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Donau-Ries

07.11.2017

21-Jähriger handelt mehrfach mit Drogen

Justitia, die Göttin der Gerechtigkeit.
Bild: Foto: dpa

Der junge Mann verkauft Marihuana im südlichen Landkreis. Wie ein neues Gesetz ihm teuer zu stehen kommt

960 Euro ist viel Geld – vor allem für einen jungen Mann, der gerade eine Ausbildung macht. Mindestens diese Summe hat ein 21-Jähriger, der im Zeitraum der Taten im Donauwörther Stadtgebiet wohnte, durch Drogenverkäufe „erwirtschaftet“. Deshalb musste er sich nun vor dem Nördlinger Amtsgericht verantworten.

Zwischen Oktober 2015 und März dieses Jahres soll der Angeklagte mindestens 24 Mal Marihuana gekauft und mit diesem später gehandelt haben – so lautete der Vorwurf von Staatsanwalt Hans-Peter Dischinger. Der Beschuldigte erwarb zum Teil 50 Gramm pro Einkauf. Dieses verkaufte er anschließend in kleineren Mengen für zehn Euro pro Gramm.

Rechtsanwalt Bernd Scharinger stimmte den Ausführungen der Staatsanwaltschaft weitestgehend zu, betonte aber gleichzeitig: „Mein Mandant hat kein Buch geführt, also weiß niemand, wie viele An- und Verkäufe es wirklich waren.“ Der Angeklagte beteuerte, seit einer Hausdurchsuchung im April keine Drogen mehr besessen oder konsumiert zu haben.

Während der Verhandlung kam auch Jugendgerichtshelferin Sonja Weber zu Wort. Sie bescheinigte dem jungen Mann einen normalen Entwicklungsstand sowie eine gute Kooperation. „Er zeigte sich im Laufe des Gesprächs geständig und sieht ein, dass er einen großen Fehler begangen hat“, sagte sie. Zudem müsse der Beschuldigte derzeit regelmäßig eine Urin-Probe beim Landratsamt abgeben, um seinen Führerschein behalten zu dürfen.

Dass sich der junge Mann vor Gericht geständig zeigte und keinerlei Vorstrafen aufwies, hielt ihm auch Staatsanwalt Dischinger zugute. Dennoch forderte er 64 Stunden gemeinnütziger Arbeit, mindestens zwei weitere Urin-Proben pro Jahr, ein Wochenende Freizeitarrest sowie 1000 Euro Geldstrafe. Das war jedoch noch nicht alles: „Seit 1. Juli gibt es eine neue gesetzliche Vorschrift. Diese sieht vor, dass der Angeklagte die Summe, die er durch Drogenverkäufe erworben hat, wieder zurückzahlen muss. Das sind demnach weitere 960 Euro“, erklärte Dischinger.

Rechtsanwalt Scharinger hob die schwierige finanzielle Situation seines Mandanten hervor, der als Beschäftigter einer Zeitarbeitsfirma nicht sonderlich viel verdiene. „Deshalb reichen meines Erachtens nach – neben der Rückzahlung des Geldes aus den Drogenverkäufen – 500 Euro Geldbuße. Auch von einem Arrest kann in diesem Fall abgesehen werden, zumal dieser meist eh wenig bringt“, sagte der Rechtsbeistand.

Jugendrichter Andreas Krug verurteilte den 21-Jährigen zu einer Zahlung in Höhe von 400 Euro an den Kreisjugendring Donau-Ries und zu 80 Stunden gemeinnütziger Arbeit. Dazu muss der junge Mann die besagten 960 Euro aus den Drogenverkäufen zurückzahlen und darüber hinaus ein Jahr nachweisen, drogenfrei zu leben. Krug begründete: „Der Verurteilte hat eine große Bereitschaft gezeigt mitzuwirken. Zudem schränken ihn die 80 Stunden massiv in seiner Freizeit ein.“ Abschließend gab er dem jungen Mann mit auf den Weg: „Das muss jetzt bei Ihnen klappen, sonst folgt ein Arrest – und der wird nicht nur ein Wochenende dauern.“

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