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Liederabend

17.03.2015

Auf den Flügeln des Gesangs

Pianist Bernd Jung aus Altisheim und Sängerin Monika Lichtenegger stellten Lieder der Romantik im Enderlesaal in Donauwörth vor.
Bild: David Reitsam

Die Sängerin Monika Lichtenegger und der Pianist Bernd Jung schaffen eine verträumte Atmosphäre im Enderlesaal

„Nacht und Träume“ – so lautete das Motto des Abends mit der Sopranistin Monika Lichtenegger und dem Pianisten Bernd Jung beim Donauwörther Kultur-Frühling. Ebenso geheimnisvoll, romantisch, idealistisch, aber auch nachdenklich und energisch wie der Titel war die Grundstimmung der vorgetragenen Lieder. Der Enderlesaal im Deutschordenshaus mit seinem klassizistischen Stuck und stimmungsvollen Ambiente bot hierfür den idealen Rahmen.

Bereits in Schuberts Liedervertonung „Nacht und Träume“ wurde die Homogenität zwischen Sängerin und Pianist deutlich. Inhaltlich typisch für die Romantik wird darin die Flucht vor der Realität dargestellt, musikalisch gefühlvoll mit fließenden Sechzehntelnoten untermalt. Dabei ließ der Pianist Jung der Sängerin Raum zur Entfaltung, begleitete souverän und inspirierend, sodass viele Feinheiten der Komposition unaufdringlich erst ins rechte Licht gerückt wurden. Jung trat auch selbst als Solist auf. Besonders die „Romanze für Klavier“ und das „Intermezzo für Klavier“ zeugten von der Musikalität, Intensität und Expressivität des aus Altisheim stammenden Pianisten. Er zauberte duftige und gefühlvolle Stimmungsgemälde und traf dabei vortrefflich die Musiksprache der Romantiker.

Die Sopranistin Monika Lichtenegger verstand es, das deutsche Kunstliedschaffen, das in der Spätromantik seinen Höhepunkt fand, mit beeindruckender Expressivität zu intonieren. Souverän vermochte sie die unterschiedlichen Stimmungen der Lieder zu erfassen und differenziert wiederzugeben. Am deutlichsten wurde dies, als sie zwei Vertonungen von Storms „Die Nachtigall“ des Komponisten Johannes Brahms erklingen ließ. Während die eine fröhlich, fast tänzerisch, mit vielen Trillern in der Klavierbegleitung wirkte, ließ sich bei der anderen eine deutlich getragenere und verträumtere Grundstimmung vernehmen. Mit sicherer Stimmführung, scheinbar mühelosem Registerwechsel und dynamischer Differenzierung verstand es Lichtenegger, die unterschiedlichen Vertonungen eindrucksvoll einander gegenüberzustellen.

In der Reihe der großen deutschen Kunstliedkomponisten durften natürlich auch Richard Strauss und Hugo Wolf nicht fehlen. Beide hatten sich auch mit der Thematik „Nacht“ beschäftigt. Leidenschaftlich, geheimnisvoll und ansprechend interpretierten Jung und Lichtenegger die Lieder. Das optimale Zusammenwirken der beiden Interpreten ließ das Liedschaffen der Spätromantiker eindrucksvoll zum Leben erwachen.

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