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Jahresrückblick

29.12.2019

2019: Was das Leben bunter und reicher macht

In allen Sparten kreativen, künstlerischen Schaffes war viel im Landkreis Donau-Ries geboten. Einige der zahlreichen kulturellen Höhepunkte.

Was wären wir ohne unsere Kultur? Oftmals wird sie an den Rand gedrängt, weil sie eine Menge Kosten verursacht und in der Regel immer nur Randgruppen anspricht. Weil Kultur stets auch für ihre Daseinsberechtigung kämpfen muss. Wer Jazzmusik liebt, ist beispielsweise nicht unbedingt ein Freund von klassischer Literatur. Wer Klaviermusik von Brahms liebt, muss nicht zwingend einen Sinn für abstrakte Malerei haben. Die Reihe ließe sich beliebig fortsetzen. Kunst und Kultur sprechen also nicht selten verhältnismäßig kleine Interessensgruppen an. Und doch ist sie immer etwas Erbauliches, etwas, das unser Leben bunter, reicher macht, auch etwas Bleibendes.

Musical-Company am Donauwörther Gymnasium führte Shrek auf.
Bild: Barbara Würmseher

Ganz in diesem Sinne hat auch unser Landkreis 2019 wieder viel Schönes erlebt. Oft bleiben Kunst und Kultur im Verborgenen. Nicht immer wird publik, wo Kreatives zum Blühen kommt. Gerade in kleineren Kommunen mag das der Fall sein. Aber auch dann gilt solchen Veranstaltungen eine hohe Wertschätzung. Denn die Freude daran ist nicht abhängig von der Anzahl der Besucher. Wo sich etwa Sänger zusammentun, um Lieder zum Klingen zu bringen, zählt immer auch die Schönheit des Augenblicks.

Freilich hat unser Landkreis im abgelaufenen Jahr auch wieder große Momente erlebt, die in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt sind. Im Bereich der bildenden Kunst war das sicher der Kunstpfad Donau-Ries. 25 Künstler haben an 24 Orten – zumeist außergewöhnliche Freiluft-„Galerien“ – zeitgenössische Arbeiten gezeigt. Zwei Monate lang hatten Kunstfreunde Gelegenheit, diese ungewöhnlichen Schauplätze zu suchen und zu finden.

2019: Was das Leben bunter und reicher macht
Bei der Freiluft-Ausstellung Kunstpfad Donau-Ries gab es auch ein Gemälde am Alten Donauhafen in Donauwörth.
Bild: Simon Bauer

Kabarett und Kleinkunst, Starkbierfeste und Comedy haben zum Lachen animiert. Im Kaisheimer Thaddäus findet das in schöner Regelmäßigkeit statt. Aber auch andere Veranstalter bringen namhafte Größen der Szene zu uns. Nichtsdestotrotz gibt es auch regionale Künstler wie beispielsweise Die Problemzonen, die heuer den Lacher-Kulturpreis in Rain bekamen.

Erstmals lud die Königin der Panflöte Daniela de Santos zum großen Musikfestival auf die Harburg. Dort mischte sich die malerische Kulisse mit traumhaften Klängen in lauer Sommerluft.

Eliza Doolittle Marion Sebald auf der Donauwörther Freilichtbühne
Bild: Simon Bauer

Das Theater Donauwörth lieferte mit „My Fair Lady“ auf der Freilichtbühne eine reife Leistung ab, mit der sich der langjährige Spielleiter Wolfgang Schiffelholz verabschiedete. Dort wird es einen Neuanfang geben, ebenso wie es ihn beim Rainer Kult-Chor Briganori gegeben hat. Nach dem Tod von Konni Ehlich hat Michaela Zach die Leitung übernommen und überzeugt mit Power.

Die Rückkehr der kostbaren Prescher-Orgel in Niederschönenfeld ist ein Gewinn für die ganze Region, wie es – im architektonischen Sinn – auch die Harburg ist. Dieses Gesamtkunstwerk wird in einzelnen Schritten peu à peu instand gesetzt. 2019 war es die Burgvogtei, die aus dem Dornröschenschlaf geweckt wurde.

Die zahlreichen Blaskapellen und Chöre spielen und singen das ganze Jahr über und vereinen so viele Musiker und Sänger in Liebe zur Musik. Auch heuer wurden wieder Jubiläen gefeiert. So gibt es beispielsweise den Crescendo-Chor Donauwörth, den Singkreis Gempfing und den Vokalkreis Rain jeweils 30 Jahre.

Orgelweihe in Niederschönenfeld Festkonzerte, Festmesse, Festakt
Bild: Simon Bauer

Auch die großen Klassik-Reihen gingen wieder weiter: allen voran die Konzerte des Mertinger Kulturkreises, die Rosetti-Festtage und die Leitheimer Schlosskonzerte. Bei Letzteren verabschiedete sich das Ehepaar von Tucher aus der Organisation und übergab an ein neu gegründetes Kultur-Unternehmen.

Künstler Helmut Christian Walter
Bild: Barbara Würmseher

In Sachen Pop und Gospel sorgt der nimmermüde Kantor Hans-Georg Stapff unter anderem mit seinem Notenkessel dafür, dass diese Stilrichtung regelmäßig zu Gehör kommt. Und die Reihe Jazz in Rainkultur bietet dieser Sparte eine regelmäßige Bühne im Schloss. Das Rainer-Winkel-Festival bot 2019 ebenfalls wieder Gelegenheit, eine ganz besondere Musikrichtung in einem großartigen Open Air zu erleben: Bayernpop im weitesten Sinne. Zuvor schon hatte die Interessensgemeinschaft unter Johannes Geier erstmals einen regionalen Band-Wettbewerb veranstaltet.

Von der künstlerischen Bühne abgetreten ist 2019 der Donauwörther Maler Helmut C. Walter. Für den 79-Jährigen hat Künstlersein zeitlebens viel mehr bedeutet als das Arbeiten im Atelier, das Ausstellen von Werken oder das Schreiben und Sprechen darüber. Künstlersein war für ihn ein steter Versuch, das Leben in all seinen Schichten zu erfassen und Neues hinzuzufügen. Helmut C. Walter wird in seinem Werk weiterleben.

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