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Politik

12.12.2020

Abwasser in Harburg: Neue Gebühren stehen fest

Ab 1. Januar trennt die Stadt die Kosten für Schmutz- und Regenwasser. Das soll gerechter für die Bürger sein

In Harburg wird es ab Januar keine einheitlichen Abwassergebühren mehr geben, sondern das Schmutz- und Niederschlagswasser wird getrennt abgerechnet. Das beschloss der Stadtrat. Einige Bewohner hatten im Vorfeld befürchtet, dass sie durch die neuen Regelungen mehr zahlen müssten und die Verwaltung Kosten auf die Bürger umwälze. Doch im Gegenteil: Das künftige Modell soll gerechter sein. „Die Trennung der Abwassergebühren ist ein umfangreiches Thema, das zudem der vorherige Stadtrat bereits begonnen hat“, sagte Bürgermeister Christoph Schmidt.

Um die laufenden Kosten der Abwasseranlage zu zahlen, erhebt die Kommune Einleitungsgebühren pro Kubikmeter Abwasser. Bisher gründet die Messungsgrundlage auf dem Frischwasserverbrauch, der über den Wasserzähler gemessen wird. Nach Rechtssprechung des Bayerischen Verwaltungsgerichtshofes ist diese jedoch nicht mehr zulässig, wenn die Kosten für die Niederschlagswasserbeseitigung größer als zwölf Prozent der gebührenfähigen Gesamtkosten sind. In der Kernstadt und allen Ortsteilen liegen diese Kosten 30 Prozent höher. Damit ist die Verwaltung gezwungen, die Gebühren für das Schmutz- und Regenwasser zu separieren.

Bei den einheitlichen Abwassergebühren zahlen die Bürger bisher 2,25 Euro pro Kubikmeter. Nun berechnet die Verwaltung für das Schmutzwasser 1,61 Euro pro Kubikmeter und für das Regenwasser 0,33 Euro pro Quadratmeter. Die Gebühren sollen so gerechter sein, da das Regenwasser über die Fläche bezahlt wird. Das bedeutet: Wer viel Niederschlagswasser einleitet, zahlt demzufolge viel. In Kraft tritt die neue Regelung ab 2021, aber auf den Rechnungen der Bürger, tauchen Änderungen erst 2022 auf.

Um die Regenwassergebühren zu kalkulieren, erhielt in den vergangenen Monaten jeder Eigentümer der rund 1900 bebauten Grundstücke ein Anschreiben von einem Ingenieurbüro. Anhand von Luftbildern hatte das Büro die versiegelten Flächen pro Gelände geschätzt. Bei falschen Schätzungen hatten die Harburger die Möglichkeit, die Angaben zu korrigieren und zurückzuschicken. Insgesamt 1382 Bürger, das sind knapp zwei Drittel, sendeten die Angaben verändert zurück. In Absprache mit dem Bauamt überprüfte das Ingenieurbüro diese.

Die ermittelte Gesamtfläche, auf die eine Niederschlagsgebühr anfällt, ist 767.907 Quadratmeter groß. Das sind laut Ingenieurbüro 30 Prozent weniger als in den ersten Schätzungen. Gründe für die Differenz ist Regenwasser, das in Zisternen aufgefangen oder nicht in einen Kanal, sondern in die Wörnitz oder auf eine Wiese geleitet wird. Die gängigen Informationsveranstaltungen für die Bürger fielen dieses Jahr aus. Stattdessen gab es Informationstage im Rathaus, eine Präsentation auf der Internetseite, und das Ingenieurbüro beantwortete Fragen über eine Hotline. „Für die Bürger ändert sich letztendlich nicht viel“, ordnete Schmidt die neuen Gebühren ein. (sukl)

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