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Malerei

24.04.2018

Afrika im Blick – und auf Aluplatten

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Bernd Schottdorf am Mikrofon bei der Eröffnung. Rechts im Hintergrund zwei afrikanische Musiker, die die Vernissage umrahmten.

Der Laborarzt Bernd Schottdorf zeigt auf über 600 Quadratmetern Kostproben seines künstlerischen Schaffens – und macht Lust auf den Schwarzen Kontinent

Im KunstMuseum Donau-Ries in Wemding begegnen sich derzeit nicht nur die faszinierenden afrikanischen Masken und Objekte aus der Sammlung Dr. Holst und die Positionen zeitgenössischer Künstler. Seit dem vergangenen Sonntag – pünktlich zur Halbzeit der 22. Rieser Kulturtage, wie deren Vorsitzender Wulf-Dietrich Kavasch in seiner Begrüßung betonte – sind dort auch rund 70 Arbeiten von Bernd Schottdorf ausgestellt.

Mehr als 600 Quadratmeter hat Museumsleiterin Annette Steinacker-Holst dafür zur Verfügung gestellt. In den schönen, lichten Ausstellungsräumen des ehemaligen Möbelhauses hängen jetzt also die Gemälde des seit fünf Jahrzehnten vom afrikanischen Kontinent faszinierten Schottdorfs, der wohl dem Großteil der Bundesbürger eher als ein von dubiosen Abrechnungsskandalen umwitterter Laborarzt bekannt sein dürfte.

Hier in Wemding zeigt er sich von einer ganz anderen Seite: Die großformatigen, farbintensiven Bilder des im Renaissance-Schloss Duttenstein am Rande des Rieses lebenden Arztes und Malers zeigen fröhliche afrikanische Menschengruppen, Märkte, Städte, Tiere oder afrikanische Landschaften. Die bunten Bilder machen Lust, in den fernen Kontinent zu reisen. Doch nicht alles, was Bernd Schottdorf mit Acryl oder Ölfarben auf glatten Aluplatten fixiert hat, gibt es noch.

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Afrika sei ein krisenbehafteter Ort, ausgebeutet, politisch problematisch, berichteten der Künstler selbst und Kunsthistorikerin Sabine Heilig in ihrer Einführung. Vieles sei zerstört, verändert, verschwunden. Mit den Gemälden, die inhaltlich oftmals schönen Postkarten gleichen, möchte Bernd Schottdorf dem Betrachter seinen positiven Blick auf jenes Afrika zugänglich machen, das so irgendwann der Vergangenheit angehören wird oder bereits verschwunden ist. Schottdorf gewährt uns seine Sicht auf den vielschichtigen Kontinent, den er an die hundertmal bereist hat, und blendet dabei negative Eindrücke überraschenderweise beinah völlig aus.

Sogar der Panzer in eritreischer Landschaft wirkt eher wie Staffage und lässt kaum an Krieg denken. Fröhliche Menschen blicken dem Betrachter aus den Bildern entgegen, Elefanten durchwandern eine unberührte Landschaft. „Aufgeblähte Zebrabäuche an vergifteten Wasserlöchern will doch niemand sehen“, so der Künstler, der mit Fug und Recht als „facettenreiche Persönlichkeit“ bezeichnet werden darf. So hat er nicht nur als Mediziner, als Laborarzt, gearbeitet und eine Laborfirma gegründet, sondern auch zahlreiche Reisen unter anderem nach Afrika unternommen.

Dort ist er auf die Jagd gegangen, machte zahllose Fotos, die zu Hause dann im Atelier als Vorlage für seine Malerei dienten. Nichts erzählen seine Bilder jedoch von den zahlreichen „Brennpunkten des Grauens“, nichts von den auf der Jagd in „freier, weiter Landschaft“ erlegten Tieren. Schottdorf zeigt ein Afrika – fast zu schön, um wahr zu sein. Doch er habe nichts geschönt, so der Maler, dessen Werk rund 1700 Arbeiten umfasst, die überwiegend afrikanische Motive zeigen.

Die Ausstellung ist noch bis zum Oktober zu sehen. Öffnungszeiten: Sonntag 14.30 bis 16.30 Uhr und nach telefonischer Vereinbarung, während der Rieser Kulturtage auch am Samstag von 14.30 bis 16.30 Uhr. Künstlerführung am Sonntag, 6. Mai, um 15 Uhr. Mehr dazu im Internet unter der Adresse www.kunstmuseum-donauries.de

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