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Jahresrückblick

23.12.2019

2019: Was in der Politik wichtig war

Wie hat der Landkreis gewählt? Welche Bürgermeister hören auf? 2019 brachte Überraschendes.

  • Europawahl: Der Landkreis wählt schwarz und grün

Fast 60 Prozent der Wahlberechtigten gingen am 26. Mai zur Europawahl. Das war eine enorme Steigerung, denn 2014 gingen lediglich gut 40 Prozent ihr Kreuz machen. Vorbildlich waren hier die Bürger der Gemeinde Forheim. Über 73 Prozent der Wahlberechtigten gingen dort ins Wahllokal.

Die stärkste Kraft im Landkreis Donau-Ries wurde erneut die CSU. Sie holte 50,5 Prozent der Stimmen. 2014 hatten die Christsozialen über zehn Prozent eingebüßt, das konnten sie 2019 nicht wieder gutmachen. Allein in Munningen, Marktoffingen, Megesheim und Wolferstadt lagen sie bei über 60 Prozent. „Ein sehr solides Ergebnis“, sagte Kreisvorsitzender Ulrich Lange dazu. Bayernweit betrachtet schnitt die Union im Landkreis enorm gut ab. Denn der Donau-Ries-Kreis war nicht nur der einzige Landkreis, in dem die CSU über 50 Prozent holte, es ist auch der Landkreis, in dem die Union die meisten Stimmen in Schwaben holen konnten. Die Kreis-Union hatte zwei Listenkandidaten gestellt. Wie erwartet waren weder Joachim Fackler noch Birgit Rößle ins Parlament einzogen.

Joachim Fackler und Birgit Rössle aus Donauwörth kämpfen für den Spitzenkandidaten ihrer Partei, Manfred Weber (CSU). Der ist nicht persönlich, aber zumindest als Aufsteller aus Pappe immer dabei. Die beiden sind die einzigen Politiker im Landkreis, die auf einer Liste für die Wahl zum europäischen Parlament stehen. 
Bild: Barbara Wild

Am meisten Stimmen dazugewinnen konnten bei der Europawahl die Grünen. Bündnis 90/Die Grünen holten mit 13,8 Prozent ein zweistelliges Ergebnis und waren damit nach der CSU die zweitstärkste Kraft. Mächtig Zulauf hatten die Grünen vor allem in den Städten wie Nördlingen, Donauwörth und Oettingen, aber auch in Alerheim und Oberndorf wurde hier vermehrt das Kreuz gemacht. Den Spitzenwert von fast 19 Prozent holten die Grünen in Reimlingen. Auch die Freien Wähler konnten ihre Wählerschaft erweitern und sich um zwei Prozentpunkte steigern. Sie holten 6,1 Prozent der Stimmen.

2019: Was in der Politik wichtig war

Mit einem Ergebnis von 8,2 Prozent konnte sich die AfD weiter im Landkreis behaupten und gehört wohl dauerhaft zur Parteienlandschaft im Landkreis wie auch in Bayern. In Auhausen holte sie ihr stärkstes Ergebnis, und zwar 11,2 Prozent. 2014 konnten die Europa-Gegner in der Riesgemeinde 17,3 Prozent erreichen.

  • Buchdorf: Rathauschef wird "abgewählt"

Seine Amtskollegen im Landkreis hatten sich schon längst entschieden, ob sie weitermachen oder nicht. Georg Vellinger, Bürgermeister in Buchdorf seit 1990, ließ sich lange Zeit. An Ende passierte wirklich, was politische Akteure bereits ahnten: Vellinger wollte als ehrenamtlicher Bürgermeister weitermachen, um auch mit 67 Jahren noch die Geschicke des Juradorfes leiten zu können.

Georg Vellinger wird seine Amtszeit im Frühjahr 2020 beenden müssen.
Bild: Wenzel 

Doch diese Rechnung hatte er ohne die PWG Buchdorf gemacht. Diese hatte notwendig gemacht, dass die Buchdorfer darüber entscheiden, ob Georg Vellinger diesen Winkelzug nehmen darf, um Bürgermeister zu bleiben. Der Bürgerentscheid am 11. November war eindeutig: 60 Prozent wollen, dass der Bürgermeister in Buchdorf hauptamtlich bleibt. Vellinger muss also aufhören. Damit ist nun zwar die Entscheidung da, aber auch eine Lücke zu füllen. Denn weder die PWG noch die CSU hatten bis zum Bürgerentscheid einen Kandidaten präsentiert. Das müssen sie nun nachholen.

  • Bürgermeister-Beben: Mehr als die Hälfte der Rathauschefs im Landkreis hört auf

Die Region steht vor einem politischen Wandel. Denn 22 der 42 Bürgermeister im Landkreis Donau-Ries werden sich am 15. März 2020 nicht mehr zur Wahl stellen. Unter den Namen der abtretenden Amtschefs hat wohl einer am meisten überrascht:

Oberbürgermeister Armin Neudert CSU, Stadt Donauwörth
Bild: Karin Haupt

Donauwörths Oberbürgermeister Armin Neudert erklärte im März, nicht mehr weitermachen zu wollen. Für die CSU begann eine fieberhafte Suche nach einem geeigneten Kandidaten. In Harburg lässt Wolfgang Kilian einen Nachfolger auf den Chefsessel. Nach 30 Jahren im Amt übergibt auch Gerhard Martin, Rathauschef in Rain, die Geschäfte – seine Amtskollegen im Lechgebiet tun es ihm alle gleich. Albert Lohner wird in Mertingen nicht mehr antreten. Und auch im Jura wird mit neuen Köpfen in Rögling, Fünfstetten, Buchdorf, Otting, Fünfstetten und Tagmersheim ein Neuanfang anstehen. Fast überall haben sich mehrere Kandidaten bereits in Position gebracht.

  • Landrat: Drei Mitbewerber bei der Kommunalwahl 2020

Es war sicher keine Überraschung, als Landrat Stefan Rößle bereits im Februar dieses Jahres klar machte, wieder antreten zu wollen. Es wäre dann seine vierte Amtszeit.

Dass eine Wiederwahl nicht zwangsläufig eine Selbstverständlichkeit ist, hat Stefan Rößle bereits bei der vergangenen Wahl spüren müssen. Die Landratswahl im Jahr 2014 hatte Rößle nur knapp gewonnen. Er erhielt 50,03 Prozent der Stimmen. Nur 16 Stimmen bescherten Rößle den Sieg, anderenfalls hätte es eine Stichwahl gegeben.

Auch wenn dieses Mal die politische Stimmung im Landkreis deutlich weniger emotional ist als 2014 – ein Selbstläufer wird es nicht. Vor sechs Jahren hatten Stromtrassengegner mobil gemacht und zuvor die Personalie Georg Schmid die Gemüter erhitzt. Damals wie 2020 tritt Peter Moll, 56, für die SPD an und hat für die Landratskandidatur die doch aussichtsreiche Bewerbung um das Amt des Oberbürgermeisters in Donauwörth ausgeschlagen. Moll ist leitender Ministerialrat im bayerischen Gesundheitsministerium und hatte 2014 38,4 Prozent der Stimmen erhalten.

Landrat Stefan Rößle hat es 2020 mit drei Gegenkandidaten zu tun.
Bild: Julia Lanzer, LRA

Auch die Grünen stellen 2020 wieder einen Kandidaten: Nico Ach, 38, Fraktionsvorsitzender der Grünen-Fraktion im Kreistag, wird sich zur Wahl stellen und könnte vom bundes- und bayernweiten Aufwind seiner Partei profitieren. Ach ist Geschäftsführer einer mittelständischen IT-Firma. Zuletzt präsentierten die Parteifreien einen Kandidaten: Florian Riehl, 33, aus Rain, Kreisrat und Stadtrat in Rain, wird für die PWG ins Rennen gehen. Der Programmierer ist der jüngste der Kandidaten.

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