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Politik

11.09.2018

„Attraktive Ideen“ erwünscht

Beim Festakt des JU-Kreisverbands: (von links) Ulrich Lange, Wolfgang Fackler, Gerd Müller, Franz Ost, Claudia Marb (Kreisvorsitzende Frauenunion), Tobias Paintner und Bezirksrat Peter Schiele.
Bild: Bernd Schied

Der Kreisverband der Jungen Union feiert ein Jubiläum und ein Minister will die Not in Afrika lindern.

Kaisheim/Landkreis Die Junge Union (JU) Donau-Ries hat ihr 70-jähriges Bestehen gefeiert. Die Nachwuchsorganisation der CSU verstehe sich als Garant für interessierte junge Menschen, diese für Politik zu begeistern und die CSU zu unterstützen – so formulierte es Kreisvorsitzender Franz Ost bei einem Festakt im Kaisersaal in Kaisheim.

In den vergangenen Jahren habe die JU mit einer starken Mannschaft verschiedene Ideen in praktische Politik umsetzen können. Sie verstehe sich zudem als „Kaderschmiede“ für die CSU, sagte Ost. In ihrer praktischen Arbeit habe sich die JU den Themen Ehrenamtskarte, Mobilität und Landwirtschaft gewidmet. Insgesamt sieht der Kreisvorsitzende seinen Verband mit derzeit 330 Mitgliedern in zwölf Ortsverbänden gut aufgestellt.

Der Vorsitzende des CSU-Kreisverbandes, Ulrich Lange, attestierte in seinem Grußwort der JU, 70 Jahre lang Antreiber der Partei gewesen zu sein. Politik und Gesellschaft bräuchten junge Menschen mit frischen Ideen und kreativen Potenzialen. Lange verwies allerdings auf die zurückgegangene Zahl der JU-Mitglieder im Kreisverband. „Zu meiner Zeit waren es fast doppelt so viele wie jetzt. Umso dringlicher darf ich an euch appellieren, sich intensiv um neue Mitglieder zu bemühen.“

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Der Bundestagsabgeordnete ließ auch durchblicken, dass er sich noch mehr Engagement und Dynamik des Parteinachwuchses wünsche. Nur jung sein, reiche nicht. Notwendig seien vielmehr „attraktive Ideen“. Auch wenn diese nicht immer durchgesetzt werden könnten, gelte es, weiter zu arbeiten und nicht nachzulassen.

Die JU müsse Antworten auf die Fragen der Zeit anbieten, meinte Landtagsabgeordneter Wolfgang Fackler. Dazu sei es notwendig, die jungen Menschen auch „digital“ zu erreichen. Tobias Paintner, schwäbischer JU-Bezirksvorsitzender, plädierte dafür, nach neuen Veranstaltungsformen in CSU und Junger Union zu suchen.

Gerd Müller setzt sich kritisch mit der Afrikapolitik der Weltgemeinschaft auseinander

Festredner war Bundesentwicklungshilfeminister Gerd Müller. In seinen Ausführungen, die immer wieder mit großem Beifall bedacht wurden, setzte er sich kritisch mit der Afrikapolitik der Weltgemeinschaft auseinander. Diese habe den Kontinent arm gemacht, zitierte Müller einen afrikanischen Bischof. Deutlich werde dies an der Tatsache, dass „unser Wohlstand auf dem Ressourcenreichtum Afrikas aufbaut“. Die westliche Welt nutzte diesen, um ihre eigene Zukunft zu gestalten, lasse Afrika dabei aber zurück. Ein wesentlicher Aspekt, um den Menschen auf dem Schwarzen Kontinent zu helfen, wäre eine faire Gestaltung des Handels. Damit dieser zu einer nachhaltigen Entwicklung führe, müssten Sozial-, Umwelt- und Menschenrechtsstandards in die jeweiligen Handelsabkommen mit der EU aufgenommen und der Entwicklungsstandard der jeweiligen Handelspartner berücksichtigt werden, so der Minister.

Gerd Müller warb darüber hinaus für menschenwürdige Arbeitsbedingungen in der Textilindustrie in den Ländern, wo die Hersteller ihre Waren nähen lassen. Die Löhne in dieser Branche reichten häufig nicht für Miete, Essen, den Schulbesuch der Kinder oder die ärztliche Versorgung. Deshalb müsse alles dafür getan werden, um gleich am Anfang der Lieferkette existenzsichernde Löhne zu zahlen: „Wenn eine Näherin in Bangladesch 15 Cent pro Stunde erhält, sind das sklavenhafte Bedingungen.“ Läge der Stundenlohn nur um zehn Cent höher, wäre den Menschen ein Stück weit geholfen. Müller zeigte sich überzeugt, dass die Probleme Afrikas lösbar seien. Wenn es allerdings zu keinen nachhaltigen Verbesserungen der Lebensbedingungen vor Ort komme, würde sich die Migration nach Europa fortsetzen. Um einer solchen Entwicklung vorzubeugen, seien unter anderem mehr Investitionen als bisher in die weltweiten Flüchtlingscamps nötig.

Viel Lob hatte Gerd Müller für den Landkreis Donau-Ries und seinen Landrat Stefan Rößle für das Engagement in der kommunalen Entwicklungspolitik übrig. Als Neuigkeit kündigte der Minister in Kaisheim an, dass auf Initiative Rößles der Deutsche Städtetag sowie der Deutsche Landkreistag zusammen mit dem Deutschen Städte- und Gemeindebund in den kommenden drei Jahren 1000 Schulen in Afrika bauen wollen.

Den Abschluss des Abends bildete eine Gesprächsrunde mit den Kandidaten für die Landtags- und Bezirkstagswahlen.

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