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Donauwörth

19.02.2021

Angeblicher Überfall in Donauwörth: Das passierte mit dem Messer

Die Ermittler der Polizei suchten intensiv nach dem Messer in der Donau. Die Ermittlungen sind nun fast abgeschlossen.
Bild: Wolfgang Widemann

Plus Vermeintlicher Angriff auf Jogger in Donauwörth: Ermittlungen nach der überraschenden Wende sind abgeschlossen. Doch was ist mit den Kosten für Einsatz?

Der Fall sorgte in Donauwörth und Umgebung für großes Aufsehen und hatte eine überraschende Wendung: Am 24. Januar setzte ein junger Mann in Donauwörth am Alten Donauhafen einen Notruf ab. Zwei Männer hätten versucht, ihm das Handy zu rauben, als er am Abend am Fluss gejoggt sei. Das vermeintliche Opfer hatte am Oberkörper mehrere Stich- beziehungsweise Schnittverletzungen. Nach intensiven Nachforschungen und Suchaktionen ergaben sich jedoch massive Ungereimtheiten und Widersprüche. Bei einer Vernehmung knickte der 22-Jährige ein und gab zu, den Beamten eine Lügengeschichte aufgetischt zu haben. Inzwischen seien die Ermittlungen der Kripo Dillingen „weit fortgeschrieben“, erklärt Michael Lechner, Leiter der Dienststelle. Eine wichtige Frage ist aber offen.

Der Sachverhalt sei „eindeutig geklärt“. Was offen ist: In welcher Form der junge Mann bestraft wird beziehungsweise ob er auch finanzielle Wiedergutmachung leisten muss.

Die Polizei betrieb in Donauwörth einen großen Aufwand

Der Aufwand, den die Polizei angesichts der Brisanz der angeblichen Tat betrieb, war gewaltig. Ein Polizeihubschrauber flog am Abend des 24. Januar stundenlang über der Stadt, Kräfte des Einsatzzugs aus Augsburg suchten den Alten Donauhafen und dessen Umfeld ab, eine Tauchergruppe der Polizei aus München tastete unter schwierigen Bedingungen zwei Tage lang den Grund der Donau nach möglichen Beweismitteln ab, und ein Rechtsmediziner erstellte ein Gutachten zu den Verletzungen. Die Kosten für all diese Maßnahmen dürften sich auf viele Tausend Euro summieren.

Weil der 22-Jährige die Straftat vorgetäuscht hat, kommt in Betracht, dass der Staat diese Aufwendungen dem Verursacher in Rechnung stellt.

Der Donauwörther ist offenbar in einem psychisch labilen Zustand

Ob beziehungsweise in welcher Form dies möglich ist, überprüfen nach Auskunft von Lechner derzeit das Polizeipräsidium Schwaben Nord und die Staatsanwaltschaft Augsburg. Strafrechtlich kann das Vortäuschen einer Straftat mit einer Geldstrafe oder eine Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren geahndet werden.

Wahrscheinlichstes Motiv für die Lügengeschichte dürfte nach Erkenntnissen der Kripo der offenbar psychisch labile Zustand des jungen Mannes gewesen sein. Der habe sich im Rahmen seines Geständnisses wiederholt entschuldigt und habe mit den Ermittlern zusammengearbeitet.

Die Stelle in der Donau war für die Taucher kaum zugänglich

So kam laut Kripochef Lechner unter anderem heraus, dass der 22-Jährige das Messer von zu Hause mit an die Donau gebracht hatte und sich dort die Wunden beibrachte. Anschließend habe er das Messer in den Fluss geworfen – und zwar an einer Stelle, an der für die Taucher eine Suche wegen der gefährlichen Strömung nicht möglich war.

Der Donauwörther habe eingesehen, dass er einen Fehler gemacht habe, so der Kriminaloberrat. Der zeigt sich davon überzeugt, dass die Strafe am Ende so ausfallen wird, dass dem jungen Mann „nicht das Leben verbaut wird“.

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20.02.2021

Ach und der Steuerzahler darf für das ganze aufkommen. Und wenn er nur 50 € im Monat bezahlen sollte bis der Schaden bezahlt ist, wäre das ein deutliches Zeichen auch wenn es sehr lange Dauert. Warum soll immer die Gemeinschaft für sowas geradestehen, Mitleid ist hier in meinen Augen unangebracht. Polizeitaucher, Hubschrauber, Bereitschaftspolizei, Kriminaltechnik usw.... da kommen sicher einige 10.000 € zusammen. Mit denen ein Kindergarten sicher mehr und besseres anfangen kann. Das leben würde Ihm damit sicher auch nicht verbaut.

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