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Baugebiet

22.11.2019

Ab sofort gibt es neue Grundstücke in Staudheim

Am westlichen Ortsrand von Staudheim entsteht ein Neubaugebiet. Bis zum Frühjahr 2012 soll es soweit fertig sein, dass dort gebaut werden kann.
Foto: Barbara Würmseher

Die Stadt Rain verkauft sieben Bauplätze im Bereich „Staudheim West III“. Bewerber werden nach festen Kriterien ausgewählt. Was der Quadratmeter kostet.

In der Kernstadt Rain wie auch in den Ortsteilen sind Verwaltung und Politik am Ball, um weitere Baugebiete ausweisen zu können. Aktuell steht in Staudheim das Siedlungsgebiet „Staudheim West III“ kurz vor der Fertigstellung. Ab sofort können sich Interessierte für ein Grundstück dort vormerken lassen. Neun Bauplätze gibt es insgesamt, zwei davon sind in privater Hand. Die restlichen sieben werden von der Stadt Rain verkauft – für 140 Euro pro Quadratmeter. In der Kernstadt Rain lag der Quadratmeterpreis städtischerseits zuletzt bei 160 Euro. Ab Frühjahr 2021 können dann in Staudheim neue Einfamilienhäuser entstehen. Das beschloss der Stadtrat jetzt und stellte auch den Bebauungsplan auf.

Welche Vergabekriterien es gibt

Es gibt einen ganzen Katalog an Vergabekriterien, für die die Grundstücks-Bewerber Plus- beziehungsweise Minuspunkte bekommen:

Wer das künftige Haus selbst nutzen möchte, bekommt fünf Pluspunkte.

Wer bereits in der Kernstadt Rain beziehungsweise in einem der Ortsteile wohnt, bekommt einen Pluspunkt.

Pro Kind in der Familie gibt es einen weiteren Pluspunkt.

Wer bisher noch kein Wohn- oder Grundstückseigentum hat, sammelt einen weiteren Pluspunkt.

Einen Minuspunkt gibt es hingegen für solche Bewerber, die bereits außerhalb Rains ein Grundstück oder Wohnungseigentum haben.

Ebenso gibt es je einen Minuspunkt für eine Eigentumswohnung in der Kernstadt, für ein Wohnhaus in Rain und für ein Wohnhaus in einem der Ortsteile.

Auch komplette Ausschlusskriterien sind festgelegt: Wer bereits ein bebaubares Grundstück in Rain sein Eigen nennt, oder ein bebaubares Grundstück in einem der Ortsteile, oder schon früher einmal ein Grundstück von der Stadt Rain erworben hat, kann jetzt keinen der Bauplätze in Staudheim kaufen.

Letztendlich obliegt die endgültige Entscheidung darüber, wer einen Bauplatz bekommt und wer nicht, dem Stadtrat Rain.

Diskussion im Stadtrat

Während die Vergabekriterien an sich bei den Stadtratsmitgliedern unstrittig waren, wollte Stadtrat Josef Gawlik (WRST) den Katalog der Plus- und Minuspunkte um einen Aspekt erweitert wissen. Er beantragte, einen Sonderpunkt für Staudheimer zu vergeben. „Damit würden wir jungen Bürgern ermöglichen, in ihrem Ortsteil zu bleiben“, argumentierte er. „Sonst besteht die Gefahr, dass einer abwandern muss, weil er hier nichts bekommt.“

Bürgermeister Gerhard Martin sieht eine solche Regelung als problematisch an. Schließlich gebe es Vorzugspunkte für alle, die in der Stadt Rain wohnen, so auch für die Staudheimer. „Das würde ja bedeuten, wir müssten es künftig in allen Stadtteilen so mit Sonderpunkten halten. Warum aber sollen wir unter den Einwohnern Rains Unterschiede machen?“ Der Bürgermeister lehnt ein Bonus-Malus-System innerhalb der eigenen Bürgerschaft ab. Das Punktesystem beziehe sich immer auf die gesamte Stadtgemeinschaft, erklärte er. „Sonst fallen wir ja zurück in eine Zeit vor der Eingemeindung.“

Inhaltlich schlossen sich etliche Stadträte und Ortssprecher an. Reinhard Prummer (SPD) erklärte, ein Sonderpunkt für Staudheimer in Staudheim würde im Umkehrschluss heißen, dass Staudheimer in Rain nur erschwert bauen könnten, weil dann dort die Rainer Sonderpunkte bekämen.

Warten auf „Fall X“

Ruth Thrä-Mayr sprach sich dafür aus, das Punktesystem so zu belassen, wie vorgeschlagen. „Die Stadtteile sollen sich immer mehr miteinander verbinden. Das soll das Ziel sein“, sagte sie. Konrad Spies (WVRST) gab zu bedenken, dass rein theoretisch ein Auswärtiger mit vielen Kindern mehr Pluspunkte sammeln könne, als ein Einheimischer und somit bevorzugt wäre.

Zweiter Bürgermeister Leo Meier (CSU) erklärte: „Wir sind um jede auswärtige Familie froh. Zuzug und neue Arbeitskräfte sind erwünscht. Warum sollten wir uns daran stören? Es ist unsere Politik, mehr Arbeitsplätze zu schaffen. Wenn wir nun den Firmen sagen, Bauplätze gibt es nur für Einheimische, dann ist das eine gefährliche Botschaft.“ Im Übrigen habe man es bei keinem Baugebiet so gemacht, wie von Gawlik angeregt. – „Ich kann dieser Diskussion nicht mehr folgen“, erklärte Bürgermeister Martin schließlich. Tatsächlich sei es auch eine sehr theoretische Diskussion, da zum jetzigen Zeitpunkt völlig unklar sei, wie groß die Nachfrage überhaupt ist.

Josef Gawlik machte am Ende einen Rückzieher: „Belassen wir es dabei und warten wir, bis der Fall X eintritt.“ Bebauungsplan und Richtlinien für die Grundstücksvergabe für „Staudheim West III“ wurden einstimmig beschlossen.

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