Marxheim

29.06.2015

Abflug nach Berlin

Wo die Luftballons landen werden, steht noch nicht fest. Die Botschaft aus Marxheim wird Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel aber auf jeden Fall erhalten.
Bild: Jürgen Ziegelmeir

Die Bürgerinitiativen gegen die Stromtrasse senden Bundeswirtschaftsminister Gabriel eine Botschaft und lassen dafür in Marxheim mehr als 300 Luftballons steigen.

Von Jürgen Ziegelmeir

Wenn Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel in den nächsten Tagen Post bekommt, kann es sein, dass diese aus Marxheim kommt. Dass einer der 300 Luftballons im Bundestag einfliegt, ist eher unwahrscheinlich. Hoffnung besteht aber, dass die Finder der Ballons die Karte mit der Botschaft nach Berlin senden. Als Symbol des Widerstands gegen die geplanten Stromtrassen galt diese Aktion der Bürgerinitiativen (BI): 99 Luftballons für Minister Gabriel. „Wir lehnen die Hochspannungsleitung noch immer ab“, sagte Martin Stegmair von der BI Niederschönenfeld-Feldheim. Seine Aussage belegte er mit zwei Hauptargumenten.

Noch sei der Bedarf nicht bewiesen. Deshalb fordern die BI eine ehrliche Berechnung, die diesen zweifelsfrei nachweist. Denn es geht um den Schutz der Menschen. Wie wirkt sich die Strahlenbelastung über einen längeren Zeitraum auf die Gesundheit aus? Eine Studie darüber liege noch nicht vor, klagte Stegmair. Mit seinen Aussagen unterstützte ihn Werner Roßkopf am vergangenen Sonntagnachmittag: „In Irsching steht das modernste Gaskraftwerk mit vorhandener Infrastruktur.“ Alternativen gebe es also. Aus diesem Grund sind die BI gegen jeden geplanten Trassenverlauf und auch gegen das Erdkabel. „Horst, halt dein Wort“, rief Roßkopf zu den etwa hundert Menschen, die sich am Marxheimer Sportplatz einfanden. Mit dem Text, der sich auf den Karten befindet, drücken die BI ihren Willen detailliert aus:

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„Sehr geehrter Herr Gabriel! Wir fordern eine Energiewende für Bürger/Umwelt und nicht für die Kassen der Stromkonzerne. Wir wollen eine dezentrale Energiewende mit dem Ziel 100 Prozent erneuerbarer Energie. Wir wollen keinen Braunkohlestrom mehr. Nehmen Sie unsere Ängste vor den gesundheitlichen Auswirkungen der HGÜ-Leitungen ernst.“ Eine der geplanten Trassen zeigte Gabriele Buck-Baumann aus Marxheim an einem Modell, das die BI für diese Veranstaltung am Fußballfeld aufgestellt hatte. Maßstabsgetreu verläuft die Strecke über Hütting, Mauern, Rennertshofen, Bertholdsheim bis nach Burgheim. Wie Buck-Baumann den großen Besuchern erklärte, hat dieses kleine Kunstwerk sogar schon einen Preis gewonnen.

„Schüler der Wirtschaftsschule Neuburg haben es im Rahmen einer Projektarbeit gebastelt und es uns für diesen Tag extra geliehen“, sagte sie. Auch die kleinen Gäste bekamen mit Bewegungsspielen etwas geboten. Aber die Hauptattraktion waren natürlich die vielen bunten Gasgefährte die sich auf Kommando in die Luft erhoben. Da passte der Text des Liedes von Nena: „ ... singe ich ein Lied für dich, von 99 Luftballons!“ Gesungen hat in Marxheim zwar niemand, aber dafür bekommt Gabriel nun Luftpost.

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