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Donauwörth

11.07.2019

Ankerzentrum: Warum rastete ein Asylbewerber in Donauwörth aus?

Ein Asylbewerber zerstörte vor dem Donauwörther Ankerzentrum mehrere Autos.
Bild: Wenzel

Ein 19-jähriger Nigerianer demolierte in Donauwörth Autos von Mitarbeitern des Ankerzentrums - die Folge: 50.000 Euro Schaden. Wie konnte das passieren?

Die Schließung des Ankerzentrums in Donauwörth zum Jahresende ist beschlossene Sache, dennoch kommt die Einrichtung nicht aus den Schlagzeilen heraus. Am Mittwoch nahm die Polizei einen 19-jährigen Nigerianer fest, der einen Gesamtschaden von rund 50.000 Euro angerichtet hat, indem er zwölf Autos demolierte.

Junger Mann zerstörte vor Ankerzentrum in Donauwörth Autos

Die Fahrzeuge gehören Mitarbeitern, die im Ankerzentrum beschäftigt sind. Sie waren laut Polizei unmittelbar vor dem Bürogebäude der Zentralen Ausländerbehörde abgestellt. Der Mann schlug mit einem armdicken Holzscheit Front- und Heckscheiben ein, dafür kletterte er bei einigen Autos auch auf die Motorhaube. Die genauen Hintergründe der Tat sind noch unklar.

Ein Asylbewerber demolierte mehrere Autos vor dem Ankerzentrum in Donauwörth. Mit einem Video wurde die Tat aufgezeichnet.
Bild: Privat/Screenshot AZ

Der Mann war seit August im Ankerzentrum untergebracht und wurde Mitte April in eine dezentrale Unterkunft im Landkreis Augsburg verlegt. Am Mittwoch hielt er sich unberechtigt auf dem Gelände in Donauwörth auf, wie es von der Regierung von Schwaben heißt. Der Asylantrag des jungen Mannes wurde vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge abgelehnt. Das Verfahren ist seit 11. März dieses Jahres bestands- und rechtskräftig negativ abgeschlossen. Der 19-Jährige ist also vollziehbar ausreisepflichtig, teilt die Regierung weiter mit. Allerdings: „Aufgrund fehlender Reisedokumente ist die Abschiebung derzeit ausgesetzt, sodass sich die Person im Duldungsstatus befindet.“

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Wie der Mann überhaupt ins Ankerzentrum gelangen konnte, ist ebenfalls unklar. „Es ist davon auszugehen, dass er nicht den offiziellen Zugang nutzte, da dort Sicherheitskontrollen durchgeführt werden“, teilt Michael Jakob vom Polizeipräsidium Schwaben Nord mit. Nach Informationen unserer Redaktion kommt es aber nicht selten vor, dass sich unbefugte Gäste in der ehemaligen Alfred-Delp-Kaserne aufhalten. Bisweilen steigen Personen über den Zaun, der das Areal umgibt. Oder aber es werden Ausweise getauscht, um die Kontrollen am Eingang auszutricksen. Wie das Ganze im Fall des 19-Jährigen, der für diese massive Sachbeschädigung verantwortlich ist, vonstatten ging, muss erst ermittelt werden.

Asylbewerber wurde nach Randale in Donauwörth zunächst in Psychiatrie gebracht

Die Tat selbst jedenfalls geschah gegen 8.50 Uhr am Vormittag. „Nachdem Zeugen den Vorfall beobachtet hatten, alarmierten diese sofort den Sicherheitsdienst, der zum Parkplatz eilte“, schildert Polizeisprecher Jakob den Ablauf. Zeitgleich seien die Gesetzeshüter verständigt worden, die auf dem Areal des Ankerzentrums Dienst verrichten. Die alarmierten Kräfte erreichten laut Jakob den Mann schon wenige Sekunden nach dem Bekanntwerden des Vorfalls, „konnten die Taten aber nicht mehr verhindern“. Der 19-Jährige wurde festgenommen, er leistete keinen Widerstand. Anschließend wurde er in die Psychiatrie in Donauwörth gebracht.

Dort wurde er am Donnerstagvormittag wieder entlassen. Der Mann wurde aber im Laufe des Nachmittags noch im Krankenhausbereich angetroffen und nach Abschluss der ärztlichen Abschlussvisite auf Weisung der Staatsanwaltschaft Augsburg vorläufig festgenommen. Er kam in Polizeiarrest in Augsburg. Die Staatsanwaltschaft beabsichtigt, einen Haftbefehl zu beantragen. Der Festgenommene soll am Freitag dem Ermittlungsrichter beim Amtsgericht vorgeführt werden.

Video von Randale vor Ankerzentrum in Donauwörth erregt Aufsehen

Von der Tat existiert ein Video, das unter anderem in den sozialen Netzwerken die Runde macht. Das Filmmaterial liegt auch der Polizei vor. Wer das Video aufgenommen hat, ist ebenfalls Gegenstand der Ermittlungen, so Jakob. Die Bilder werden neben den Zeugenaussagen als Beweismaterial verwendet. Das Video wurde mittlerweile zigfach im Internet geteilt – was grundsätzlich erlaubt ist, so Jakob. Voraussetzung sei natürlich, dass keine strafbaren Inhalte bei den Kommentaren veröffentlicht werden.

Der Polizei sind hierbei allerdings bereits schriftliche Äußerungen bekannt, die „den Anfangsverdacht von Straftaten“ enthalten. Derzeit bewertet der polizeiliche Staatsschutz des Präsidiums in enger Abstimmung mit der Staatsanwaltschaft Augsburg diese Veröffentlichungen, um – falls erforderlich – strafrechtliche Ermittlungen gegen die Urheber einzuleiten.

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13.07.2019

Kann er doch abzahlen. Im Gefängnis ist er doch schon, oder? Dort wird ihm die Möglichkeit geboten, einer Tätigkeit nachzugehen, die mit 1,50 € die Stunde vergütet wird. Die Woche hat 5 Arbeitstage a 8 Stunden sind also 60 Euro. 50000€ geteilt durch 60€, Moment....sind überschlagen 834 Arbeitstage, dazu die Wochenenden und Feiertage, das Jahr hat ca. 220 Arbeitstage, also nach guten 4 Jahren hat er den Schaden abgearbeitet und wird sich so eine Aktion nicht nochmal leisten. Oder liege ich da falsch....??

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12.07.2019

Wer bezahlt denn hier den Schaden?

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12.07.2019

Wer sinnlos Autos kaputt schlägt, geht irgendwann auch auf Lebewesen los.

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11.07.2019

Um solche Taten zu verhindern sollten alle ausreisepflichtigen in Abschiebehaft kommen, dann sind sie auch greifbar wenn die Abschiebung ansteht.

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12.07.2019

Es sollte niemand einreisen dürfen der keine Papiere hat. Zahlen wird die Schäden niemand, dafür werden alle selbst aufkommen müssen. Vielleicht könnte sich der schlaue Herr Böhmermann engagieren.

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11.07.2019

Auf dem erheblichen Sachschaden werden sicherlich die jeweiligen Halter sitzen bleiben. Vom Verursacher wird niemals was zu holen sein.

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