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20.02.2015

Ärger nach missglücktem Überholmanöver

Das Amtsgericht in Nördlingen ist für den Landkreis Donau-Ries zuständig.
Bild: Widemann

Ein 18-jähriger will mit seinem Auto an einer unübersichtlichen Stelle überholen. Doch das geht gründlich schief.

Mit der Pünktlichkeit ist es so eine Sache. Da kann es durchaus mal pressieren, will man nicht zu spät kommen. Vorausfahrende Autos mit gemächlicherem Tempo sind in derartigen Fällen nur selten zu gebrauchen. So mancher Fahrer neigt dann zu riskanteren Überholmanövern. Ein solches Verhalten hat einen 18-Jährigen nun vor das Amtsgericht Nördlingen gebracht.

Der junge Mann, der aus dem Jurabereich stammt, war an einem Oktober-Morgen im vergangenen Jahr mit seinem Auto auf dem Weg zur Berufsschule nach Donauwörth – und spät dran. Das gab er in der Verhandlung gestern zu. Auf der alten Bundesstraße zwischen Buchdorf und Kaisheim war vor ihm eine Frau unterwegs, die ihre Tochter mit im Wagen hatte. Weil es noch etwas dunkel war und es zudem leicht genieselt hatte, fuhr die Frau, wie sie vor Gericht sagte, nur mit etwa 70 bis 80 Stundenkilometern.

Das war dem Berufsschüler offenbar zu langsam. Laut Anklage setzte dieser in einer leichten Kurve an einer Kuppe zum Überholen an – dabei hatte er allerdings den Gegenverkehr übersehen. Der junge Mann, der dank eines verfrühten Führerscheins eigentlich schon über etwas mehr Erfahrung hinterm Steuer als Gleichaltrige verfügen sollte, musste abrupt wieder einscheren und streifte dabei das Auto der Frau. An diesem entstand ein Schaden von rund 5000 Euro.

Der 18-Jährige sagte aus, er sei nach dem Unfall „unter Schock“ gewesen und habe deswegen nicht angehalten, sondern seine Fahrt in Richtung Donauwörth fortgesetzt. Dort ging er dann auch in die Berufsschule. Weil sich aber die Geschädigte das Kennzeichen gemerkt hatte, konnte die Polizei den Fahrer rasch ausfindig machen. Die Beamten holten den Burschen wenig später aus dem Unterricht, den Führerschein musste er sofort abgeben.

Gegenüber Jugendrichter Gerhard Schamann räumte der Angeklagte die Vorwürfe ein. Er zeigte sich in der Verhandlung einsichtig und gelobte Besserung. Schamann verurteilte ihn wegen fahrlässiger Gefährdung des Straßenverkehrs und unerlaubtem Entfernen vom Unfallort zu einem zwölfmonatigen Führerscheinentzug, knapp vier Monate davon sind bereits vorüber. Damit lag Schamann in etwa in der Mitte zwischen den Forderungen des Staatsanwalts und der Verteidigerin. Außerdem muss der junge Mann eine Geldstrafe in Höhe von 800 Euro bezahlen.

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