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Kirchenmusik

21.12.2016

Auf, auf, ihr Herzen, seid bereit!

Im großen Finale vereinten sich alle Musiker in der weihnachtlichen Botschaft „Nun verschwinden alle Plagen“.
Bild: Hutzler

Niveauvolles und erhebendes Adventskonzert in der Heilig-Kreuz-Kirche

Schon im Buch Numeri des Alten Testamentes heißt es: „An euren Freudentagen, an den Festen und Monatsanfängen blast … feierlich die Trompeten! Das wird euch bei eurem Gott in Erinnerung bringen“ (Kap. 10, Vers 10). – Wie könnte der vierte Adventssonntag ansprechender gestaltet werden als mit einem festlichen Barockkonzert unter dem Motto „Bereitet die Wege“, zu dem Bernd Jung (Cembalo und Gesamtleitung), Michaela Zeitz (Sopran), Manuel Kundinger (Bass), Ingrid Kuhn (Oboe), Julia Bogner und Pamela Rachel (Violine), Ilia Riegel (Viola), Miriam Seybold (Violoncello) sowie Wolfgang Druile (Kontrabass) in die Klosterkirche Heilig Kreuz eingeladen hatten.

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Vielleicht ist es die Einheit von Zeit und Raum, die Einheit von Barockmusik in einer barock ausgestalteten Kirche, die dieses Konzert so einzigartig machte und als Besuchermagnet wirken ließ. Vor allem anspruchsvolle Werke von Johann Sebastian Bach kamen dabei zur Aufführung. So stellte sich die Sopranistin Michaela Zeitz mit der Arie „Bereitet die Wege, bereitet die Bahn“ aus der Bach-Kantate zum vierten Adventssonntag vor und überzeugte dabei vor allem in den vielen Girlanden und Läufen, die die Melodie der Oboenstimme wirkungsvoll unterstrichen, ehe die Singstimme selbst wieder die Führung übernahm.

Auch im „Haec est Regina virginum“ von Georg Friedrich Händel agierte die Sopranistin mit wandlungsfähiger Stimme. Der Bassist Manuel Kundinger hatte sein Debüt in diesem Konzert mit der Arie „Nun sinken die Höhen hernieder“ aus der Kantate „Auf, auf, ihr Herzen seid bereit“ von Gottfried August Homilius. Im Duett mit der Oboe entstand dabei ein reizvoller Dialog, bei dem beide Solisten im Zusammenspiel auch in der Interpretation Klasse bewiesen.

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Beide Gesangsstimmen zusammen waren in zwei Duetten aus der bekannten Kantate „Wachet auf, ruft uns die Stimme“ von Johann Sebastian Bach zu hören. Dabei wurde vor allem „Mein Freund ist mein“ sowohl musikalisch als auch interpretatorisch überzeugend dargeboten. Das gut disponierte Streicherensemble kam im 1. Satz des Concert grossos op. 3/12 von Francesco Manfredini sowie der „Sinfonia“, BWV 196 von Johann Sebastian Bach zur Geltung. Dynamisch differenziert und homogen im Zusammenspiel agierten die hohen Streicher über dem rhythmisch sicheren Basso continuo, bestehend aus Cembalo, Cello und Kontrabass.

Das Konzert f-Moll des Komponisten Georg Philipp Telemann meisterte die Oboistin Ingrid Kuhn mit Bravour. Mit ausgefeilter Dynamik, deutlicher Phrasierung und lupenreiner Intonation interpretierte sie das dreisätzige Werk.

Alle Musiker zusammen vereinten sich zum großen Finale mit der weihnachtlichen Botschaft „Nun verschwinden alle Plagen“, einer Arie aus der Bach-Kantate „Liebster Jesu, mein Verlangen“. Nochmals wurde dabei die Souveränität und Homogenität der beteiligten Sänger und Instrumentalisten deutlich und füllte erhebend den Kirchenraum.

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