1. Startseite
  2. Lokales (Donauwörth)
  3. Anmutige Klänge und dramatische Harmonien

Konzert

04.04.2018

Anmutige Klänge und dramatische Harmonien

Seit 15 Jahren dirigiert Anita Färber den Musikverein Huisheim-Gosheim. Wie leistungsstark die Musiker unter ihr agieren, war jetzt beim Frühjahrskonzert zu erleben.
Bild: Klaus Baumann

Der Musikverein Huisheim-Gosheim verfügt über ein spannendes Repertoire. Was die Musiker so alles bieten

Pünktlich zum Frühjahrsbeginn lud der Musikverein Huisheim-Gosheim zum alljährlichen Frühjahrskonzert in die Sualafeldhalle ein. Sowohl Jugend- als auch Stammkapelle begeisterten mit einem bunt gemischten Programm. Eröffnet wurde es mit den anmutigen Klängen der Schwalbtalbläser auf deren Alphörnern. Der weiche, urige Klang der riesigen Instrumente verzauberte und entführte in die Idylle der Allgäuer Bergwelt.

Weiterlesen mit dem Plus+ Paket

Dieser Inhalt ist älter als 30 Tage und steht daher nur Abonnenten mit einem Plus+ Abo zur Verfügung.
Jetzt ab 0,99 € testen

Dann war die Jugendkapelle an der Reihe, die zum Auftakt höchst konzentriert „Any dream will do“ aus „Joseph and the Amazing Technicolor Dreamcoat“ intonierte. Mit „Summer Nights“ aus dem Musical „Grease“ zeigten die Nachwuchsmusiker dann, welch enormes Potential in ihnen steckt.

In seinem Grußwort freute sich Vorsitzender Hubert Färber über das zahlreiche, bunt gemischte Publikum und wünschte allen einen kurzweiligen Abend. Noch einmal erklang dann die Jugendkapelle, die ihren Vortrag mit dem bekannten „Bozner Bergsteigermarsch“ schloss. Dabei waren alle Gäste herzlich eingeladen, kräftig mitzusingen und stimmten in die Zeilen „Wohl ist die Welt so groß und weit“ ein. Langanhaltender Applaus honorierte die ausgezeichneten Leistungen der jungen Talente, die nun Platz für die Stammkapelle machten.

Anmutige Klänge und dramatische Harmonien

Schon die ersten Töne des Chorals „Eventide-Fall“ berührten die Herzen. Anmutig und würdevoll entwickelten sich zarte Melodien hin zum finalen Amen. Bei weitem dramatischer war der „Carmen-Marsch, der mit Leidenschaft mitriss. Weiter im Programm folgte der Titel „Von Freund zu Freund“. Carmen Klopfer (Tenorhorn) und Florian Lautenschlager (Flügelhorn) glänzten mit hervorragenden Leistungen. Die Polka zeichnet sich durch rhythmische Passagen und eine lyrische Triomelodie aus, die unter die Haut gehen und im Ohr bleiben. Bevor das Publikum in die Pause verabschiedet wurde, gab die Kapelle mit „Euphoria“ nochmals alles. Die vor Freude sprühende Komposition begeisterte durch schnelle Läufe und festliche Melodien.

Mit „Traumreise Griechenland“ ging es in den zweiten Teil des Konzerts. Das Potpourri enthält bekannte Melodien wie „Weiße Rose aus Griechenland“, „Ein Schiff wird kommen“ und „Der Stern von Mykonos“. Alsdann folgte mit Leonard Cohens „Hallelujah“ eine der populärsten Balladen unserer Zeit. Die melancholische Stimmung des Stückes grenzte in Cohens Frage „But you don‘t really care for music, do you?“, die sicherlich das gesamte Publikum angesichts der gehörten Stücke mit „Doch, tun wir!“ beantworten konnte.

Anschließend ergriff der stellvertretende Bezirksvorsitzende des Allgäu-Schwäbischen-Musikbundes Bezirk 16, Stefan Reichherzer, das Wort. Er hob die beiden wichtigen Säulen jedes Musikvereins – Verbesserung und Verlässlichkeit – hervor. So tragen die Bereitschaft und der Ehrgeiz der Musiker, sich stetig zu verbessern, zum Erfolg einer Kapelle bei. Zweifelsohne wäre der Fortbestand der vielen Kapellen im Kreis nicht möglich ohne die unermüdliche Bereitschaft ihrer Mitglieder, verlässlich die Proben zu besuchen und eine Vielzahl von Veranstaltungen zu untermalen. In diesem Zusammenhang würdigte er Anna Hasmüller an der Klarinette und Julian Franz an der Trompete, die sich seit zehn Jahren für den Musikverein Huisheim-Gosheim einsetzen. Eine besondere Ehrung in diesem Jahr galt Anita Ferber, der für 15 Jahre als Dirigentin die silberne Anstecknadel am weißblauen Band verliehen wurde. Mit viel Herzblut und Hingabe leitet sie die musikalischen Belange der Kapelle, ist eine verlässliche Ansprechpartnerin und stets bemüht, alle Register zu fordern und zu fördern.

Stefan Reichherzer freute sich außerdem, verkünden zu dürfen, dass der Musikverein nach erfolgreicher Bewerbung im Jahr 2020 die Ausrichtung des Bezirksmusikfestes übernimmt. Dieses wird gleichzeitig mit den Feierlichkeiten zum 25-jährigen Bestehen des Vereins stattfinden und verspricht, ein Höhepunkt in der kurzen Geschichte des Musikvereins zu werden. Mit diesem kleinen Ausblick schloss der stellvertretende Bezirksvorstand seine Ansprache und übergab das Wort an Veronika Rößner die das nächste Stück „Die 3 Tenöre“ anmoderierte.

Dabei handelt es sich um ein Potpourri, das als Solo für Tenor- und Baritonhörner arrangiert wurde. Das tiefe Blech überzeugte mit lebhaftem Vortrag bekannter Melodien wie „Santa Lucia“, dem „Trinklied“ aus „La Traviata“ und dem „Allegretto“ aus „Rigoletto“. Auch die wohlklingende Polka „Böhmische Liebe“ von Mathias Rauch wurde gekonnt zum Besten gegeben, wofür die Musiker viel Applaus ernteten. Das letzte Stück des Abends, der ABBA-Hit „Thank you for the music“, entführte das Publikum zurück in die 70er Jahre.

Vorsitzender Hubert Färber dankte allen Freunden und Sponsoren des Vereins für deren Unterstützung. Als Zugabe erklatschte sich das Publikum die „Hymne an die Freundschaft“, beruhend auf dem Volkslied „Wahre Freundschaft“. (dz)

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren