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Tapfheim 

13.11.2019

Ärger um neue Busse: Mittelschüler kommen zu spät zur Schule

Seitdem die DB Regio die Buslinien nach Donauwörth bedient, gibt es in Tapfheim Ärger. 
Foto: Stadt Donauwörth

In Tapfheim hat sich Ärger aufgestaut. Man ist mit der Schülerbeförderung durch die DB Regio nicht zufrieden. Warum sogar eine Vertragskündigung im Raum steht. 

„Wenn sich nichts ändert, dann müssen wir Randale machen.“ Leonhard Kleinle (Alternative/Die Linke) machte seinem Ärger im Tapfheimer Gemeinderat richtig Luft. Aber auch seine Kollegen zeigten sich, wenn auch in moderateren Worten, über die Beförderungsleistungen DB Regio/Bus Bayern/DB Regionalverkehr (so die offizielle Bezeichnung) unzufrieden. „Unsere Mittelschüler kommen regelmäßig zu spät zum Unterricht“, fasste Werner Freißler (PWG) zusammen.

Nach der Übernahme durch den günstigsten Anbieter zum 1. August gibt es demnach Tag für Tag Probleme. Die Taktung sei zu eng, so die Klagen. Es könne nicht sein, so Bürgermeister Karl Malz, dass die Schülerinnen und Schüler immer abgehetzt in den Unterricht kämen. Malz hat deshalb bereits Gespräche mit dem Unternehmen und der Stadt Donauwörth geführt. Das Ergebnis: „Man hat mir eine Routenänderung angeboten, die eine Zeitersparnis von drei Minuten bringen soll.“ Oder aber, so Malz den Einsatz eines zusätzlichen Busses. Die Kosten hätte dann die Gemeinde Tapfheim zu übernehmen.

Sind Schüler aus Tapfheim schlechter gestellt?

Seit der Neuregelung seien die Schüler in Tapfheim und vor allem Brachstadt und Oppertshofen schlechter gestellt, erklärte Zweite Bürgermeisterin Anja Steinberger (CSU). Der jetzige Zustand sei ein krasses Beispiel dafür, wie der ländliche Raum abgehängt werde. Dass Tapfheim zusätzliche Kosten übernehme, nur weil das Unternehmen seine vertraglich zugesicherte Leistung nicht erbringe, sei überhaupt kein Thema. Dieter Keller (CSU) fügte an: „Wir haben das Anrecht, dass unsere Kinder rechtzeitig zur Schule kommen.“

Von der von DB Regio vorgeschlagenen Verlegung der Haltestelle an die Bundesstraße 16 halten die Ratsmitglieder in Tapfheim nichts. Das sei zu gefährlich. Karl-Philipp Sauter (CSU) brachte schließlich einen Vorschlag in die Debatte, der großen Anklang fand: „Wenn das Unternehmen die zugesicherte Leistung, also eine pünktliche Ablieferung unserer Schüler an den Schulen, nicht gewährleisten kann, müssen wir den Vertrag lösen und aus dem Verbund ausscheiden.“ Schließlich, so der Tenor, zahle man jeden Monat dafür. Das Geld könnte auch für einen eigenwirtschaftliche Regelung genutzt werden.

Eltern haben kapituliert und bringen Kinder selber zur Schule

Mehr und mehr Eltern, so wurde deutlich, hätten mittlerweile kapituliert und bringen demnach ihre Kinder selbst zur Schule. Auch bei der Abholung sei es so, denn früher seien die Kinder nach Unterrichtsschluss innerhalb von einer halben Stunde zu Hause gewesen. Mittlerweile benötigten sie aber von Donauwörth nach Tapfheim 50 Minuten. Benutzerfreundlich, wie bei der Übernahme angekündigt, sei dies nicht.

Schließlich beauftragte das Gremium Bürgermeister Malz „massiv an die Stadt Donauwörth heranzutreten“. Auch die Rektoren der betroffenen Schulen sollen einbezogen werden.

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