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Donauwörth

19.07.2020

Armin Neudert ist jetzt Alt-OB

Alt-OB Armin Neudert (links) und sein Nachfolger Jürgen Sorre.
Bild: Anton Färber

Plus Die Stadt Donauwörth würdigt den früheren Oberbürgermeister und weitere Kommunalpolitiker. Nur einer der Geehrten bleibt im Stadtrat. 

Bei einem bloßen „Corona-Ellenbogen-Check“ wollte es niemand bewenden lassen nach 18 Jahren Dienst im höchsten Amt der Stadt. Und so organisierten der neue Oberbürgermeister Jürgen Sorré und sein Team für seinen Vorgänger im Amt sowie verdiente Stadträte am frühen Samstagabend eine würdevolle Feierstunde unter freiem Himmel – passend dazu an einem Ort, der unter der Ägide von OB Armin Neudert errichtet worden war: der Freilichtbühne am Mangoldfelsen.

Das Wort „ Corona“ dürfe nur einmal fallen an diesem Abend, das versprach OB Sorré gleich zu Beginn der Veranstaltung. Er sollte Wort halten. Doch die Pandemie war dafür verantwortlich, dass der Abschied von Armin Neudert und die Würdigung der größtenteils ausscheidenden Ratsleute erst jetzt stattfinden konnte – freilich mit Abständen in den Zuschauerreihen. Und so konnten nur gut 100 geladene Gäste an der Zeremonie teilnehmen, die von einer hervorragend aufspielenden Stadtkapelle unter der Leitung von Josef Basting musikalisch umrahmt wurde.

Ortssprecher aus Wörnitzstein, Zirgesheim und Schäfstall werden verabschiedet

Es war wie gesagt nicht nur ein Abschied, es sollte eine Würdigung sein. Und so wurden Ehrenringe der Stadt und Bürgermedaillen verliehen. Zudem sind drei Ortssprecher verabschiedet worden: Kathrin Dorfmüller (Wörnitzstein), Franz Haselmayr (Zirgesheim) und Ulrich Reitschuster (Schäfstall). Ihr Engagement wurde als wertvolles „Bindeglied zwischen Verwaltung, Stadtrat und Bürgern“ derjenigen Stadtteile gewürdigt, die nicht mit einem eigenen Stadtrat im Gremium vertreten sind.

Armin Neudert Im Zentrum stand natürlich der Abschied von Alt-OB Armin Neudert, der 18 Jahre lang im Amt war. Seit dem 14. Mai darf der CSU-Politiker diesen Titel nun ganz offiziell tragen. Ab 2002 war der Jurist, der seinerzeit mit 37 Jahren einer der jüngsten Oberbürgermeister Bayerns war, Chef im Rathaus. Bei den Kommunalwahlen 2020 trat Neudert aus persönlichen Gründen nun nicht mehr an. In seiner Laudatio unterstrich Sorré die zahlreichen Projekte, die in Neuderts Amtszeit verwirklicht wurden – eben etwa der Bau der Freilichtbühne (2007), die Umnutzung des ehemaligen Hotel Krebs als Fachärztehaus Maximilium (2008), das neue Vhs-Gebäude (2012), die Ansiedlung des Airbus-Technologiezentrums aus Ottobrunn, die Sanierung der „Neuen Mitte“ in der Parkstadt sowie die Konversion der Kaserne in das künftige Alfred-Delp-Quartier. Neudert sei „kein Lautsprecher“ gewesen, sagte Sorré, aber dafür jemand, dem es stets wichtig gewesen sei, sämtliche gesellschaftliche Gruppen bei Entscheidungen im Rathaus einzubeziehen. Dem Alt-OB wurde sodann der Ehrenring der Stadt überreicht. Neudert indes, sichtlich gerührt, sprach von einem „bewegenden Moment“; das Votum der Bürger sei stets ein Ansporn für ihn gewesen. Er verstand sich selbst als „Brückenbauer“ für die Anliegen der Bürger, Gruppen, Verbände und Vereine im Rathaus.

Oberbürgermeister Armin Neudert (rechts) wurde durch seinen Nachfolger Jürgen Sorre gewürdigt.
Bild: Anton Färber

Ehrenring der Stadt Donauwörth für Jörg Fischer

Jörg Fischer Neuderts Stellvertreter schied ebenfalls freiwillig aus seinem Amt im Rathaus aus. Auch das Engagement des ehemaligen Berufssoldaten und schließlich Parkstädter Quartiermanagers wurde mit dem Ehrenring der Stadt bedacht. 2002 stieg der gebürtige Thüringer, der sich längst als „Parkstädter mit Leib und Seele“ versteht, dauerhaft als Stadtrat in die Kommunalpolitik in Donauwörth ein. Zuvor war er bereits eine Legislatur (1992 bis 1996) Mitglied im Gremium gewesen. Der Sozialdemokrat engagierte sich stark für die Belange der Parkstadt. Besonders bei der Integration von Spätaussiedlern und Migranten erwarb sich Fischer viele Verdienste wie auch eine breite Anerkennung in der Bürgerschaft, was auch am hohen Wählerzuspruch unschwer zu erkennen war. Jörg Fischer erklärte, es sei ihm eine Ehre gewesen, sich für die Belange der Menschen einzusetzen.

Oberbürgermeister Jürgen Sorre (links) überreichte an den früheren Bürgermeister Jörg Fischer den Ehrenring der Stadt Donauwörth.
Bild: Anton Färber

Goldene Bürgermedaille für Josef Reichensberger

Josef Reichensberger Seit heuer ist der Riedlinger Stadtrat Stellvertreter des OBs. Ein Posten, den er sich durch umfangreiche kommunalpolitische Arbeit von der Pike auf verdient habe, wie Sorré sagte. Seit Mai 1990 ist Reichensberger Mitglied des Stadtrates; er ist somit aktuell das dienstälteste Ratsmitglied. Lange war Reichensberger Schulreferent, darüber hinaus habe sich der JVA-Beamte ehrenamtlich in schier unzähligen Gremien – unter anderem beim Abfallwirtschaftsverband sowie im gKU-Verwaltungsrat – engagiert. Sorré bezeichnete den Christsozialen als „leidenschaftlichen Kommunalpolitiker mit Ecken und Kanten“, der stets seine eigene Meinung präsentiere und alles andere als stromlinienförmig sei. Reichensberger, der aktiv der Stadtpolitik erhalten bleibt, erhielt für sein jahrzehntelanges Engagement die goldene Bürgermedaille der Stadt.

Die goldene Bürgermedaille erhielt Josef Reichensberger (rechts).
Bild: Anton Färber

Silberne Bürgermedaille für Armin Eisenwinter, Heinrich Kopriwa und Johann Obermaier

Armin Eisenwinter wurde mit der silbernen Bürgermedaille ausgezeichnet. Der ehemalige Berufssoldat, der in Nordheim lebt, war zwischen 1996 und 2004 Ortssprecher für seinen Stadtteil, ab 2004 saß er für die CSU im Stadtrat, zwischenzeitlich war Eisenwinter wieder Ortssprecher. Besonders hob Sorré Eisenwinters Tätigkeit als Spitalreferent hervor, wo er sich für die Belange der Senioren einsetzte. Als „fachlich fundiert und kompromissbereit“ wurde Eisenwinters Arbeit für die Stadt gewürdigt; letztlich war der Nordheimer auch Mitinitiator des Fördervereins „Freunde des Bürgerspitals“.

Erhielten für ihr langjähriges wirken durch Oberbürgermeister Jürgen Sorre (Mitte) Auszeichnungen der Stadt Donauwörth: (von links) Johann Obermaier, Armin Eisenwinter, Armin Neudert, Jörg Fischer, Josef Reichensberger und Heinrich Kopriwa.
Bild: Anton Färber

Heinrich Kopriwa ist unzweifelhaft mit dem Begriff „Jugendarbeit“ verbunden. Nicht nur dass er über 25 Jahre Geschäftsführer des Bayerischen Jugendrings war, auch in seiner Heimatstadt engagierte er sich stark für die Belange der jungen Generation, und das seit über 50 Jahren – unter anderem bei den Pfadfindern sowie beim Kreis- und Bezirksjugendring. Für diesen umfangreichen Einsatz wurde der Sozialdemokrat bereits 2007 mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande ausgezeichnet. Auch bei der AWO setzte sich Kopriwa für die sozialen Belange in der Großen Kreisstadt wie im Landkreis ein. Insgesamt 18 Jahre saß Kopriwa für die SPD im Stadtrat; hier war er unter anderem Kita-Referent. Kopriwa erhielt ebenfalls die silberne Bürgermedaille.

Johann Obermaier war bis vor Kurzem der lebensälteste Stadtrat. Ehrenamtlich unterstützte der Malermeister stets den Alpenverein, für die CSU saß er 24 Jahre im Stadtrat, wo er unter anderem Referent für die städtischen Wohnungen war. Als „begnadeter Kunstmaler“ lagen ihm stets die Stadtplanung, das Bauen und generell eine historische Authentizität der Innenstadt am Herzen, was sich auch an seinem starken Einsatz für den Denkmalschutz gezeigt habe. Ob der von Obermaier stets geforderte Aussichtsturm in der Parkstadt verwirklicht wird, das werde sich zeigen, fügte Sorré mit einem Augenzwinkern hinzu. Auch Obermaier wurde mit der Bürgermedaille in Silber gewürdigt.

Dass all der Einsatz für die Stadt hoch zu achten ist, unterstrichen die Dekane Johannes Heidecker (evangelisch) und Robert Neuner (katholisch) in einer ökumenischen Andacht. Der biblische Satz „Suchet der Stadt Bestes“ sei eine Aufforderung an die Menschen, sich für die Mitmenschen und den Ort, an dem sie leben, nachhaltig zu engagieren.

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