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Donauwörth

25.07.2018

400 Euro Steuer für Kampfhunde

Halter von Kampfhunden müssen ab dem kommenden Jahr in Donauwörth deutlich tiefer in die Tasche greifen. Der Stadtrat hat beschlossen, dass dafür künftig 400 Euro fällig werden. Der Antrag dazu kam von den Grünen, die eine Abgabe von 1000 Euro gefordert haben.
Bild: (Symbolfoto) Rolf Rick

Die Stadt Donauwörth beschließt als letzte Stadt im Landkreis eine Abgabe. Die Grünen sind zufrieden, auch wenn sie eine deutlich höhere Summe gefordert haben.

Bislang war Donauwörth die einzige Stadt im Landkreis in der Besitzer von Kampfhunden keine Steuern für ihre Tiere bezahlen mussten. Aufgrund eines Antrags der Grünen stimmte der Stadtrat jetzt über das Thema ab. Die Partei hatte eine steuerliche Belastung der Halter mit 1000 Euro gefordert. Beschlossen wurde letztlich mit 16 zu fünf Stimmen, dass ein erhöhter Steuersatz von 400 Euro im Jahr kommen soll. Die Summe hatten die Stadträte im Juni mehrheitlich im Haupt- und Finanzausschuss beschlossen.

„Wir sind schon lange an dem Thema dran. Wir wollen nicht abwarten, bis etwas passiert. Es gab zuletzt, auch in Bayern, diverse Fälle in denen Kinder oder Senioren verletzt wurden“, sagt Grünen-Stadtrat Albert Riedelsheimer. Bereits im Jahr 2011 gab es Beratungen zu dem Thema. Damals gab es zehn Kampfhunde in Donauwörth. Aufgrund offener Fragen, beispielsweise zur Besteuerung von Jagdhunden, wurde der Sitzungspunkt damals verschoben nicht wieder aufgenommen, sodass es zu keinem Beschluss kam.

Die Grünen haben zu dem Thema einen ganz klaren Standpunkt: „Ein Hund als Kamerad ist ok, aber es gibt absolut keine Notwendigkeit, sich einen Kampfhund zu halten“, sagt Riedelsheimer. Es gehe darum, die Haltung solcher Vierbeiner „unattraktiv“ zu machen. Mit der geforderten Höhe der Besteuerung lag die Partei deutlich über dem was andere Städte im Landkreis verlangen. (siehe Infokasten). Laut Riedelsheimer verlangt aber unter anderem Starnberg ebenfalls diese Summe. Die nun beschlossenen 400 Euro sind aus seiner Sicht „ein erster richtiger Schritt“, weswegen seine Partei dies auch mittrage.

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In Donauwörth sind laut Auskunft der Stadt knapp 800 Hunde gemeldet. Darunter sind fünf Kampfhunde. Dabei handelt es sich um Rottweiler, eine Bordeauxdogge und die italienische Rasse Cane Corso. Sie gehören zur Kategorie 2. Dabei handelt es sich zwar um Kampfhunde, für die ein Wesensgutachten bestätigt, dass von ihnen keinerlei Gefahr ausgeht. Das Ordnungsamt hat deswegen die Erlaubnis erteilt, dass die Vierbeiner gehalten werden dürfen. Die 400 Euro werden bei diesen Tieren künftig allerdings trotzdem fällig. In Kategorie 1 fallen unter unter anderem Pitbulls und American Staffordshire Terrier. Hier wird von einer gesteigerten Aggressivität oder Gefährlichkeit ausgegangen. Im Landkreis Donau-Ries sind derzeit 46 Kampfhunde registriert.

Im Donauwörther Stadtrat kam die Sorge auf, dass diese Regelung dazu führen könnte, dass Halter ihre Kampfhunde nicht mehr anmelden. Laut Stadtverwaltung laufen alle fünf bis sechs Jahre Mitarbeiter durch die Stadt und erheben den Hundebestand. Wer dann erwischt werde, müsse die fälligen Steuern nachzahlen.

Bevor die neue Regelung in Donauwörth allerdings in Kraft tritt, wird es noch etwas dauern. Zunächst muss die entsprechende Satzung geändert und im Amtsblatt veröffentlicht werden. Die Kommune zieht zudem die jährlich anfallende Hundesteuer immer am 1. April ein. Die Besitzer müssen die 400 Euro deswegen erst im Jahr 2019 bezahlen.

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