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Donauwörth

09.01.2021

Ältester Bewohner im Landkreis stirbt im Alter von 107 Jahren

Ist im Alter von 107 Jahren gestorben: Georg Gassmann.
Bild: Mühlhause

Plus Der Donauwörther Georg Gassmann ist mit 107 Jahren gestorben. Sein Leben hatte mehrere Wendungen. Warum er den Nord- und Südpol besucht hat.

Er hat ein biblisches Alter erreicht und in seinem langen Leben buchstäblich die entlegensten Winkel der Welt erkundet. An Weihnachten ist Georg Gassmann im Alter von 107 Jahren gestorben. Der Donauwörther war wohl der älteste Mensch, der jemals im Donau-Ries-Kreis gelebt hat.

Gassmann kam am 2. November 1913 im hessischen Hanau auf die Welt. Aus dem Ersten Weltkrieg blieben einige Eindrücke in seinem Gedächtnis hängen. Er erlebte den Einmarsch der französischen Soldaten 1918: „Sie waren nett zu uns Kindern.“ Bereits als Schüler interessierte sich Gassmann für die Naturwissenschaften. In der Zeit des Nationalsozialismus studierte er Physik, Chemie, Mathematik und Elektrotechnik in Würzburg, Wien, München und Göttingen. Irgendwie sei er „durch die Umstände der Zeit in seinen Beruf gedrängt“ worden, sagte Gassmann später. Er arbeitete von 1939 bis 1945 bei der Deutschen Versuchsanstalt für Luftfahrt – und war nach dem Zusammenbruch des „Dritten Reichs“ zunächst arbeitslos.

Warum er die Auswirkungen von Autobomben untersuchte

Dem Familienvater mit zwei Kindern blieb nichts anderes übrig, als eine Lehre als Autoschlosser zu machen und Erfahrungen als Fahrlehrer in Bad Orb zu sammeln. Dann folgte eine weitere Wendung: Die Amerikaner als Besatzungsmacht erfuhren von Gassmanns Kenntnissen über Flugzeugnavigation – und machten ihm ein Angebot. Er sagte zu, zog in die Nähe von Boston um und stand fortan im Dienst der US-Luftstreitkräfte. Gassmann verdiente gut – und war viel unterwegs. Er war unter anderem am Nord- und am Südpol und untersuchte im Pazifik die Auswirkungen der Atombomben. In jener Zeit erhielt der promovierte Naturwissenschaftler die US-Staatsbürgerschaft.

Nach 21 Jahren in Amerika zog es ihn aber zurück in die „alte Heimat“. Genauer gesagt ließ er sich 1973 in Donauwörth nieder, weil dort bereits seine Tochter lebte. Fast fünf Jahrzehnte verbrachte Georg Bassmann dann in der Stadt. Er zeigte sich vielseitig interessiert, philosophierte über die Entwicklung von Mensch und Natur. Als Rezept für sein hohes Alter nannte Gassmann anlässlich seines 100. Geburtstags gegenüber unserer Zeitung: „Ich habe stets versucht, maßvoll zu leben.“ Sport habe er kaum getrieben.

Bis zuletzt lebte er in der Parkstadt und versorgte er sich selbst

Bis vor wenigen Jahren wohnte Gassmann in seinem Haus in der Parkstadt, versorgte sich weitgehend selbst, war stets korrekt gekleidet, trug Krawatte und erklärte Oberbürgermeister Armin Neudert beim Besuch zum 104. Geburtstag, dass das Tanzhaus eine größere Bühne brauche, damit weiterhin interessante Veranstaltungen stattfinden könnten. Seine letzten Lebensjahre verbrachte Gassmann im BRK-Heim in Donauwörth. (dz)

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