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Oberndorf/Mertingen

21.04.2019

Achtung: Es ist Brutzeit für Kiebitz und Brachvogel

Die Gelege des Große Brachvogels sind nicht so einfach zu finden. Wird eines entdeckt, ist eine Absprache mit dem betroffenen Landwirt erforderlich.

Sie brüten im hohen Gras und die Gelege sind schwer zu entdecken. Was Hundebesitzer, Spaziergänger und Landwirte jetzt beachten sollten.

Mit dem Frühling kommen auch viele Vögel zu uns zurück, um hier zu brüten – darunter auch Kiebitz und Großer Brachvogel, zwei Wiesenbrüterarten, deren Bestände in den vergangenen Jahrzehnten einbrachen und die nun vom Aussterben bedroht sind. Das ist unter anderem eine Folge der intensiven Landwirtschaft. Die Gelege der Wiesenbrüter sind am Boden gut getarnt, bei der maschinellen Feldbearbeitung werden diese leicht übersehen.

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Gebietsbetreuerin Nina Müller, die für den Wiesenbrüterschutz im Östlichen Donauried und damit auch für Oberndorf und Mertingen zuständig ist, sucht zur Brutzeit die Gelege der seltenen Vögel. Die gut getarnten Kiebitzgelege werden von der Wiesenbrüter-Beraterin mit Stecken für die Flächenbewirtschafter gekennzeichnet.

Absprache mit dem Landwirt

Auf diese Weise können sie dann bei den folgenden Bewirtschaftungsgängen ausgespart werden. Die Suche nach den Brachvogelgelegen gestaltet sich oft als sehr schwierig. Durch das heimliche Verhalten während der Brut und das hohe Gras sind die Gelege häufig nur schwer zu entdecken. Wird ein Nest ausfindig gemacht, spricht die Gebietsbetreuerin weitere Schutzmaßnahmen mit dem betreffenden Landwirt ab, der je nach Maßnahme entsprechende Entschädigungszahlungen erhält. Ohne die Mithilfe der Landwirte wäre der Wiesenbrüterschutz nicht umsetzbar.

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Doch all diese Anstrengungen können keinen Erfolg haben, wenn den Vögeln die Gegend zu unruhig ist. Aufgrund der hohen Störanfälligkeit der Wiesenbrüter und anderer Wildarten während der Brutsaison von April bis Mitte Juni bittet die Gebietsbetreuerin deshalb alle Hundebesitzer, ihre Vierbeiner an die Leine zu nehmen und die Wiesenbrütergebiete weitestgehend zu meiden. Betroffene Gebiete sind vor allem das Oberndorfer Ried, Mertinger/Lauterbacher Ried, Pfaffenhofener Ried und das Unterthürheimer Ried.

Auch Motocross – und Quadfahrer sowie andere Freizeitsportler werden gebeten, sich entsprechend zu verhalten. Selbst wenn ein Spaziergänger oder Radfahrer auf einem Weg in großer Entfernung zum Nest vorbeikommt, fliegt der Vogel auf. Dem Gelege droht dann Auskühlung oder Verlust durch Nesträuber.

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