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Huisheim

06.10.2019

50 Jahre verheiratet, 230 Jahre engagiert

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Marianne und Hermann Färber waren und sind vielfältig für die Gesellschaft aktiv. Nun hat das Paar Goldene Hochzeit gefeiert.
Bild: Michael Heidecker

Marianne und Hermann Färber sind aus dem Dorfleben in Huisheim nicht wegzudenken. Nun hat das Ehepaar goldene Hochzeit gefeiert.

Hermann Färber ist seit 233 Jahren ehrenamtlich aktiv. Dabei ist er erst 72 Jahre alt. Die Zahl ist natürlich auch nur eine rechnerische Spielerei. Sie kommt zustande, wenn man die Dauer alle Ämter zusammenzählt, die Hermann Färber mitunter parallel bekleidet hat. Gemeinsam mit seiner nicht minder aktiven Ehefrau Marianne setzt er sich mit aller Kraft für Huisheim, aber auch den ganzen Landkreis Donau-Ries ein. Nun kommt zu dieser beeindruckenden Ziffer auch noch eine ganz persönliche runde Zahl hinzu: Das Ehepaar hat goldene Hochzeit gefeiert: 50 gemeinsame Ehejahre.

Kennengelernt haben sich die Färbers in einer Wirtschaft am Gosheimer Baggersee. Hermann Färber war 17 Jahre alt und hatte gerade seine Ausbildung zum Bankkaufmann angetreten. Die damals 15-jährige Marianne arbeitete als Hausmädchen in der Donauwörther Parkstadt. Obwohl sie nur am Wochenende nach Hause kam, entstand eine Beziehung zwischen den beiden. Denn es hatte sofort gefunkt. Und nachdem Hermann seine Wehrpflicht erfüllt hatte, heirateten sie 1969.

30 Jahre lang im Gemeinderat

Damals waren die Färbers noch nicht ehrenamtlich engagiert. Das änderte sich durch den späteren Wemdinger Bürgermeister Willi Fackler, mit dem sich Hermann Färber in der gemeinsamen Bundeswehrzeit angefreundet hatte. „Willi hat immer zu mir gesagt, ich solle mich auch mal selbst im Dorf einbringen, nicht immer nur von anderen profitieren“, erzählt Färber. Was als Helfer in Facklers Bürgermeisterwahlkampf begann, mündete für Färber selbst in einem politischen Mandat. 30 Jahre lang war er Huisheimer Gemeinderat. Außerdem im Schulverband der Grundschule und zwölf Jahre in der Versammlung der Verwaltungsgemeinschaft.

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Doch mit der Kommunalpolitik nicht genug: Auch beim BC Huisheim war der berufstätige Bänker bald nicht mehr wegzudenken. 1981 übernahm er als Vorsitzender den Verein mit 200 Mitgliedern und hohen Schulden. 2001 gab er das Amt wieder ab – und hinterließ einen florierenden Verein, der 750 Mitglieder zählt.

Und auch auf Landkreisebene setzte sich Hermann Färber für das sportliche Leben ein. Um Fußballvereinen den Kauf von teuren Maschinen zu ersparen, gründete er 1991 mit einigen Helfern die Sportplatz-Pflegegemeinschaft. Diese stellt mittlerweile für 64 Vereine und Gemeinden im Landkreis Maschinen zur Rasenpflege zur Verfügung.

Seit 30 Jahren Mesnerin

In manchen Zeiten war Färber höchstens einen Tag in der Woche zu Hause. Auch wenn Marianne Färber hin und wieder bedauerte, dass das Ehrenamt viel Zeit in Anspruch nahm, unterstützte sie ihren Mann immer. Sie selbst blieb zuerst zu Hause, um die beiden Söhne großzuziehen. 1989 begann auch sie, das Huisheimer Dorfleben zu bereichern. Sie übernahm das Mesneramt in der Kirchengemeinde – und hat es bis heute behalten. „Die Kirche war immer ein Teil unseres Lebens. Aber ich war die erste Frau in Huisheim, die Mesner geworden ist“, erzählt sie. Durch ihre Arbeit in der Kirche half auch der Ehemann immer wieder mit. 2012 wurde er Mitglied in der Kirchenverwaltung.

In jener Kirche haben die beiden dieses Jahr ihre goldene Hochzeit gefeiert. Rund 70 Gäste kamen, genau wie vor 50 Jahren. Nach Festgottesdienst und Sektempfang, der von der Huisheimer Musikkapelle begleitet wurde, lud das Paar zum Festessen ins Wirtshaus ein.

Alle Verdienste und freiwilligen Tätigkeiten der Färbers aufzuzählen, ist nicht möglich, schon allein wegen der Bescheidenheit der beiden. Doch auch im Ruhestand haben sie noch lange nicht damit aufgehört sich zu engagieren. Etwas zu tun gibt es immer, und freiwillige Helfer werden immer seltener.

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