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Aktion

08.07.2020

7000 Kippen in Donauwörth gesammelt

Über 7000 Kippen haben die Aktiven der Plogging-Gruppe sowie der Stiftung Sankt Johannes am Samstag in Donauwörth gesammelt.
Bild: Claudia Sorré

Die Plogging-Gruppe Donauwörth setzt sich für Umweltschutz ein und hat Lösungsansätze.

„Die Natur ist kein Aschenbecher“ – unter diesem Motto hat sich die Plogging-Gruppe Donauwörth für eine Müllsammel-Aktion im Donauwörther Ried getroffen. Diesmal wurde sie tatkräftig von der Stiftung Sankt Johannes sowie vom AWV unterstützt.

Geschätzt wurden am Samstag etwa 7000 Zigarettenkippen gesammelt. Die waren überall – auf dem Gehweg, am Straßenrand, unter Parkbänken. Doch die Kippen sind nicht nur ein ästhetisches Problem, wie die Aktiven der Gruppe betonen. Sie schädigen auch die Umwelt. Zigarettenkippen seien „weltweit das am häufigsten weggeworfene Abfallprodukt“. Vor allem an Stränden und Küsten werden sie achtlos weggeschnippt.

In Deutschland werden jeden Tag 400 Millionen Zigaretten geraucht

Pro Tag werden laut Weltgesundheitsorganisation WHO alleine in Deutschland 400 Millionen Zigaretten geraucht, und drei Viertel davon landen nicht im Aschenbecher, sondern am Straßenrand oder in der Natur.

Die Filter bestehen aus dem Kunststoff Celluloseacetat und enthalten eine Reihe gefährlicher Giftstoffe: Beim Rauchen sammeln sich Substanzen wie Arsen, Blei, Chrom, Kupfer, Kadmium, Formaldehyd, Benzol und polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) im Filter. Und nicht zu vergessen: Nikotin. Es ist laut Gefahrenstoffrecht mit langfristiger Wirkung auch giftig für Wasserorganismen.

Zersetzung einer Kippe braucht bis zu 15 Jahre

Eine Zigarettenkippe könne, so Christine Anselmi, Leiterin der Plogging-Gruppe Donauwörth, je nach äußerem Umfeld bis zu 15 Jahre brauchen, bis sie sich zersetzt. Und immer wenn es regnet, sickerten diese Stoffe mit dem Regenwasser in den Boden oder in die Kanalisation.

Gefährdet seien die Menschen auch direkt. Bei Kleinkindern kann schon eine verschluckte Kippe zu Vergiftungssymptomen wie Übelkeit, Erbrechen und Durchfall führen.

Die Plogging-Gruppe setzt auf diese Lösungsansätze:

Bessere Aufklärung der Menschen, „denn vielen Rauchern ist die Umwelt-Problematik gar nicht bewusst“. Deshalb versuche die Gruppe, mit ihren Aktionen Menschen zu sensibilisieren und das Wegwerfverhalten zu ändern: „Wenn kein Mülleimer in der Nähe vorhanden ist, können die Raucher ihre Kippen zum Beispiel in kleinen Taschen-Aschenbechern sammeln.“

Kippen gehörten zudem in den Restmüll, damit sie ordnungsgemäß entsorgt werden. Ferner solle die Tabakindustrie für die Entsorgung aufkommen – ähnlich wie Batteriehersteller. (pm)

Weitere Infos und Termine bei Facebook unter „Plogging Donauwörth“ , per E-Mail an plogging-don@gmx.de oder im Internet unter www.transition-town-donauwoerth.de

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