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Ankerzentrum: Nicht wieder bei Null anfangen

Ankerzentrum: Nicht wieder bei Null anfangen
Kommentar Von Barbara Wild
22.03.2019

Die Einrichtung in Donauwörth wird definitiv geschlossen und soll anderwo installiert werden. Dabei müsste man sich von dem Konzept an sich verabschieden.

Man mag zum Konzept des Ankerzentrums stehen, wie man will: Wirklich erfolgreich ist es nicht. Ursprünglich wollte man Asylsuchenden eine schnelle Antwort auf ihren Antrag geben und dann zügig handeln: Bleiben und integriert werden oder wieder zurück ins Herkunftsland.

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Was in der Theorie Effizienz versprach und Entschlusskraft demonstrieren sollte, zeigt in der Praxis die Tücken. Nach wie vor dauert die Entscheidung über einen Asylantrag lange. Und selbst wenn der Bescheid negativ ausfällt, ist eine Abschiebung in den seltensten Fällen überhaupt möglich. Vor allem letzteres Problem wollte man lösen – tatsächlich hat man es nur verschoben. Das dürfte mittlerweile auch bei der Bayerischen Staatsregierung registriert worden sein.

Für Donauwörth ist es eine gute Nachricht, dass das Ankerzentrum geschlossen wird

Wohin also mit dem Ankerzentrum Schwaben? Für Donauwörth ist es eine gute Nachricht, dass die Einrichtung definitiv geschlossen wird. Doch im Jahr vor den Kommunalwahlen möchte wohl kein Bürgermeister noch schnell eine solche konfliktbeladene Einrichtung vor die Nase gesetzt bekommen. Und wenn man sieht, welche Bürgerproteste allein eine kleine Anker-Außenstelle mit 180 Personen in Mering bewirkt, erzeugt das viel Gesprächsbedarf. Gleichzeitig aber drängt die Zeit und für einen Umzug der 800 Asylsuchenden müsste ja auch baulich einiges vorbereitet werden.

Jetzt aber lässt man die Menschen, die hier vor Ort die so wichtige Arbeit machen, im Regen stehen. Sie wissen nicht, wie es weitergeht – und am Ende sind es ja auch einfach lokale Arbeitsplätze, die an dieser Entscheidung hängen. Mit einer klaren Entscheidung für einen anderen Standort könnte man wertvolle Erfahrung nutzen, um nicht wieder bei Null anzufangen.

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