diese Zahl in den kommenden Jahrzehnten aber auf 19 000 erhöhen. Zusätzlich wurde im Bereich der Ortseinfahrt Erlingshofen eine Querungsinsel für Fußgänger und Radfahrer sowie eine Linksabbiegespur in die Siedlerstraße hergestellt.

  • Mertingen: Gesperrte Bahnbrücke sorgt für lange Umwege

Mehrere Monate lang war auch in und um Mertingen Geduld gefragt: Dort fanden seit August Arbeiten an der Straßenbrücke über die Bahnlinie zwischen Donauwörth und Augsburg statt. Dies hatte eine Sperrung der Staatsstraße in diesem Bereich zur Folge. Diese hätte eigentlich am 29. November beendet sein sollen.

Die Brücke über die Bahnstrecke bei Mertingen wird am Montag, 16. Dezember, wieder freigegeben.
Bild: Eibl

Doch die Freigabe verzögerte sich wegen Terminproblemen bei den Subunternehmen der beauftragten Firmen um einige Wochen. Die Sperrung bedeutete für die Verkehrsteilnehmer größere Umwege. Denn nur über die Zufahrten Nordendorf oder Bäumenheim konnten Autofahrer nach Mertingen kommen. Auch Radfahrer und Fußgänger konnten die Verbindung nicht nutzen.

  • Nerviger Signalton an der Bahnstrecke

Donauwörth/Mertingen Im Frühjahr werkelte die Deutsche Bahn zwischen Mertingen und Donauwörth. Auf einem knapp zwölf Kilometer langen Gleisabschnitt wurden 23 940 Meter Schienen neu verlegt und über 19 000 Schwellen gelegt. Zudem tauschten die Gleisarbeiter mit Spezialgerät 15 400 Tonnen Schotter aus.

Die Gleisbauarbeiten an der Bahnstrecke zwischen Donauwörth und Mertingen gehen in ihre zweite Phase.
Bild: Bissinger

Mit den Arbeiten einher ging neben dem Baulärm ein Ton, der viele Menschen nervte: ein schrilles, hupendes Signal. Diese sollte die Arbeiter vor nahenden Zügen warnen. Die DB erklärte, habe man sich bewusst gegen eine Komplettsperrung entschieden. Stattdessen waren nur einzelne Gleise nicht befahrbar. So konnte weitestgehend auf Schienenersatzverkehr verzichtet werden, auf eine Warnalge mit akustischen Signalen durfte aber leider eben nicht verzichtet werden.

  • Monheim: erster Kreisverkehr aus Beton

Im Bereich der B-2-Anschlussstelle Monheim-Mitte entsteht ein in dieser Form bislang einmaliges Bauwerk in der Region: ein Kreisverkehr, dessen Fahrbahn nicht aus Asphalt, sondern aus Beton besteht. Diesen Baustoff kennt man auf den Straßen im zentralen und nördlichen Teil von Schwaben bislang nur von der A 8. Das Projekt in Monheim war auf 1,4 Millionen Euro veranschlagt.

Aus Beton gebaut: Ein Kreisverkehr mit einem Durchmesser von 40 Metern entsteht an der B-2-Anschlussstelle Monheim-Mitte, wo die Staats- die Bundesstraße kreuzt. Bei einem Ortstermin schauten sich Vertreter des Staatlichen Bauamts, der Stadt und der beteiligten Firmen das Werk zusammen mit Politikern an.
Bild: Wolfgang Widemann

Den Großteil davon – 1,2 Millionen Euro – finanzierte der Bund, den Rest der Freistaat Bayern. Ein Asphalt-Kreisverkehr wäre günstiger und schneller fertig. Das Staatlichem Bauamt Augsburg hatte sich aber für diese Variante entschieden, weil diese deutlich länger halten. Die Behördenvertreter hoffen so, „30 oder sogar 40 Jahre Ruhe zu haben“.

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