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28.03.2009

Auf alten Fotos sind interessante Details zu entdecken

Rain (ma) - Einige Interessenten für den Abend im Heimatmuseum "Trottoirs, Tränken, Tankstellen - Im alten Stadtbild von Rain gibt es viel zu entdecken" mussten wegen Überfüllung des Vorführraums leider wieder heimgehen. Die etwa 40 Besucher aber, unter ihnen Bürgermeister Gerhard Martin, kamen oft aus dem Staunen nicht heraus, als ihnen Ansichtskartensammler Franz Müller und Museumsleiterin Edith Findel per Beamer Details aus alten Ansichtskarten und Fotos von Rain präsentierten.

Früher, so erkannte man, wurde auf der "Bildseite" einer Ansichtskarte der Text, zumeist in schöner Handschrift, geschrieben, die andere Seite war der Anschrift und der Briefmarke vorbehalten. Dass man unter der Marke manchmal einen geheimen Text unterbringen konnte, wurde auch an einem Beispiel gezeigt. "Eine Sensation für jeden Ort und natürlich auch für Rain war der Überflug eines Zeppelins." Auf einer Ansichtskarte aus dem Jahr 1921 ist dieses denkwürdige Ereignis festgehalten. Zur damaligen Zeit war der Gasthof Lutz nur zur Hälfte aufgestockt, wie man auf einem anderen Foto entdecken konnte.

Eindrucksvoll sind einige kolorierte, aus der Vogelperspektive gezeichnete Ansichtskarten, auf denen die Eisenbahn, Leitheim und ein Automobil zu erkennen sind. Bevor der Wasserturm im Jahre 1911 gebaut wurde, stand an seiner Stelle der viereckige Feldhüterturm. Unterhalb befand sich der Kohlbergerweiher. Müller und Findel zeigten Innenfotos der Stadtpfarrkirche mit seinen Altären, die es ja nicht mehr gibt, aber auch den Turm in einer alten Aufnahme: Ein Ofenrohr zeigt an, dass einst ein Türmer hoch oben über der Stadt wohnte. Details vom Bschorersaal, den es schon lange nicht mehr gibt, wie etwa die umlaufende Balustrade, beeindruckten ebenso wie der Kohlberger "Sommerkeller" und die "Franz Karrersche Bierbrauerei" mit Biergarten.

Im Jahre 1938 sah die Fassade des Rathauses desolat aus. Ein Verkehrsschild wies auf die baldige "scharfe Kurve" zwischen Rathaus und Schwabtor hin, später warnte ein Schild vor der Straßenverengung. Festgehalten auf einer Ansichtskarte ist auch das "Kgl. Notariat". Ansichtskarten im Jugendstil mit Blumenornamenten, von Fotograf Josef Stuhlmiller aufgenommen, gefielen auch. Eine Errungenschaft für Rain war, dass die Hauptstraße gepflastert war, dass sich einige reichere Hausbesitzer auf der Südseite der Hauptstraße Trottoirs (Gehsteige) vor ihren Häusern anlegen ließen und dass um 1900 mitten in der Hauptstraße eine Viehtränke zu finden war. Aus dem Jahr 1937 stammt eine Karte, die eine Tankstelle in der Hauptstraße zeigt.

"Schreiben Sie doch auch mal wieder eine Ansichtskarte", forderten Franz Müller und Edith Findel die Besucher auf, die sich für die Schau mit starkem Beifall bedankten. Das Fotohaus Nitsche habe einige neue, aktuelle Karten herausgebracht.

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